Wenn dir ein Mensch ein Unrecht tut,
Und wird es dir zu bunt,
Beschimpfst du ihn in deiner Wut,
Und nennst ihn einen Hund!
Bedenkst nicht, daß dein Tier
Nie so sein könnt wie der —
Der Name Hund ist, glaube mir,
Ein Schimpfwort nimmermehr.
Ein treues Herz, ein treuer Blick,
Das gibt’s noch auf der Welt,
Denn auch im Schmerz, nicht nur im Glück,
Ein Wesen zu dir hält.
Doch suchst bei Menschen du die Treu’,
Vergeblich suchst du sie auf’s neu,
In Freud und Leid, zu jeder Stund’,
Hält einer treu zu dir: Dein Hund!
Er dankt für jedes kleinste Stück,
Und blickt dich an beseelt.
Er spricht zu dir mit seinem Blick,
Weil ihm die Sprache fehlt.
Erkenn’ den Wert, bevor’s zu spät,
Sei gut zu deinem Tier;
Denn wenn dein Hund zugrunde geht,
Hält niemand mehr zu dir!
Deutsche Dichter & Denker
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