Deutsche Dichter & Denker

Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige!
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Niederungen

Niederungen

Wo die Werte weichen, wächst der Preis.
Wenn die Sitte schwindet, schrumpft der Geist.
Niederungen übler Absicht halten Einzug,
fordern frech den Weg von Lug und Trug.

Fratzenhaft zerrissen liegt dann edle Kunst,
buhlen Scharlatane wichtig um die Gunst.
Abgefeimt verdreht wird jeden Wortes Sinn,
wird stets gewühlt nach schäbigem Gewinn.

Alles Ganze, das Vollkomm´ne und das Heil,
wird gehängt am fremden goldn´en Seil.
Wider die Natur wird Häßlichkeit gefeiert,
wird Reinheit, Schönheit schlicht verfeuert.

Kranke werden selig auf den Thron gewimmert,
deren Geist und Herz verfault, verkümmert.
In die Masse tief wird das Genie getrieben,
gleichgemacht und im Gegröle schal zerrieben.

Fern ist heute vormals angestrebter Übermensch.
Nicht ins Göttliche mehr sehnt sich der Mensch,
hat im stumpfen Blick nurmehr plumpe Billigkeit,
nimmt sich und seinem Volk zuletzt die Ewigkeit!