hoch ragt dein Stamm über Wolken und Winde,
des Himmels Tau netzt deine Blätter,
neu erstehst du im Strahl der Frühlingssonne,
deine gewaltigen Wurzeln senken sich tief ins Erdreich hinab.
Es speist dich der Quell aus Urgründen,
aus dem unsere Ahnen gewannen.
wölbe dich wieder über deutschem Land,
breite die Zweige schützend und schirmend
über Saaten und Siedlungen!
Trotze den Stürmen, die dich umtosen,
wehre dem Fremden, das unser Wesen vergiftet!
Gib unsern Ehen und Kindern und Enkeln,
den Segen und Sinn ihrer fleißigen Arbeit,
gib ihnen Kraft und Ausdauer im Kampf um das Recht,
laß nicht aufkommen Verrat und Zwietracht in unsern Reihen
und die Sucht, dem Feind zu gefallen.
Übles zu reden vor ihm über Brüder und Schwestern.
unsterbliches Bild unsrer Seele,
wir scharen uns um dich wie einst in Schlichtheit und Treue,
wir werfen Schmach und Schande von uns
und einen uns in reinem Glauben als Freie
zu höhrer Gemeinsamkeit!
Jahr: 1903