Deutsche Dichter & Denker

Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige!
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Vom Neubeginn

Vom Neubeginn

Des Abends Nebelschwaden ziehen leise,
Und der Sonne orange-rote Strahlen eilen hernieder.
Die Blätter schicken sich an zu ihrer letzten Reise,
Fallen auf goldenen Grund, auf dem Vögel singen ihre Lieder.

Meinem Geist wird es eng in der Brust,
Mich dünkt, ein falsches Spiel treibt dieser Nebel.
Er täuscht und hemmt meine Lust,
Zum Schweigen gebracht durch einen Knebel.

Diesen Verrat ertrage ich nicht mehr!
Begegnen wir dem Ende unserer glorreichen Nation?
Diese Heuchelei und Feigheit bekümmern mich sehr,
Bedeutet es doch Sklaverei schon für uns‘re Generation.

Im fahlen Lichte schläft die heilige Erde,
Weit oben kreuze ich des Mondes erhabenen Lauf.
Durch ihn die finstere Zeit tröstlich werde,
In der sanften Stille wacht meine Seele auf.

Die Stunde der Wahrheit schlägt auf der Uhr,
Der Seele Leuchten ward geboren.
So erwacht meine innermenschliche Natur.
Sehend mit Geistesaugen, lauschend mit Geistesohren.

Unermüdlich flüstert es aus einer göttlichen Quelle,
Berührt mich, gibt meinem Leibe Vernunft und Kraft.
Und eine Gabe sprudelt in die Helle,
Kreativität, mit der unser Mensch Einzigartiges schafft.

Nach dem Maße seines Vermögens sei ihm beschieden,
Zu schaffen, zu wirken; mit Verstand und Vernunft.
Kein höheres Selbst oder Weltgewissen bringt ihm Frieden,
Sondern schöpferischer Eigenwille, das sei seine Zunft.

Eine Handvoll Sterne sehe ich noch blinken,
Bevor ich erblicke der Sonne würdigen Lauf.
Mit einem letzten Gruße die Gestirne mir winken,
Lustvoll und mit Mut am Ungewissen breche ich auf.

Vergessen wir nicht unser heiliges Schicksalsgewand,
Wohl dem, der unsere Ahnen ehrt und gedenkt.
Wer kämpfend schützt unser Deutsches Vaterland,
Dem sei Freiheit und Zukunft, dem sei Heimat geschenkt!