Ich harre der Sonne Glut;
zieh mein Leben, das im Schatten ruht!
Niederwarf mich der Stürme Heer;
tief am Boden lieg' ich regenschwer.
So gern trüg' ich den Armen Korn;
gieße nieder des Lichtes Born,
eh' mich tiefer noch die Windsbraut tritt:
Jetzt bangt mir vor der Sichel Schnitt,
vor dem Sinken in die finstre Nacht
Als ein Halm, der keine Frucht gebracht!
Gebiete der Stürme Wehn,
laß mich wieder deine Sonne sehn;
laß mich wachsen ohne Ruh' und Rast,
bis mich beugt der eignen Fülle Last ...
Träum' ich golden dann im Licht,
reif und schwer, fürcht' ich den Schnitter nicht.
Klingt die Sense durch die Sommerruh',
fall ich still der großen Ernte zu!
Deutsche Dichter & Denker
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