Deutsche Dichter & Denker

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Vom Unterschied zwischen Fortschritt und Wandel

Vom Unterschied zwischen Fortschritt und Wandel

Fortschreiten und Wandeln
sind mit Vorsicht zu behandeln,
haben sie es doch inne,
uns‘re Sinne zu verschandeln.

Dem Fortschritt, der stetig vorwärts schreitet,
hat Erich Ernst Paul den Weg bereitet.
Mit vorwärts immer, rückwärts nimmer,
teilt der Ehebrecher sein Hirngeflimmer,
und begründet den Fortschritt als hohes Streben,
als Sinn und Ziel fürs ganze Leben.
Immerzu fort, ein Ziel gibt’s nicht,
ewiges Wachstum, das ist die Pflicht.

Vom Wenden und Winden her kommt der Wandel,
betreibt mit dem, was er hat, steten Handel,
er ackert und pflügt und wühlt und gräbt,
entdeckt und schafft Wunder aus der Erde die lebt,
bringt Dinge hervor, die einst vom Pflug der Zeit,
vergraben worden und heut wieder befreit.

Ein Fortgang hielte all die verscharrten Schätze,
Wissen, Erfindungen, Glaubenssätze,
auf ewig im Rad der Zeit gefangen,
Werte, die wir niemals zurückerlangen.

Man sagt der Fortschritt bringt mehr und mehr und mehr und mehr -
mehr Erkenntnis, mehr Freiheit, mehr Wissen, mehr Lehr,
er weite unsere Sinne unendlich stark aus
und bringe uns in Allem gar weit voraus.

Ich sehe das anders und sag auch warum,
ich schreite nicht fort, sondern wälze um,
ich jage den Fortschritt stets aus dem Haus,
denn ich glaub‘ er weidet uns immer mehr aus.