Im Herbst des Jahres 1944 mussten wir Hals über Kopf aus unserem Heimatdorf in Ostpreußen vor den heranrückenden Russen flüchten.
Wir, das waren meine Mutti und meine Großeltern.
Mein Papa war in Russland Soldat und lag schwerverwundet irgendwo in einem Feldlazarett in Feindesland.
Jetzt zog das ganze Dorf in einem aus vielen Gespannen bestehenden Flüchtlingstreck in südwestliche Richtung davon, begleitet von unübersehbaren Viehherden, die schon aus dem Memelland auf dem Marsch waren.
Die Kühe brüllten vor Schmerzen, sie waren schon wochenlang nicht gemolken worden.
Für mich hatte die Flucht bis jetzt durchaus einen Hauch von Abenteuer in sich.
Der uns in den ersten Tagen aus dem Rücken begleitende Kanonendonner war immer leiser geworden, hatte schließlich ganz aufgehört.
Wir waren inzwischen im vorgesehenen Aufnahmekreis Wormditt angelangt und wurden im Gehöft des Ortsbauernführers in einer kleineren Ortschaft einquartiert.
Jahr: 1944