Deutsche Dichter & Denker

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Von den Bäumen

Von den Bäumen

Verwurzelt tief im Erdenreich
vereint mit ihm, so steh'n sie fest
daß nicht beim ersten Sturme gleich.
vom Platze sich vertreiben läßt

Die Borke stark umgibt den Stamm
den, wenn ich könnt', umschlingen wollt‘
Manch eingeritztes Monogramm
das wohl das Glück wem bringen soll‘t

Wer hat nicht schon vor Ehrfurcht stumm
zur Krone hoch hinaufgespäht
wen trieb nicht schon die Frage um
ob er des Baumes Alter rät'?

Seit allen Zeiten aber war
gewiß, daß Menschen ihn verwand
in allerlei Bereichen dar
Veredelt durch des Schreiners Hand

Die Hand des Menschen brachte ihn
so oft zu Fall, doch nicht vergebens
denn Schöpfergeist und Fleiß darin
macht ihn zum Sinn so manchen Lebens

So wurde durch des Schreiners Kunst
geformt manch rustikaler Schrank
Geschmackvoll und voll Innenbrunst
entstanden Tische, Stuhl und Bank

Und wandelt man im Buchenhain
ganz selig seines Wegs dahin
und ist mit ihnen ganz allein
so dringt ihr Flüstern in den Sinn

In Sommers Hitze spendet er
dir Schatten durch sein üppig grün
und klirrt des Winters Kälte sehr
die Scheite im Kamine glüh‘n

Wir betten uns‘re jüngsten leise
in einer Wiege, voller Stolz
und liegen selbst auf letzter Reise
zum Grab in einem Sarg aus Holz

Wir sehen hier ganz einfach eins
Wir können ohne Bäume nicht
ein Leben führ‘n- es wäre keins
drum sie zu ehren- uns‘re Pflicht