Deutsche Dichter & Denker

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Herbst

Herbst

Die buntgescheckten Blätter wirbeln lustig,
vom Sturm getrieben, durch die rauhe Welt.
Wir wünschen uns ein wenig Sommerwärme.
Zu schmerzlich, wie das Thermometer fällt!

Das ist nur äußerlich, geschätzte Leser!
Die Glut im Herzen trotzt dem kalten Wind.
Der Herbst fängt erst an zu erschrecken,
wenn wir im Willen alt und zittrig sind.

Heut sind wir jung und fordern in die Schranken,
was unser Feuer zu verlöschen droht.
Auf Sturm setzt Sturm! In scharfen Windesstößen
die heiße Flamme umso höher loht.

Ob Herbst, ob Frühling, Sonne oder Kälte –
uns führt der Weg durch Freude und durch Schmerz.
Das Leben ist ein pausenloses Kämpfen
mit harter Tat, in Liebe, Fluch und Scherz.

Und nicht die Form wird einst einmal bestimmen,
ob unser Leben höchstes Ziel errang.
Entscheidend ist, dass wir den Kampf aufnahmen
mit Trotz, bis unser letztes Wort verklang!


Jahr: 1908