Deutsches Volk, du konntest fallen,
Aber sinken kannst du nicht!
Jahr: 1791-1813
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Deutsches Volk, du konntest fallen,
Aber sinken kannst du nicht!
Allgewaltig, allzermalmend
Donnert die Lawine hin,
Eine zarte, weiche Flocke
War sie im Beginn.
Und das Weh, das mich zertrümmert,
Das entsetzliche Geschick,
War im Anfang nur ein stiller,
Kaum verstandner Blick!
Wer Opfer heut
Zu bringen scheut,
Verdient erst seine Bande.
Der Wald ist frei!
Das Holz herbei,
Und schichtet es zum Brande!
Doch bleiben wir
Im Buschrevier
Am Tage noch im stillen,
Und Männer stellen wir zur Hut
Um eurer Sorge willen.
Dann aber laßt mit frischem Mut
Uns unsre Pflicht erfüllen!
Was hat die Welt für wahre Freude,
Ist alles, was sie gibt, nicht Schein?
Ist nicht ihr Glück ein schwach Gebäude,
Das über Nacht vielleicht stürzt ein?
Freund, wer ein Lump ist, bleibt ein Lump,
Zu Wagen, Pferd und Fuße;
Drum glaub' an keinen Lumpen je,
An keines Lumpen Buße!
Wer den Blick nie ins Weite,
Unendliche lenkt,
wird kurzsichtig,
und wer immer nach den Wolken guckt,
stolpert über die Steine!
Daß Leute, die so erstaunlich lesen, oft so schlechte Denker sind, kann seinen Grund ebenfalls in der Beschaffenheit unseres Gehirns haben. Es ist ja wahrhaftig nicht einerlei, ob ich einen Satz ohne Mühe lerne, oder ob ich selbst nach meinem System endlich darauf komme. Beim letzteren hat alles Wurzeln, beim ersteren ist es bloß angeklebt.
Das Glück, das immer vor mir schwand,
Das ich verfolgte sonder Ruh', –
Erreicht nun hab ich's ganz erkannt:
Das Glück – bist du! –
Von lauter Geiste die Natur durchdrungen,
Wie würde sie nicht durch den Geist bezwungen?
Wenn sich getrennte Kräfte wiederkennen,
Auf ein Erinnrungswort entbrennen,
Die Krankheit weicht, das Blut sich plötzlich stillt:
Sie leugnen's, ob es gleich, du weißt, kein Wunder gilt.
Laß die Schwachmatiker nur immer räsonieren,
Und rechn' es ihnen allzu hoch nicht an!
Denn, wenn sie Gott und die Natur bornieren -
Es streckt sich keiner länger als er kann!
Wenn der uralte
Heilige Vater
Mit gelassener Hand
Aus rollenden Wolken
Segnende Blitze
Über die Erde sät,
Küß ich den letzten
Saum seines Kleides,
Kindliche Schauer
Treu in der Brust.
Denn mit Göttern
Soll sich nicht messen
Irgendein Mensch
Hebt er sich aufwärts
Und berührt
Mit dem Scheitel die Sterne,
Nirgends haften dann
Die unsichern Sohlen,
Und mit ihm spielen
Wolken und Winde.
Steht er mit festen,
Markigen Knochen
Auf der wohlgegründeten,
Dauernden Erde,
Reicht er nicht auf,
Nur mit der Eiche
Oder der Rebe
Sich zu vergleichen.
Was unterscheidet
Götter von Menschen?
Daß viele Wellen
Vor jenen wandeln,
Ein ewiger Strom:
Uns hebt die Welle,
Verschlingt die Welle,
Und wir versinken.
Ein kleiner Ring
Begrenzt unser Leben,
Und viele Geschlechter
Reihen sich dauernd
An ihres Daseins
Unendliche Kette!
Der göttliche Baumeister der Erde hat die Menschheit nicht geschaffen
als ein gleichförmiges Ganzes.
Er gab den Völkern verschiedene Blutströme,
er gab ihnen als Heiligthum ihrer Seele ihre Muttersprache.
Aus vergangener Zeit,
aus gelebtem Leid,
aus Not und Darben,
aus Ährengarben,
aus Hunger und Sorgen
wächst unseres Volkes
ewiger Morgen!
Ich habe mir den Abend, ach, so wundervoll gedacht,
jedoch das Schicksal hat ihn mir komplett kaputtgemacht.
Der Himmel hängt voll grauer Tränensäcke.
Ein Windbeinkleid pfeift stürmisch um die Ecke.
Die Zitterpappel zittert mit dem Hinterteil.
Die Trauerweide grüßt mich: Trauerweidmannsheil!
Es schluchzt die Nachtigall beim Mondenscheine,
sie klagt so über Nachtigallensteine.
Auch die Glühwürmchen funktionieren nicht,
dieweil es ihnen an dem Hinterlicht gebricht.
Und dann die Mücken - Mücken -, nichts als Mücken.
Man soll's nicht glauben, wie die Mücken jücken.
Sogar der gute Mond nimmt ab - statt zu,
und über allen Wipfeln ist mehr Un- als Ruh.
Im Teiche höre ich die bösen Unken unken.
Es klingt, als lachten sie mich aus, diese Halunken.
Doch tröst ich mich: O armes Herz, verzage nicht.
Der Esel geht so lang zum Brunnen, bis er bricht.
Ganz verborgen im Wald kenn ich ein Plätzchen, da stehet
Eine Buche, man sieht schöner im Bilde sie nicht.
Rein und glatt, in gediegenem Wuchs erhebt sie sich einzeln,
Keiner der Nachbarn rührt ihr an den seidenen Schmuck.
Rings, so weit sein Gezweig der stattliche Baum ausbreitet,
Grünet der Rasen, das Aug still zu erquicken, umher;
Gleich nach allen Seiten umzirkt er den Stamm in der Mitte;
Kunstlos schuf die Natur selber dies liebliche Rund.
Zartes Gebüsch umkränzet es erst; hochstämmige Bäume,
Folgend in dichtem Gedräng, wehren dem himmlischen Blau.
Neben der dunkleren Fülle des Eichbaums wieget die Birke
Ihr jungfräuliches Haupt schüchtern im goldenen Licht.
Nur wo, verdeckt vom Felsen, der Fußsteig jäh sich hinabschlingt,
Lässet die Hellung mich ahnen das offene Feld.
- Als ich unlängst einsam, von neuen Gestalten des Sommers
Ab dem Pfade gelockt, dort im Gebüsch mich verlor,
Führt' ein freundlicher Geist, des Hains auflauschende Gottheit,
Hier mich zum erstenmal, plötzlich, den Staunenden, ein.
Welch Entzücken! Es war um die hohe Stunde des Mittags,
Lautlos alles, es schwieg selber der Vogel im Laub.
Und ich zauderte noch, auf den zierlichen Teppich zu treten;
Festlich empfing er den Fuß, leise beschritt ich ihn nur.
Jetzo, gelehnt an den Stamm (er trägt sein breites Gewölbe
Nicht zu hoch), ließ ich rundum die Augen ergehn,
Wo den beschatteten Kreis die feurig strahlende Sonne,
Fast gleich messend umher, säumte mit blendendem Rand.
Aber ich stand und rührte mich nicht; dämonischer Stille,
Unergründlicher Ruh lauschte mein innerer Sinn.
Eingeschlossen mit dir in diesem sonnigen Zauber-
Gürtel, o Einsamkeit, fühlt ich und dachte nur dich!
Das ist das Beste, was ich Dir wünschen kann.
Werde kein Rohr, das im Winde sich biegt,
Werde fest und hart, daß Dich nichts unterkriegt.
Kopf hoch! Und wenn auch Stürme gehen,
Ein Mann muß aufrecht im Sturme stehen.
Der darf nicht ducken. Der darf nicht weichen
Vor des Schicksals tüchtigen Streichen.
Pack alles mit harten Fäusten an.
Junge, werde ein Mann!
Einst sah ich meines Leben,
der Andern ist nicht mei,
nun wollt ich gar Bestreben,
in Freiheit "vogelfrei".
Sollt Jed mich täglich jagen,
dies ist nun meiner Will,
möcht immer es ertragen,
bis hin zur eigen Still.
Und sollt ich Ruh begreifen,
so wisse ich in mir,
das Augenlicht entweichen,
ich lebte frei, im Jetzt und Hier!
Der Funker ruft die tap'ren Seelen,
Die treu zum Vaterlande stehen.
Verlass mir bloß die Heimat nicht,
Aufrecht ist nur, wer kämpft und ficht.
Ob Pommern, Sachsen, Bajuwaren,
Sie werden kämpfen und nicht klagen.
Die Brandenburger schwenken Fahnen,
Die uns alle zur Reinheit mahnen.
Sturmfest und auch erdverwachsen,
Das sind die guten Niedersachsen.
Die Hessen halten hoch in Ehren,
Die Faust geballt, werden nicht sterben.
Der größte Feind muss es einseh'n,
Thüringen wird nie um Gnade fleh'n.
Die Nordrhein-Westfalen, dieser starke Haufen,
Lehrt jedem Feind bloß wegzulaufen.
Mecklenburger, Rheinland-Pfälzer,
Holsteins Horden und Saarländer...
Weichen keinen Millimeter.
Fest verankert steht ein jeder,
Von den guten Kameraden.
Auch Sachsen-Anhalt wird es wagen.
Badenser und auch Württemberger,
Kämpfen mit Tiroler Herzen!
Heil dir, meine geliebte Heimat!
Heil dir, mein geliebtes Land!
Heil dir, Wiege meines Lebens...
Nur mit dir kann ich bestehen.
Heil euch, ihr guten Kameraden.
Heil euch, weil ihr zur Heimat steht.
Heil euch, weil ihr nicht weichen werdet,
Selbst wenn euch Sturm entgegenschlägt!
Hast du den Säugling gesehn, der, unbewußt noch der Liebe,
Die ihn wärmet und wiegt, schlafend von Arme zu Arm
Wandert, bis bei der Leidenschaft Ruf der Jüngling erwachet
Und des Bewußtseins Blitz dämmernd die Welt ihm erhellt?
Hast du die Mutter gesehn, wenn sie süßen Schlummer dem Liebling
Kauft mit dem eigenen Schlaf und für das Träumende sorgt,
Mit dem eigenen Leben ernährt die zitternde Flamme
Und mit der Sorge selbst sich für die Sorge belohnt?
Und du lästerst die große Natur, die, bald Kind und bald Mutter,
Jetzt empfänget, jetzt gibt, nur durch Bedürfnis besteht?
Selbstgenügsam willst du dem schönen Ring dich entziehen,
Der Geschöpf an Geschöpf reiht in vertraulichem Bund,
Willst, du Armer, stehen allein und allein durch dich selber,
Wenn durch der Kräfte Tausch selbst das Unendliche steht?
Als sie in Nürnberg saßen, die Großen zum Gericht,
fragten in Dresden die Mütter: Ruft man uns nicht?
Aus den Kellern wollen wir kriechen und starren in euer Gesicht.
Wir Rest der Mütter von Dresden; die anderen leben ja nicht.
Unmenschliches zu ahnden, so sagt ihr, sei eure Pflicht!
Da sind wir! Bessere Zeugen findet ihr nicht!
Wir starrten in unser Kinder verkohltes Angesicht.
In unseren Fingern zerfiel er, den wir geboren ins Licht.
Zu Nürnberg, ihr Großen, nun saßt ihr zu Gericht.
Ruft ihr die Mütter von Dresden nicht?
Segg, weißt du up de wide Welt
Dat Flag, wo`t jedenein geföllt,
Wo tru as Gold is jedes Wurt,
Kennst du dat Land, kennst du den Urt?
Min Pommernland, min Pommernland,
Dat is, dat is dat true Land.
Weißt du, wo`t schön, wo`t wunnerschön,
Wo blag dei Häwen, blag de See`n,
Wo Eiken sick an Eicken reihn,
Kennst du dat Land, hest du`t all seihn?
Min Pommernland, min Pommernland,
Dat is, dat is dat schöne Land.
Weißt du, wo ick eis buren bün,
Wo ick Beraup un Hüsung sünn,
Weist du, wen ick von Harten god
Un wen ick tru bliw bet in `n Dod?
Min Pommernland, de Waterkant,
Dat is min Leiw, min Heimatland!
Wer mit Ungeheuern kämpft,
mag zusehen,
daß er nicht dabei
zum Ungeheuer wird.
Wer Glückseligkeit erwartet, ist ein mit sich selbst und seiner ganzen Anlage unbekannter Tor;
es gibt keine Glückseligkeit, es ist keine Glückseligkeit möglich;
die Erwartung derselben, und ein Gott, den man ihr zufolge annimmt, sind Hirngespinste!
Wer sich zum Wurm macht,
kann nachher nicht klagen,
wenn er mit Füßen getreten wird.
Wieder einmal ausgeflogen,
Wieder einmal heimgekehrt;
Fand ich doch die alten Freunde
Und die Herzen unversehrt.
Wird uns wieder wohl vereinen
Frischer Ost und frischer West?
Auch die losesten der Vögel
Tragen allgemach zu Nest.
Immer schwerer wird das Päckchen,
Kaum noch trägt es sich allein;
Und in immer engre Fesseln
Schlinget uns die Heimat ein.
Und an seines Hauses Schwelle
Wird ein jeder festgebannt;
Aber Liebesfäden spinnen
Heimlich sich von Land zu Land!
Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese,
das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft
und die Tiere der Erde
und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
und wir schützen sie,
weil sie dem Volke gehört,
weil sie unserem Volke gehört!
Wer die Gesetze des Blutes nicht achtet, legt den Keim zum Untergang unseres Volkes!
Komm' her, mein Sohn, ich will dich Weisheit lehren:
Zuerst vor allem ist es deine Pflicht,
Du mußt den König und die Kirche ehren,
Denn ohne diese beiden geht es nicht. –
Dann mußt du mit der Polizei dich stellen
Auf guten Fuß – und mit den Hunden bellen
Nach Hundeart – doch darfst du unterdessen
Zurzeit dabei das Wedeln nicht vergessen. –
Fehlt auch der Schwanz, man kann es so schon machen
Und sichert sich dabei recht schöne Sachen
An Gunst und Geld, du siehst es ja bei mir. –
Zum Muster nimm dir auch das Schneckentier –
Durch Überhastung schadet man sich viel –
Wo du nicht geh'n kannst, kriech' gemach zum Ziel. –
Auch übe dich recht fleißig im Lavieren –
Dreht sich der Wind – du mußt es gleich verspüren
Und dich mitdreh'n – oft hält dies sehr genau –
Sei nicht zu hitzig, doch auch nicht zu lau. –
Hab' nie 'ne Meinung, die verstößt nach oben,
Und sei gewandt im Tadeln und im Loben,
Ganz selbstverständlich, wo's am Platze ist. –
Daß du dich stets gerierst als guter Christ,
Als Patriot und stramme Ordnungsstütze,
Ist unerläßlich und zu vielem nütze. –
Dann noch, mein Sohn, beherzige die Lehr':
Laß es an Lust und Müh' dir nicht verdrießen –
Der Anfang ist in allen Dingen schwer –
Sei nur beharrlich und du wirst genießen
Gar reichen Lohn, wenn erst die Ernte reif. –
Wahr' stets den Schein – doch auf die Skrupeln pfeif,
Denn was man so im Leben nennt Gewissen,
Ist für die Dummheit gut – drum sei beflissen,
Das Ding den andern fleißig vorzuführen,
Dich selber darf's in keinem Fall genieren,
Emporzuklimmen auf der Lebensbahn –
Das Wörtchen ›Ehre‹ ist ein bloßer Wahn. –
Anseh'n ist gut – doch besser ist das Geld,
Und bist du erst zur Million geschnellt,
Ich sag' es dir zu deinem Nutz und Frommen,
So werden leicht noch Millionen kommen,
Und alles and're kommt von selbst mit an: –
Die Titel, Orden und der Ehrenmann –
Magst du auch im geheimen drüber lachen –
Es hält die Welt gar viel auf solche Sachen. –
Du aber, Sohn, beherzige zum Schluß
Die Quintessenz von meinem ganzen Rat:
Der Weisheit A und O ist der Genuß –
Nach uns die Sündflut und – der Zukunftsstaat!
Solang du schimpfst und tobst und bellst,
Bleibst du dem Volk erfreulich.
Doch wenn du einfach Recht behältst,
Finden sie's unverzeihlich!
Und haben die Götter uns alle verlassen
und sind in ihr himmlisches Reich entflohn,
und sind wir zertreten von feindlichen Massen,
steht gegen uns der Erde Hassen,
sprüht gegen uns der Hölle Hohn.
Ob wir zerstampft, zermalmt, zerrieben,
ob uns die Menschheit von sich wies,
es ist uns einer doch geblieben:
Der Gott, der Eisen wachsen ließ!
Für die lernende Seele hat das Leben auch in seinen dunkelsten Stunden einen unendlichen Wert!
Auf zur Rache! auf zur Rache!
Erwache, edles Volk, erwache!
Erhebe lautes Kriegsgeschrei!
Laß in Thälern, laß auf Höhen
Der Freiheit stolze Fahnen wehen!
Die Schandeketten brich inzwei!
Denn der Satan ist gekommen,
Er hat sich Fleisch und Bein genommen
Und will der Herr der Erde sein,
Und die Weisheit tappt geblendet,
Und Mut und Ehre kriecht geschändet
Und will nicht in den Tod hinein;
Und die Wahrheit traur't verstummet,
Die brandgemalte Lüge summet
Frech jede große Tugend an,
Kühn durch Schwert und Henkerbeile
Meint sie, daß seine Donnerkeile
Der Himmel nicht mehr schwingen kann.
Drum zur Rache auf! zur Rache!
Erwache, edles Volk, erwache!
Und tilge weg des Teufels Spott!
Ist er stark durch Lügenkünste,
Du reiße höllische Gespinste
Inzwei durch deinen stärkern Gott:
Durch Gott, vor dem die Teufel zittern,
Wann wild in Schlachtenungewittern
Der Donner durch die Reihen fährt,
Wann die Freien fröhlich sterben,
Tyrannenschädel gleich den Scherben
Zersplittern durch der Tapfern Schwert.
Auf! es gilt die höchsten Fehden,
Die stummen Stöcke möchten reden,
Der stumme Stein Posaune sein,
Faule Berge sich bewegen,
Und ihr nur griffet nicht zum Degen?
Ihr wolltet faul zum Kampfe sein?
Auf! die Stunde hat geschlagen –
Mit Gott wir wollens wagen:
Frisch in den heil'gen Kampf hinein!
Laßt in Thälern, laßt auf Höhen
Die Fahnen hoch gen Himmel wehen!
Die Freiheit soll die Losung sein!
Der Mensch ist frei
Er kann sein Teil sich wählen
Er kann begeistert sein
Er kann die Sterne zählen,
Die mit des Lichtes Schein
Den ewgen Willen ihm vermählen,
Der Mensch ist frei,
Wo herrlich eine Flamme
Des Schöpfers glüht,
Ob sie vom Schwerte stamme
Ob aus dem Ölzweig blüht,
Da stürzt der Geist
Wie Meerflut aus dem Damme,
Und wenn er gleich manch friedlos Werk zerreißt
So keimt doch Segen aus der Zorngen Streit
Nach ewigen Gesetzen lebt die Zeit.
Und wie Gewitterwolken und die Blitze
Zur Erde niederschmettern
So auch der Krieg.
Weh wer mit feigem Witze,
Ein Obdach unter Eichen sucht vor Wettern,
Die Eiche und der Feige wird getroffen,
Was hat der Feige in der Welt zu hoffen
Er ist schon tot, er war von jeher tot
Und ewig stirbt er, sterben ist sein Leben,
Der sich entzieht dem heiligsten Gebet,
Dem wird kein Sieg je niederschweben!
Freiheit wünschest du dir, und klagst alltäglich und zürnest,
Daß dir Freiheit fehlt, über Despotengewalt? -
Lern entbehren, o Freund! Beut Trotz dem Schmerz und dem Tode!
Und kein Gott des Olymps fühlet sich freier, als du. -
Aber noch fragt dein Blick: Wie lern ich die schwerste der Künste,
Wie den erhabenen Trotz gegen den Schmerz und den Tod? -
Wirb bei der Mutter Vernunft um Tugend, die göttliche Tochter,
Wirb! - Und dein ist die Kunst, dein der erhabene Trotz!
Es gibt Momente im Leben der einzelnen Menschen, wie in dem ganzer Völker, wo alle Erfahrung, alle Geschichte umsonst zu ihnen spricht; gewisse Erfahrungen muß jeder einzelne machen und mehrmals machen.
In solchen Momenten werfen ganze Geschlechter das mühsam errungene Gewissen hin, um einem Wahne nachzujagen, den das nächste Geschlecht schon zu begreifen vergeblich sich müht!
Soll man dem Volke die Wahrheit sagen?
Gewiss!
Eine andere Frage freilich ist, ob man sie ihm sagen kann.
Du deutsches Volk,-
Erkenne deine Zeichen,
Es lösen sich die Fesseln schwerer Not –
Der Freiheits-Sonne
Muß die Knechtschaft weichen.-
Ein neues Deutschland
Grüßt das Morgenrot!
Der du mit dem Flammenspeere
Meiner Seele Eis zertheilt,
Dass sie brausend nun zum Meere
Ihrer höchsten Hoffnung eilt:
Heller stets und stets gesunder,
Frei im liebevollsten Muss: —
Also preist sie deine Wunder,
Schönster Januarius!
Wieviel Verantwortung für die Zukunft laden wir uns auf, wenn wir aus Feigheit schweigen und nicht handeln?
Genau dort, wo mit Nachdruck etwas verändert werden kann!
Jene Achtlosigkeit auf das, was unter unseren Augen vorgeht, und die künstliche Ableitung der allenfalls entstandenen Aufmerksamkeit auf andere Gegenstände wäre das Erwünschteste, was einem Feind unserer Selbständigkeit begegnen könnte. Ist er sicher. daß wir uns bei keinem Dinge etwas denken, so kann er eben, wie mit leblosen Werkzeugen, alles mit uns vornehmen, was er will; die Gedankenlosigkeit eben ist es, die sich an alles gewöhnt, wo aber der klare und umfassende Gedanke, und in diesem das Bild dessen, was sein sollte, immerfort wachsam bleibt, da kommt es zu keiner Gewöhnung.
Ein immerwährender Kalender
Sonntag. Deutschland pflegt sich -
Wohl zu besinnen.
Montag. Deutschland regt sich -
Was wird′s beginnen?
Dienstag. Deutschland trägt sich -
Mit großen Gedanken.
Mittwoch. Deutschland bewegt sich -
In gesetzlichen Schranken.
Donnerstag. Deutschland frägt sich -
Ob′s endlich soll?
Freitag. Deutschland schlägt sich -
Schlägt sich wie toll!
Sonnabend. Deutschland legt sich -
Zu Protokoll!
Die wildesten Konflikte des Herzens lösen sich nicht in Tränen und nicht in Blut, sondern nur im reinen Tau des Waldes!