Deutsche Dichter & Denker

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Deutschlands Rettung

Deutschlands Rettung

Ueber Deutschlands schöne Gauen
Braust ein wilder Sturm daher,
Banges Zagen, Furcht und Grauen
Lasten auf dem Volke schwer.
Geister aus der Tiefe schweben,
Von des Sturmes Wut geweckt,
Zornerglühend und erheben
Ein Geheul, das Welten schreckt.

Unheilvolle Elemente
Breiten Jammer aus und Noth,
Und der Ordnung Fundamente
Sind vom Untergang bedroht.
Hütten stürzen, Throne schwanken
Und der Felsenboden bebt,
Selbst die alten Eichen wanken,
Weil die Zeit ein Grab sich gräbt.

Wollt ihr, deutsche Männer, retten
Das bedrängte Vaterland,
Dann zerbrecht des Unheils Ketten
Mit entschloss`ner, starker Hand.
Suchet in dem Strom der Zeiten
Bei der Fluten Wogendrang,
Um das Volk hindurch zu leiten
Einen sicher`n Uebergang.

An des Stromes freier Furte
Wendet ab des Schicksals Schlag,
Da, wo einst geboren wurde
Deutschlands Ruhm, wie seine Schmach.
Für die Freiheit müßt ihr gründen
Einen Bau, der dauernd steht,
Daß die Völker Obdach finden
Und die schwere Noth vergeht.

Naht sich das Verderben wieder,
Droht auch dann noch die Gefahr,
Leget nicht die Hände nieder,
Reicht dem Volk sie schützend dar.
Will auch hier der Boden weichen,
Fest hält ihn der Hoffnung Muth;
Wollet ihr das Ziel erreichen,
Dämmt des Stromes wilde Fluth.

Haltet alles aus auf diesem Damme,
Als der Ehre Furt und Hort,
Und des Mutes heil`ge Flamme
Stähle euer Losungswort:
Mögen Fluthen brausend rollen,
Bei dem Sturm der Leidenschaft,
An der deutschen Eintracht Hallen
Brechen sie die tolle Kraft.

Aus der Freiheit und der Ehre
Wird entsteh`n des Volkes Glück,
Denn mit ihrer starken Wehre
Kehret auch die Kraft zurück.
Was in Frankfurt ihr begonnen,
Werd` in Erfurt ganz vollbracht,
Dann habt ihr das Ziel gewonnen:
Deutschland Größe, Ruhm und Macht.


Jahr: 1850