Jeweils in den Häusern herrschend in den Emporen,
War ich kein Freund der niederen Kammern an den Toren.
Unten flutete alltäglichen Trubels Strom,
Oben läuteten die Winde wie im Dom.
Wenn in den Wintern eisene Zinnen standen,
Kühle Boten kamen aus den nordischen Landen:
Oben breiteten sich weithin weiße Gehänge,
Unten beschmutzte sie vieler Füße Gedränge.
Sonniger Tage Glanz durch hölzerne Gestühle,
Ich durchlebte euch ganz im höheren Gefühle!
Wenn ich nieder zum Tor sinkende Stufen stieg,
Fand kein Singen das Ohr, und das Lichtgetön schwieg.
Dennoch härmten sich meine Sinne wund,
Dennoch wurde mir deutliche Botschaft kund,
Die die Strahlen und Winde auf den Fittichen führen:
Größe und Ewigkeit sind nicht hinter Türen!
Tue die Tore auf! Gehe ins Land hinaus!
Lerne der Welten Lauf, lerne die Schöpfung aus!
Hebe die Füße nur! unten, da sieh dich für,
Wo die Kümmerlinge wohnen an der Tür!
Niemals wohnt hoher Sinn an den Kammern am Tor,
Aus den Räumen am Licht nur geht er hervor,
Weiten muß er sich, da, wo man fällt und fehlt –
Bis zur Heimkehr zum Licht, groß, frei, und gestählt!
Deutsche Dichter & Denker
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