Das in die Erde gegebene Korn vergeht, so scheint es. Doch aus dem kleinen Keim wächst der junge, zarte Trieb. Er treibt Knospen und Blüten, drängt schließlich zur Reife und trägt sehr bald Früchte. Diese Früchte sind zugleich Saat für das Neue. Wieder nimmt die Mutter Erde sie auf, und mit dem scheinbaren Vergehen beginnt ein neuer Lebenskreis. So bleibt ewig der Keim, der das voll Ausgereifte in sich trägt. Auch in dem Kleinsten, dem Samenkörnchen, ja, in der Pflanzen- und Tierwelt allgemein, lebt das Göttliche in seiner Vollkommenheit, seiner unbewußt und genügt sich selber. Und doch oder gerade deshalb legt Schiller uns in dem bekannten Wort ans Herz:
,,Suchst du das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist, sei du wollend,
Das ist es.
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