Nacht. Sie kauern in Gram und Grauen,
Troß und Soldaten zusammengedrängt,
verwilderte Männer, verwüstete Frauen,
Eis in den Bärten, Eis in den Brauen,
salzige Tränen von Eis in den Wimpern,
drüber der Schlaf sich senkt.
Dort nur am Feuer, verirrt und verloren,
hocken noch Hungernde. Am Feuer sengt
faulendes Leder unter den Sporen
am Stiefel des greisen Sergeanten. Der trinkt
Schmelzschnee aus dem Helme.
Im Kessel der Pferdekadaver stinkt . . .
Wie lange schon stumm der Weiber Stimmen,
die doch so lüstern einst lachten,
in den düsteren Augen der Männer glimmen
die Biwakfeuer verlorener Schlachten.
Wie lange schon, daß in Groll und Grauen
Soldaten beten um ihren Tod !
Und die süßen Lippen der Frauen
wurden lange schon bitter in Hunger und Not.
Wie lange s c h o n ! Und schlimmer doch :
Wie lange n o c h !
Jahr: 1916