Dann und wann der Volksmund weiß
von wunderbarer Art und Weise.
Ein treues Herz hat sie erdacht,
zu stützen mich in dunkler Nacht
zu sinken in mich zart und leise
wie dank' ich dir mit Tränen heiß!
Von dieser Weise angetan
so spüre ich der Ahnen Kraft.
Und Ahne selbst, was sie bewegte
im Sturm durch ihre Seelen fegte
so haben sie es doch geschafft
mich zu erreichen, so ihr Plan
Ich weiß den Ort, wo meine Mitte,
meine Seele wohnt in mir
nie trügt sie mich, solang ich treu
solang ich mutig ohne Scheu
und ehrlich gegenüber ihr
so ist es alther deutsche Sitte!
So wie ich mich weiß, weiß ich auch
woher ich komm, mit wem ich bin.
Ein Volk, das solche Weisen kennt,
von seiner Seele ungetrennt!
Das geist'ge Ringen ist sein Sinn-
und nicht der Kampf mit Pulverschmauch!
Und sei's auch so, uns trachtet man
nach Leib und Leben, Hab und Gut
und alles and're fortgerissen
noch kämpfest du dich tief verbissen
behauptest dich mit Löwenmut
bis einst gebannt ist der Tyrann!
Dereinst kannst du dort wiederkehren
was Gott Allvater dir erkoren
Deutsches Volk, du sollst Begeistern!
Forschung, Kunst und Wissen meistern-
und schöne Weise ward geboren
wo du schwelgst in Dichters Sphären.
Brüder, Schwestern, kommt zusammen!
Fort mit mancher dünnen Fehde!
Man sieht nur mit dem Herzen gut,
und in dir brennt ein Heldenmut,
daß mehr du kannst, als nur Gerede
so überdauern wir die Flammen!
Denn Sehnsucht ist es, süß und tief
nach stiller Heimat, trauten Heim
Nichts and'res sehnt die deutsche Seele
als Frau und Mann und quickfidele
Kinderlein, so sagt der Reim
schon je in uns'rem Volke schlief.
Deutsche Dichter & Denker
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