Wenn auch letzten Herbst verdorrte,
Was den Kraftschatz ihnen lieh,
Tausendjähr'ge Lebenshorte
Fließen fort und enden nie.
Rinnts auch hier von Fels zu Steine,
Flammts von diesem Stamm zum Ast,
Blästs von einem Wald zum Haine,
Leben kennet keine Rast.
Was auch in die Lüfte schwindet,
Lebenshauch zur Seelenwelt.
Jede Seele wieder findet
Ein ins schöne Sonnenfeld.
All's vergeht, so mahnt die Weise,
Alles Schöne endet wann.
Dringts nur wieder aus dem Eise,
Hundertfach ist's schöner dann.
Jedem Enden folgt Beginnen,
Schöpferkraft besiegt die Zeit.
Ewig wirkt das Schicksalsspinnen,
Werden ist Unendlichkeit.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter