Es schwanket der Jüngling auf tanzendem Roß:
Sag, Vater, wohin soll ich reiten?
Viel sind der Wege, die Erde ist groß,
und ich kann die Zeichen nicht deuten!
Der bärtige Alte, er zögert und spricht:
's ist leichter zu helfen, denn raten.
Doch rate ich, gehe nach Norden nicht,
dort triffst du nur Schluchten und Schatten!
Doch siehe, im Süden, da weiß ich von Wein
und dunkler Mädchen Gestalten.
Dort wirst du wohl gerne gesehen sein,
in den schattigen Schenken, den alten.
Oder ziehe nach Osten, gen Morgenland,
in's Reiche der Märchen und Träume.
An Fürsten verborge die Schwerterhand
gegen Gold und kostbare Steine.
Und locken dich Süden und Osten nicht,
so treibe dein Roß gegen Westen.
Dort Südliche Wärme und nordisches Licht
blinkt über den Erkern von Festen!
Der Jüngling noch zaudert, er zügelt den Hengst:
Mein Vater, noch die eine Frage:
Wie hattest du selber gewählt, an des längst
verflossenen Aufbruches Tage?
Der Alte, der wendet sich barsch und bang:
Ich selbst bin nach Norden geritten
und habe ein ganzes Leben lang –
vergeblich – für Deutschland gestritten!
Frei schnellen die Zügel, und los stiebt das Pferd –,
so liebt es ein Jüngling zu scheiden.
In der Faust schwenkt er grüßend sein blankes Schwert,
hoch her vom Kamm, wo die Wege sich scheiden.
Es schreit noch der Alte: Wie hast du gewählt?
Was ist Dir Dein Ziel nun geworden?
Der Jüngling er rufet, daß jauchzend es gellt:
Mein Vater, ich reite nach Norden!
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