Die Welle weiß, wohin sie geht,
Der Sturm, wohin sein Atem weht,
Die Saat fühlt ihren Bodenstand,
Der Wald, die Flur, das Wurzelland,
Und alles Tier hat Rast und Statt
Und wird noch seines Friedens satt,
Uns aber ist der Heimat Recht
Geschändet und geraubt.
Wir lebten alle recht und schlecht
Und haben treu geglaubt,
Geglaubt, daß Heimat heilig sei
Und frei vor Raub, vor Schändung frei.
Sei`s geklagt: die tiefste Not
War nicht der Krieg, war nicht der Brand.
Die Heimat war uns Wort im fremden Land,
Und fremdes Brot ist hart und schwer.
Weit ist es von der Heimat her.
Nur eines wird der bösen Lust
Zu Raub nicht und zu Mord:
Wir trugen tief in unsrer Brust
Die Heimat mit uns fort;
So bettelarm und vogelfrei
Wir sind, die Heimat steht uns bei.
Die Welle weiß, wohin sie geht,
Der Sturm, wohin sein Atem weht,
Die Saat fühlt ihren Bodenstand,
Der Wald, die Flur, das Wurzelland,
Und alles Tier hat Rast und Statt
Und wird noch seines Friedens satt.
Wir haben nur das Herzensgut,
In dem die alte Heimat ruht,
Aus ihm blüht Liebe uns und Rat,
Es hält uns hoch, ruft uns zur Tat!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter