Deutsche Dichter & Denker

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Weltenbaum

Weltenbaum

Ich sah auch heute Nacht im Traum
den allergrößten Weihnachtsbaum!
Ich will es euch erzählen:
Der Baum stand tief im dunklen Grund
in schwarzer Nacht – und war nicht bunt,
wie der bei uns zuhause. –
Er wuchs empor aus Dunst und Grau
durch aller Himmel stolzen Bau
bis in die letzten Wolken.
Und der den Baum sich hat erdacht,
der stand von fern, – seht, es war Nacht,
ich konnt ihn nicht recht sehen.
Er gab dem Baume Frucht und Schein
und kleine Vogellieder.
Ich sah nun auch sein gut Gesicht.
Wo er hinblickte, ward es Licht,
es wurden lauter Sterne.
Da strahlt der Baum in dunkler Nacht
in tausendfältiger Sternenpracht.
Es war ein neuer Glanz.
Sie hingen in den Zweigen dicht
so Stern an Stern, als Weihnachtslicht,
und oben hing die Sonne.
Der Mond auch baumelt droben an!
Ich hab ihn lieb, den Gärtnersmann!
Der Baum war gar zu schön.
So sah ich heute Nacht im Traum
den großen, hehren Weltenbaum.
Hast du ihn auch gesehen?