Deutsche Dichter & Denker

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Der Tag der Rache

Der Tag der Rache

Es schuf die Tannenberger Schlacht
den Deutschen groß Wehklagen.
Der Sieg stand bei der Slawenmacht,
das Kreuzheer war geschlagen.
Was nicht im Urwaldsumpf ertrank,
lag sterbend, als die Sonne sank,
im weißen Ordenskleide
auf sommergrüner Heide.

Scharf trat den Meister Ulrich an
der Schlachtentod, der grimme.
Da schlug das Kreuz der wunde Mann
und rief mit heller Stimme:
Führ, Herr, ins Paradies mich ein
und laß aus unserem Gebein
erstehn dem deutschen Namen
einst einen Rächer! Amen …

Die Jahre floh’n. Vergessen lag
der Feldherr bei den Seinen.
Doch tausend Jahr‘ sind wie ein Tag
vor Gott, dem Ewigeinen.
Das fünfte Säkulum entschwand,
und wieder brachen in das Land
verweg’ne Slawnhorden
mit Brennen und mit Morden.

Da winkte Gott – der Rächer kam,
das Racheschwert zu zücken
und, was dem Schwert entrann, im Schlamm
der Sümpfe zu ersticken.
Dann sprach der Held: M i c h feiert nicht!
Der Herr ging zürnend ins Gericht
mit dem Barbarenheere.
Dem Herrn allein die Ehre!

Auf Meister Ulrichs Ruhestatt
soll aber künftig stehen:
Gott macht zur Tat früh oder spat
Was deutsche Männer flehen. – –
Wer hat dies neue Lied erdacht?
Ein deutscher Spielmann hat’s gemacht
beim tapfern Pokulieren
mit Reitern und Musketieren.