Dort, wo das Dorf und die Kirche stand,
aus Trümmern geborgen im Niemandsland,
hoben wir mit letzter wuchtiger Kraft
eine Glocke hoch an einen Gerüsteschaft.
Ein jeder mit klammenden Händen anschwang.
Es dröhnt in der Nacht der bronzene Klang.
Winterwind summt heulend mit im Geleit,
verkündend die Weihnachtsweihezeit.
Sie läutet hinüber für Freund und Feind,
als riefe sie zu : "Seid heute geeint!"
Da hielt der Gefechtslärm den Atem an,
die Glocke von Lushno zog jeden in Bann.
Und sie läutet den Toten im Schneegrab zu,
einen letzten Gruß zur ewigen Ruh.
Dann zerbarst der schwingende Balkenthron,
tief im Schnee verhallt der Glocke dumpfer Ton.
Jahr: 1942