Was ist es, was die Sinne mir bewegt,
ob ich bei Tage in die Ferne sinne,
ob sich zur Nacht die Traumwelt stärker regt,
die Früher in seit Urwelten Beginne?
Solang ich denken kann und mir Bewußtheit ward,
hab ich empfunden in der tiefsten Tiefe,
im Herzen, dessen Grund in stiller Fahrt
Ich noch erreichen will, das Sein, als ob es schliefe.
Das Sein, das uns im Blute liegt seit Väterzeit,
das nur verdeckt durch fremdem Narrenplunder
dem Wissen sich entzog, bis Ewigkeit
des eignen Wertes störte pfäffisch Wunder.
Und ob die Quelle schier verschüttet schien,
darin der Ahnen Wesen sich erneute,
wir werden nimmermehr Erkenntnis fliehn,
die einst zu sehen sich der Deutsche scheute.
Allein die Heimat wird uns Unterpfand,
der Boden, den schon eigne Sippe baute,
wir lassen uns nicht rauben uns das Land,
des Volkes Größe unser Ahnherr schaute.
Ich will erfüllen, was in mich gelegt
gar mannigfach Geschlechter lange Reihe -
ich schaue klar den Sinn, der mich bewegt,
aus Blut und Boden kommt der Vorzeit Weihe!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter