Ich wollte nicht das gelbe Korn zertreten,
da fällte mich der Feind, das Korn ward rot.
Der Krieg umschritt den Acker, Männer mähten.
Von unsichtbaren Sensen sprang der Tod.
Der Tod erschrak vor meinen sechzehn Jahren,
mein Zögern war von Gottes Hand gelenkt,
und als ich fiel, da lag ich unerfahren,
ein Leuchten war in mein Gesicht versenkt.
Und wer bei mir zum Atmen niederhockte,
die Augen flackernd, angefüllt vom Krieg,
der sah mein Antlitz, und sein Fieber stockte,
die Furcht zerfloß, der laute Schrecken schwieg.
Und Sprung um Sprung geht aus von diesem Schweigen,
in weiten Wellen bricht der Angriff vor,
die Krieger wachsen aus dem Korn und steigen,
vom Tod erquickt, zum Wall des Feinds empor.
So bin ich nun ein Ackermann geworden.
Ich hab gepflügt inmitten einer Schlacht.
Mein Korn hab ich gesät ins grause Morden
und meine Ernte jung vor Gott gebracht.
Deutsche Dichter & Denker
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