Deutsche Dichter & Denker

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Gott und die Welt

Gott und die Welt

Gott und die Welt sind nicht zwei, sondern eines.
Gott ist die Welt, und die Welt ist Gott.
Gott schuf nicht eines Tages die Welt,
auch thront er nicht außerhalb, über ihr,
er verwirklicht sich unaufhörlich in ihr.
Die Welt ist Gottes Wirklichkeit
und wird sich im Menschen dessen bewußt.

Die Welt selbst ist göttlich, ist heiliges Leben.
Es bedarf keines Gottes über ihr,
denn sie selbst wirkt Gott.
Schon in Buddhas tiefer Frömmigkeit
ist kein Raum für einen persönlichen Gott
außerhalb der Welt.

Wie der Bauplan des Atoms im Atom,
wie der Bauplan des Kristalls im Kristall,
wie der Bauplan der lebendigen Zelle
in ihrem Wachstum, in ihrem Leben,
so verwirklicht sich Gott in der Welt.
Vom Elektron bis zum Sonnensystem,
bis zur Milchstraße, bis zur Unendlichkeit
verwirklicht sie Gott.

Denn es gibt keine bloße Materie.
Alle Materie ist beseelt.
Nicht als ein zweites neben ihr
trägt sie das Göttliche in sich,
sondern als ihre Eigenschaft.
Stoff und Geist sind nicht zwei, sondern eines.
Stoff ist Geist und Geist ist auch Stoff.
Niemand kann eines vom anderen trennen.
Trennung ist Irrtum und Irrtum bringt Schaden.
Eins ist das All. Das alleine ist Wahr.

Jahrtausende beugten sich reinen Ideen.
Ein Jahrhundert diente dem Stoff.
Frieden herrscht erst auf höherer Warte,
wo der weitere Blick die Wahrheit erkennt,
die uralte Wahrheit der Upanishaden:
atman ist brahman, alles ist eins.