Nun führen die Sterne
Herauf ihren Reigen,
Die Wälder schon schweigen
Und nirgends ein Laut;
Wohl schaute ich gerne
Hier unter den Bäumen
Was leis wie in Träumen
Die Nacht mir vertraut.
Wohl leg' ich zu lauschen
Das Ohr auf den Rasen,
Was hör' ich da blasen?
Ein Waldhorn? bei Nacht?
Und weiter ein Rauschen,
Ein Bellen und Knallen,
Ein Schuß ist gefallen,
Es nahet die Jagd.
Da kommt sie gezogen
Durch's Wolkengefilde.
Der Jäger, der wilde,
Hoch vorne zu Roß,
Dahinter mit Bogen
Und andern Geschossen
Der rüden Genossen
Nachsprengender Troß.
Die Sterne vermögen
Herab nicht zu schauen
Auf's höllische Grauen
Der teuflischen Jagd,
Bis daß sich verzögen
Die nächtlichen Schaaren,
Verhüll'n sie die klaren
Gesichter der Nacht.
Laut schallt es im Forste
Von Hussa und Blasen,
Die Hirsch' auf dem Rasen,
Die Reh' in der Kluft
Die Adler im Horste
Aufscheucht das Getöse:
Der Jäger, der böse,
Durchbirschet die Luft.
Doch bald in die Ferne
Verzieht sich das Wetter,
Der Hörner Geschmetter
Allmählig verhallt,
Bald zeigen die Sterne,
Die hellen, sich wieder,
Still blicket hernieder
Der Mond auf den Wald.
Jahr: 1816-1870