Wo keine Wiegen stehn,
da rostet bald der Pflug,
wenn sich auch heut noch Äcker breiten
und hell die Sensen drüber gleiten,
wo keine Wiegen stehn,
wird jede Ernte Trug.
Wo keine Wiegen stehn,
wird auch das Schwert verlacht,
und mögen noch so stolze Bauten ragen,
und Männer sieggewiß das Banner tragen,
wo keine Wiegen stehn,
verliert das Schwert die Macht.
Wo keine Wiegen stehn,
wird jedes Beten Spott.
Ob auch die Dome widerklingen
und Fromme ihre Opfer bringen,
wo keine Wiegen stehn,
da schweigt auch Gott!
Deutsche Dichter & Denker
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