Deutsche Dichter & Denker

Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige!
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Kurt Eggers am 2022-09-04

Kurt Eggers am 2022-09-04

Am Schwerte scheiden sich die Welten.
Wenn das Schwert rostet, stirbt die Ehre, dann aber stirbt mit ihr das Recht und die Wahrheit.
Die Einsamen wissen, daß die Trägheit der Niederungen mehr Herzen getötet hat als das Schwert, darum trauen sie dem einschläfernden Alltag, der sich Frieden auf Erden nennt, nicht.
Denn mit den Wolken, die aus der Niederung aufsteigen, schleichen sich alle Gewalten der Finsternis ein.
Warum aber greift der Krieger zum Schwert?
Solange es überhaupt ein Denken des Nordens gibt, solange gibt es eine Besinnung auf die Kraft, die der Widrigkeit des Schicksals ein trotziges Dennoch bietet.
Der Mensch des Nordens muß wissen, daß selbst unter dem tiefsten Eise noch Leben schlummert, das die Sonne des Frühlings zu wecken vermag.
Er muß wissen, daß über den sturmzerissenen Wolken die ewige Sonne leuchtet.
Dieser Glauben ist Trost, ist Auflehnung, ist Empörung.
Er beugt sich nicht dem Alltag des Zustandes.
An den Widrigkeiten wachsen die Kräfte.
Und das Schwert, das sich der Krieger schmiedete, ist nichts anderes als der zu Eisen geballte Widerstandswillen.
Es ist tiefstes Wissen des Kriegers, geboren aus dem Gesetze der ewigen Auflehnung, die nur der gefahrenumlauerte Norden kennt:
daß das letzte Heil im Schwerte liegt!
Das Schwert kennt keine Lüge, so wenig wie der Tod!