Feste Bande, liebendes Herze, unbezwungen, wider List und Schmerze, Lebensborn und Heilsbronnen, in ihr ist alle Not zerronnen. Wenn auf diesem Erdenrunde, eins von keiner Macht zu schaffen ist, so sei’s die Zerstörung von diesem Bunde, sei’s, dass irgendetwas ihn zerfrisst. Doch, wo kommt es her? Im Lieben leicht, im Kampfe schwer - wer ist der Schöpfer einer solchen Kraft, die geschundene Geister zu vereinen schafft. Nur des gleichen Adernsafts wegen, sollen die Herzen sich gleichsam bewegen? Nur weil alle vom gleichen Busen einst zehrten, konnt‘ sich das Band also feste erhärten? Mehr muss da sein, das spüre ich! Ich fühle doch, so inniglich, wenn im ungreifbaren Raume, gleich dem schönsten und holdesten Traume, liebende Seelen sich vereinen, ohne Laster - ganz im Reinen. Weit tiefer muss das Sinnen gehen, um einer Familien‘ Liebe reifer, denn gewohnheitsgeboren zu sehen. Ein süßer Ahnenfaden, seit Urzeiten eifrig und eisern gesponnen, hat nun des Lebenden Herz gewonnen. Verbunden mit allen der alten Reihen, steht das Familienband für Leb’ und Gedeihen. Es zu zertrennen, ist keiner im Stande, es hält fürwahr unweigerlich, das kühne Familienbande.
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