Ich seh mein Volk auf fremdes Feld
hinausgesät in alle Welt.
Und selbst des Todfeinds beste Saat
ist deutsches Blut, Geist, Mut und Tat.
Soll je die deutsche Not sich mindern,
schaff eignen Raum, Volk, deinen Kindern.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Wer Sein Kind nicht weinen sehen kann,
hat kein Vertrauen zu seinem Blute.
Wer seinem Kinde mit leichter Mühe alle Tränen ersparen kann,
ist derhalben noch kein besserer Erzieher und braucht sich um nichts klüger zu dünken.
Bequeme Kinder sind Armutszeugnisse der Natur!
Die Crux der Wahrheit ist,
daß die Lüge ihre Mitarbeiter
besser bezahlt!
Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen,
deswegen haltet euch nicht wie Schlaraffen;
harte Bissen gibt es zu kauen:
wir müssen erwürgen oder sie verdauen!
Dies über alles: Bleib dir selber treu,
verleugne deine Überzeugung nicht,
doch halte streng auch über sie Gericht,
daß nicht für Weizen dir gilt, was nur Spreu.
Vor jeder Lüge hege heilge Scheu,
wäg ab die Worte, die die Zunge spricht,
und überlaß die Heuchelei dem Wicht!
So nur ersparest du dir Scham und Reu.
Auf deinem Innern nur beruht dein Wert;
nur was du wahrhaft bist, das woll auch sein,
gleichviel, ob man dich tadelt oder ehrt!
So wahrest du dir frei dein gutes Recht,
hast nichts mit Falschheit oder Trug gemein
und dienest nicht der Welt als feiger Knecht!
. . . Keiner weiß, wo es anfängt, keiner, wo es aufhört. Es hat keine Grenzen in dieser Welt . . . Man hat es im Herzen . . oder man findet es nirgends und nie . . .
Sie gehen durch das Land und sind nicht tot.
Wir fühlen sie in jedem Atemzug,
In unsrer Kraft, im Wollen und im Streben,
In unsrer Seele tiefem Morgenrot,
In unsres Volkes steilem Sonnenflug,
Und unsre Herzen wissen, daß sie leben.
Sie leben
In jeder Fahne, der wir folgten,
Sie leben
In jedem Stahl, in jeder Faust.
Sie leben
In allen Stürmen, die uns grau umwolkten,
Die peitschend über Deutschland hingebraust.
Sie leben
In der Mütter stillen Tränen,
Sie leben
In der Jugend heißem Dank,
Sie leben
Im Glauben, Kämpfen, Hoffen und im Sehnen,
Im deutschen Herzen als Fanfarenklang.
Sie haben uns die Kraft zum Sieg gegeben:
Sie leben!
Sie gehen durch das Land und sind nicht tot.
Sie sind uns Mahnung und sie sind uns Pflicht,
Wir Lebenden sind großer Helden Erben.
Wo ihr Gedenken hell als Flamme loht,
Führt unser Weg durch Nacht und Leid zum Licht.
So sind sie Deutschland. Deutschland wird nie sterben!
O wie viel neue Feinde der Wahrheit!
Mir blutet die Seele,
seh ich das Eulengeschlecht,
das zu dem Lichte sich drängt.
Zwischen Sonnenschein und Blitzen,
zwischen Schlacke und Gestalt,
Untergang und Krokusspitzen
schwingt des Lebens Allgewalt.-
Suche deinen Füßen Halt.
Lausche den verborgnen Quellen.
Laß dir nie den Stern verstellen!
Selbst ein Stern, der helle strahlt!
Wir wollen nicht in Demut knien, wir lieben unsre Feinde nicht. Wir wollen Stolz des Weges ziehen durch Finsternis zum neuen Licht. Wir künden Kampf der fremden Lehre, die aus dem Osten zu uns kam, die schändete der Ahnen Ehre und uns das hehrste Erbe nahm. Wer Freiheit will, muß ehrlich hassen jedwedem, dem die Knechtschaft recht. Drum müssen wir die Lehre lassen, die Haß verpönt als Schlimm und Schlecht. Wir folgen unsres Blutes Mahnen, wir schreiten stolz durch Not und Schmach, und knüpfen neu mit fernen Ahnen die Kette, die einst jäh zerbrach. Wir wollen nicht in Demut knien!
Wo der Weg am härtesten ist,
da gehe hin,
und was die Welt wegwirft,
des nimm dich an!
Herz, mein Herz, was soll das geben?
Was bedränget dich so sehr?
Welch ein fremdes, neues Leben !
Ich erkenne dich nicht mehr.
Weg ist alles was du liebtest,
Weg, warum du dich betrübtest,
Weg dein Fleiß und deine Ruh -
Ach, wie kamst du nur dazu !
Fesselt dich die Jugendblüte,
Diese liebliche Gestalt,
Dieser Blick voll Treu und Güte
Mit unendlicher Gewalt?
Will ich rasch mich ihr entziehen,
Mich ermannen, ihr entfliehen,
Führet mich im Augenblick,
Ach, mein Weg zu ihr zurück.
Und an diesem Zauberfädchen,
Das sich nicht zerreißen lässt,
Hält das liebe lose Mädchen
Mich so wider Willen fest;
Muss in ihrem Zauberkreise
Leben nun auf ihre Weise.
Die Veränderung, ach, wie groß!
Liebe! Liebe! Laß mich los!
Wenn Jugend schon die Köpfe senkt,
wenn Jugend nicht mehr vorwärts drängt,
wenn Jugend nicht mehr Fesseln sprengt,
wenn Jugend nur noch Tugend hat,
dann wird das Leben schmal und leer,
dann wird es feig und satt und matt,
dann hat die Tugend keine Jugend mehr!
Gewaltig klingt aus fernen, fernen Tagen
Ein unvergänglich Lied in unsre Zeit,
Das ist so voll von Sehnen, Suchen, Sagen,
Von Kampf und Streben nach Vollkommenheit,
Vom ew'gen Forschen nach dem Sinn des Lebens,
Daß es zutiefst uns an die Seele rührt,
Weil es, ein Abbild unsres eignen Strebens,
Uns zu den Quellen unsres Blutes führt!
Jahr: 1899-1965
Laß mich gehn Mutter laß mich gehn
all das Weinen kann uns nichts mehr nützen
denn wir gehn, das Vaterland zu schützen
Laß mich gehn Mutter laß mich gehn
deinen letzten Gruß will ich vom Mund dir küssen
Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen!
Wir sind frei, Vater, wir sind frei
tief im Herzen brennt das heiße Leben
frei wär´n wir nicht, könnten wir´s nicht geben
wir sind frei, Vater, wir sind frei
Selber riefst du einst in Kugelgüssen
Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen!
Nun lebt wohl, ihr Menschen, nun lebt wohl
und wenn wir für euere Zukunft fallen
soll als letzter Gruß zu euch es hallen
Nun lebt wohl, ihr Menschen, nun lebt wohl
Ein freier Deutscher kennt kein kaltes Müssen
Deutschland soll leben und wenn wir sterben müssen!
Wirf deine Fahne ins Getümmel
und hole kämpfend sie zurück,
und schamrot machst du jeden Lümmel
und leistet dir dein Probestück!
Die Heimat lädt dich ein.
Sei zu ihr lieb!
Es könnte einmal sein,
Es könnte einmal sein,
Daß nichts dir blieb;
Daß Lockung log und Glast,
Die Ferne starrt so leer;
Was du gewonnen hast,
Was du gewonnen hast,
Kennst du nicht mehr.
Die Heimat ließ dich nicht!
Und sei es, daß du erst
Zu ihr im Abendlicht,
Zu ihr im Abendlicht
Aufatmend kehrst.
Sie zeigt mit keuscher Kraft
Dir ihre traute Welt,
Und drüber riesenhaft,
Und drüber riesenhaft
Ihr Sternenzelt!
Ein Hund wäscht den anderen,
oder:
Morgenhund hat Gold im Mund
oder:
Der Glückliche schlägt keine Hunde
oder aber:
Ich sei, gewährt mir die Bitte, bei euren Hunden der Dritte.
In München sind viele gefallen,
In München warn viele dabei,
Es traf vor der Feldherrenhalle
Deutsche Helden das tödliche Blei.
Sie kämpften für Deutschland Erwachen,
Im Glauben an eine Mission!
Marschierten mit Todesverachten
In das Feuer der Reaktion!
In München sind viele gefallen
Für Ehre, für Freiheit und Brot!
Es traf vor der Feldherrenhalle
Sechzehn Männer der Märtyrertod!
Für meine Deutschen bin ich geboren, ihnen möchte ich auch dienen...Ich kann es ja nicht lassen, ich muß mich sorgen um das arme, elende, verlassene, verachtete, verratene und verkaufte Deutschland, dem ich ja kein Arges, sondern alles Gute gönne, als ich schuldig bin meinen lieben Vaterland!
Laßt sie von Land zu Lande wallen,
Die Glut, die uns solch Heil gebar;
Laßt alle, alle Tempel fallen,
Doch jede Seele werd' Altar.
Mehr Licht! Nur Licht kann uns erretten,
Nur Feuer tilgt das Mal der Ketten,
Das Feuer halte sein Gericht.
Auf Feuer will die Freiheit betten:
Bewahrt das Feuer und das Licht!
In der Brigittenau bei Wien wogt fahles, dürres Gras im Winde,
Und wenn wir suchend niederknien und streichen es beiseit gelinde
Mit düstrem Blick und bleichem Mund, in wehmutsvollem, weichem Mute,
So finden wir den Fleck im Grund, der dunkel ist von edlem Blute,
Den Fleck, auf den wir schmerzerfüllt mit stummem Fluch die Lippen pressen,
Weil hier als Held geendet hat ein Mann, den nimmer wir vergessen:
Ein schlichtes Kind des Volkes nur, kein stolzer Sproß von hohem Adel,
Doch treu bis in den Tod dem Schwur, ein Ritter ohne Furcht und Tadel,
Ein Mann von echtem Schrot und Korn, der nie geschwankt und nie geheuchelt
Und den der Soldateska Zorn standrechtlich und brutal gemeuchelt.
Der Mann, der seinen Tod befahl in jenen herbstlich-düstren Tagen.
War ein stupider Korporal trotz aller Stickerei am Kragen,
Das aber hat er doch gefühlt mit dem Instinkte der Beschränkten,
Daß er sein Mütchen hier gekühlt am Mann der Armen und Gekränkten,
Daß er verlöscht ein edles Licht und daß die Schüsse seiner Henker
Ein Faustschlag waren ins Gesicht des Volks der Dichter und der Denker.
Es brachte Ehre ein und Ruhm den grinsenden Gamaschenknöpfen,
Daß sie gefällt den Robert Blum, den edelsten von allen Köpfen.
Doch weiter hat sie nichts erreicht, die Tat besternter Henkersknechte,
Denn vor des Volkes Droh’n erbleicht, was Todfeind seiner ew’gen Rechte.
Und ob sie noch so patzig auch auf ihre Bajonette pochen –
Sie zittern doch vor jedem Hauch, es sitzt das Graun in ihren Knochen.
Und dieses Volk, das wie die Flut die höchsten Dämme weggefressen,
Hat seiner edlen Opfer Blut, hat seine Toten nicht vergessen
Und nennt sein bestes Eigentum die stummen, tiefen, wilden Schmerzen,
Die um den braven Robert Blum es eingepflanzt Millionen Herzen.
Und wenn seitdem es wie ein Fluch auf Habsburg liegt und seiner Sippe,
Wenn rastlos der Geschichte Buch von denen mit der dicken Lippe
Tragödien nur zu melden weiß, wie kein Poet sie je erdichtet,
Tragödien düster, wild und heiß, so hat die Nemesis gerichtet,
Die jeden Frevel rächt und sühnt, den man verübt frivolen Mutes
Und die zu strafen sich erkühnt auch Erben kaiserlichen Blutes.
Doch sie ist streng nicht bloß, auch mild: im Namen der gewalt’gen Dreiheit
Legt einen Kranz sie um das Bild des Märtyrers der deutschen Freiheit!
Jahr: 1848
Am allerwenigsten konnten sie die Stille ertragen.
Denn in der Stille überfiel sie Angst, weil sie ahnten,
was in Wirklichkeit mit ihrem Leben geschah.
Darum machten sie Lärm, wann immer Stille drohte.
Der Jugend wird oft der Vorwurf gemacht, sie glaube immer, daß die Welt mit ihr erst anfange.
Wahr.
Aber das Alter glaubt öfter, daß mit ihm die Welt aufhöre.
Was ist schlimmer?
Noch eh der erste Hahnenschrei verklungen,
Erhebt der Wandervogel sich vom Stroh,
In seinen klaren Augen blitz es froh,
Denn heute wird gewandert und gesungen.
Wie flieht die Zeit beim Wandern und beim Schauen!
Am Bache wird ein warmes Mahl bereitet,
Des Feuers Knistern mit Gesang begleitet.
Und weiter geht’s durch Fluren und durch Auen.
Wenn dann die Sonne hinterm Berg verschwunden,
Wenn dann die Müdigkeit ihn übermannt,
Sein fröhlich Herz ist jedem ja bekannt,
Ein schützend Obdach hat er bald gefunden.
So spart es für des Alltags Treiben
Ein Füllhorn goldner Lieder auf,
Die stets ihm in Erinnerung bleiben,
Und schmücken seinen Lebenslauf.
Jahr: 1911
Sei gesegnet ohne Ende,
Deutsche Heimat wunderhold!
Freundlich schmücken dein Gelände
Tannengrün und Ährengold.
Deutsche Arbeit ernst und redlich,
Deutsche Liebe zart und weich –
Vaterland, wie bist du herrlich,
Gott mit dir, Deutschösterreich!
Keine Willkür, keine Knechte,
Off’ne Bahn für jede Kraft!
Gleiche Pflichten, gleiche Rechte,
Frei die Kunst und Wissenschaft!
Starken Mutes, festen Blickes,
Trotzend jedem Schicksalsstreich
Steig empor den Pfad des Glückes,
Gott mit dir, Deutschösterreich!
Osterland bist du geheißen
Und von Osten kommt das Licht.
Nacht und Finsternis zerreißen,
Wenn es durch die Wolken bricht.
Seht verklärten Angesichtes
Den ersehnten Tag vor euch!
Land der Freiheit, Land des Lichtes,
Gott mit dir, Deutschösterreich!
Laßt, durch keinen Zwist geschieden,
Uns nach einem Ziele schau’n,
Laßt in Eintracht und in Frieden
Uns am Heil der Zukunft bau’n!
Uns’res Volkes starke Jugend
Werde ihren Ahnen gleich,
Sei gesegnet, Heimaterde,
Gott mit dir, mein Österreich!
Jahr: 1919
Zensur ist das zuverlässigste Anzeichen
von Hilflosigkeit und Existenzangst
staatlicher Herrschaft!
Jahr: 1819
Fremd sein in der Fremde ist hart,
fremd sein in der Heimat grausam!
Festen Mut in schwerem Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
W a h r h e i t gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut, –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!
Das ist des Daseins letzter, tiefster Sinn,
Stets strebend sich Vollendung zu erringen
Und auf dem Weg zu diesem Ziele hin
In Kampf und Not ein frohes Lied zu singen.
Denn dann nur hat das Leben wahren Wert,
Wenn du bereit, es lachend hinzugeben
Für heil'ge Dinge, die dein Herz begehrt -
Den Tod zu lieben, auf daß Freie leben!
Ein Sekundaner, sechzehn Jahr,
steht im Bezirksgedräng –
Der Stabsarzt sagt ihm klipp und klar:
Die Brust ist viel zu eng! –
Für eine Kugel breit genug,
sagt keck der junge Schneuz,
Und wenn es Gott im Himmel will,
auch für ein Eisern Kreuz!
Was ist Vergehn und Sterben?
Immer behält das Leben sein heiliges Recht.
Was es dem einzelnen nahm, schenkt es neu dem Geschlecht,
Lange Versunkenes lebt und kehrt wieder im Erben
Ihr im Licht uns Entschwundene –
Nie mehr kehrt ihr zu irdischer Wanderschaft.
Aber ihr nähret die Flamme, ihr hütet die Kraft,
Ewig tief uns verbundene.
Ihr aber, Mütter auf Erden
Last und Gnade euer beseligtes Los:
Heiliges Erbe tragt ihr glühend im Schoß,
Und das ewig junge, das göttliche Werde!
Denn der Mensch,
der zur schwankenden Zeit auch schwankend gesinnt ist,
der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter;
Aber wer fest auf dem Sinne beharrt,
der bildet die Welt sich!
Noch ist die Sonne warm
aber die Schwalben verschwunden
und die Stare sammeln sich
noch ist der Himmel kalt
aber das Obst fällt von den Bäumen
und nachts stehen die Sterne kalt in den Räumen
Noch gehen die Blumen im Winde hin und her
aber der Wind ist kühl
und die Bienen fliegen nicht mehr
früh sinkt die Sonne
und spät siegt ihr Licht
die Stunde des Nebels macht alles zunicht.
Und fragst Du mich, wie wir das ändern,
der Ort ist hier und nicht in aller Herren Ländern.
Und fragst Du mich, ob ich das Land verlasse,
so sage ich nein, denn hier ist alles, was ich hasse!
Jahr: 1968
Mir scheint die Zeit ein Schatz, der täglich abnimmt.
Wir haben wenig und verlieren viel,
wenn wir nicht jeden Tag als Baustein nutzen!
Wandel und Wende kennen wohl Blüte und Blatt,
Tage der Erde wissen von Anfang und Ende, -
Wer den Funken vom ewigen Feuer hat,
Lächelt der Jahre und weiß nicht von Wandel und Wende!
Völker verwehen wie Blätter vom Sturme gefegt,
Weltbrand lodert, und Tod hält Ernten auf Erden,
Wer den Funken vom heiligen Feuer trägt,
Kennt kein Vergehen und weiß nur vom ewigen Werden!
Hinaus, mein Herz, in freie Luft
Die Waffe klirrt, die Trommel ruft
Die Toten sind erstanden
Der Tag der Freiheit naht heran
Er ist's, denn blutig bricht er an
Er flammt von Land zu Landen
Heraus, du freies deutsches Wort
Du mächt'ger Nibelungenhort
Heraus, du rost'ge Schneide
Dein Rost wird weichen im Gefecht
Heraus, du mein lebendig Recht
Du meine Augenweide
Und ob auch los die Hölle sei
Wir leben frei, wir sterben frei
Wir siegen oder fallen
Steig auf, du Führer unsrer Schar
Steig auf, du freier deutscher Aar
Du herrlichster von allen
Jahr: 1848
Am Ende des Tages,
wenn der Sturm sich legt,
sind all die toten Äste
des Baumes weggefegt,
und düngen den Boden,
welchen der Wind
mit neuem Leben besät!
In dieser Stunde der Weltenwende,
In dieser Stunde grellen Zwielichts,
In dieser Zeit aller Widersprüche
Erheb ich mein Wort, den hellen Zuruf:
Laßt uns vertrauen dem waltenden Sinne,
Vertrauen dem, was Sich entzieht der Erkenntnis,
Vertrauen, der stillen Kraft unseres Wesens,
Vertrauen, der treuen Kraft unseres Volkes,
Vertrauen dem Jungen, das herrisch heraufsteigt,
Und auch dem Alten, das wirkend fortlebt.
Vertrauen Selbst noch den Untergängen,
Die sich geheim verwandeln und wirken
Und Neues gebären nach stillem Ratschluß!
Wissen möcht' ich nur, wie lange
Ich dir spielen könnt' im Haar,
Oder streicheln an der Wange,
Oder sehn ins Augenpaar;
Wissen möcht' ich, ob auf Erden
Noch ein solches Spiel es giebt.
Das man, ohne müde werden,
Treiben kann als wie man liebt!