Deutscher Aar reck dein Gefieder
stolz vom Meer zur Alpenwand;
kraftvoll aus den Trümmern wieder
stiegst Du auf, mein Vaterland,
Jubel aus Millionen Kehlen!
Wie die Väter dich gewollt,
prangst du, Deutschland, Braut der Seelen,
nun im Brautschmuck Schwarz-rot-gold!
Schwarz der Heimatscholle Farben,
rot das Blut, das für sie floß,
golden ist die Last der Garben,
die aus ihrem Schoße sproß.
Brüder, laßt die Banner lohen,
weit das alte Tuch entrollt:
alle Freien, alle Frohen
grüßt das heilge Schwarz-rot-gold!
Unter diesem Banner wohnen
soll, was gut und schön und recht,
keine Herren, keine Drohnen,
doch ein fröhliches Geschlecht-
und der kommenden Geschlechter
Liebe sei der Ehrensold
jeder Arbeit, jedem Fechter
unterm Banner Schwarz-rot-gold!
Auf, ihr Jungen, schwört’s den Alten,
schwört’s, ihr Alten, Hand in Hand
an dem Wahlspruch treu zu halten:
Ehre, Freiheit, Vaterlang!
Ewig soll das Reich bestehen,
ob die Hölle tobt und grollt,
ewig soll das Banner wehen,
Deutschlands Banner Schwarz-rot-gold!
Jahr: 1888