Wenn man Religion auffaßt als das Streben, Gott den Schöpfer und – durch seine unabänderlichen Gesetze – Lenker der Welt zu erkennen und zur Sicherung der diesseitigen und jenseitigen Glückseligkeit die eigene Lebensführung mit ihm nach Maßgabe der jeweiligen Erkenntnis in Übereinstimmung zu bringen, wenn man ferner die Entwicklung zum Höheren, Vollkommeneren als das uns zunächst erkennbare Ziel der Schöpfung, Kraft und Gesetzmäßigkeit als die augenfälligsten Eigenschaften des Schöpfers erkannt hat, so wird man nicht bestreiten können, daß unsere Vorfahren – wie auch andere Naturvölker – mit ihrem Naturdienst von Bäumen oder Gestirnen, besonders der Sonne, auf dem rechten Wege zur Erkenntnis des Schöpfers, seines Wesens und Willens waren, auf demselben Wege, den nach langer Unterbrechung uns die Naturwissenschaften erneut gehen lehren, der aber von den christlichen Glaubensboten in vollkommener Verständnislosigkeit unterbrochen worden ist. Das Jahrhundert ist vielleicht herangerückt, in welchem wir die heilige Religion der Heimat wieder erhalten werden: denn wir sind nach langer Verirrung für dieselbe wieder reif geworden!
Deutsche Dichter & Denker
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