Wenn Du in Sorg’ und Kummer bist,
So suche Trost bei Menschen nicht,
Du findest selten hier ein Herz,
Das offen, ehrlich mit Dir spricht.
Du findest selten hier ein Herz,
Das Dich versteht in Deinem Leid,
Das mit Dir Deine Schmerzen theilt
Und mit Dir klagt in Traurigkeit,
Das helfend Dir zur Seite steht,
Eh’ Du, ein steuerloses Schiff,
Das auf bewegtem Meere treibt,
Zerschellen wirst am Felsenriff.
Nein, flieh aus dem Geräusch der Stadt,
Flieh in des Waldes Einsamkeit,
Wo Dich kein fremdes Auge sieht
Und fern Du bist von Haß und Neid.
Da klag’ und weine Dich recht aus
Ganz ungestört und ungesehn,
Laß Deinen Thränen freien Lauf,
Die doch die Menschen nicht verstehn
Deutsche Dichter & Denker
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