Ein Lindwurm - berichten die Sagen -
tät heimliche Sehnsucht tragen
nach der schönsten der Wasserfei’n.
Ich schenk' dir zum Minnesolde,
du Holde, drei Haufen von Golde,
die ich hüte im Wasgenstein!
Und gäbst du von Gold sieben Haufen,
so sollst du allewig nicht kaufen,
du Tor, meinen magdlichen Kranz.
Such' dein Lieb unter Ottern und Schlangen,
ich trage mit nichten Verlangen
nach solch' einer Mesalliance.
Ein tölpischer Siedler der Sümpfe
und die flotteste Wassernymphe
— wie lachten da Nixe und Neck!
Prinz Frosch ist ein werterer Degen,
der schwingt das Tanzbein verwegen
und hats Maul am rechten Fleck!
Der arme Wurm tat sich schämen
und weinte vor Zorn und Grämen;
doch ein Eichkater raunte ihm zu:
Getrost! Ihr gebt noch ein Pärchen.
Paß' auf! In zweimal zehn Jährchen
ist sie ein wilderer Drache, als du.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter