Ein einziges ödes ungeheures Feld,
gelb überflackert von dem Riesenbrande,
der lautlos hinter ihnen im nächtigen Lande
den Himmel hoch und weit die weiße Welt
erhellt.
Wer sprach die irren Worte aus, die nun
auf Tausenden von frostigblauen Lippen
bang wie der Litanei Erbarme dich !”
In immer wiederholter Hoffnung ruhn :
Nach Oschmjany !” ?
Kein Laut ringsum.
Die Tausende, sie ziehen schauerlich,
schauerlich stumm.
Die Straße finden sie nach den Rippen
zerschossener Kanonenräder,
nach den gekrallten Händen, die aus Schnee
zu beiden Seiten
fürchterlich auf zum Himmel drohn
in wüster Klage und in grellem Hohn,
als ließen sie sich nicht vom Schnee
zudecken, wie die stummgewordnenen Münder,
die der dort oben wie Kinder
mit weißem Zuckerwerke stumm gemacht,
als seine Flocken schneiten ! —
Nach Oschmjany !”
Kein Laut in Lüften und auf Erden,
nur daß von ihrem Zug
ein Knirschen weit die Nacht durchirrt
vom Schnee, der unter müden Sohlen knirrt,
und wie der Rauch über den späten Herden,
die Winterabends sich zum Stalle ziehn,
steht über dem breiten Zug
der Atem Aller wie ein Baldachin. —
Nach Oschmjany !”
Ein Offizier: Was wollt ihr mit dem Wort !?
Wir hielten Beiwacht dort vor sieben Wochen, —
weißt du nicht, wie dein letztes Brot verbrannt,
durch das den Säbel du gestochen,
ums überm Feuer aufzutaun ?
Plärrt doch nicht von dem fernen kleinen Ort !”
Umsonst – die Scharen stammeln hirnverbrannt :
Nach Oschmjany !”
Sie taumeln weiter durch die gelbe Nacht,
und Moskaus Brand wirft lange Lichter
auf dieses weite grauenvolle Land
und auf die nächtigen Gesichter,
darin die Bärte verbrannt,
und Augen glühen, wirr und überwacht, —
Nach Oschmjany !”
Jahr: 1916