Die Sonne sticht, daß auch der Schatten schwitzt,
Und sauer riechts vom Teich herauf,
Wer heute nichts besitzt,
Macht beide Arme für die Schwermut auf,
Und hofft allein, daß sich der Himmel ritzt,
In Wolken ein Kanonenschlag verpufft,
Die heiße Luft durch Thors Hammer als Befreiungsschlag durchblitzt.
Ich hör das reife Korn.
Ich ruck ein Stück nach vorn.
Die Ähren wispern wie verstört und zag.
Was macht sie weich, hoch und fest?
Der heut’ge Schnittertag?
Das Schnitterfest! Der erste Erntedank!
Ein frischer Quell wär jetzt gut und längs im Bach
Zu liegen wie ein Halm, der abgemäht.
Am Anger liegen Kränze, Kräuter, Brei und Brot.
Noch vor dem Morgenrot
Die erste Garbe schnitt der Vater stumm,
Uralter Vorsicht treu.
Darum bedenket wohl beim Schnitterfest:
Sei einer der die Bräuche der Ahnen nicht versiegen lässt.
Deutsche Dichter & Denker
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