Wenn die schweren Halme nicken,
Grille zirpt und Wachtel schlägt,
Eine Schar von Zottelwicken
Lilaton ins Grüne trägt,
Wenn die Hummel wie den Käfer
Treibt der Schwüle Goldgespinn,
Beugt sich gar der Siebenschläfer
Vor der schönen Schnitterin.
Sie verströmt sich in der Schärfe
Ihrer Sense, spiegelnd hell,
Ehe Sturm das Feld verwerfe,
Ehe Hagelschlag zerspell
Alles Sonnengold-Verwöhnte,
Holder Monde Fruchtgewinn,
Der sich zu dem Bild verschönte
Von der schönen Schnitterin.
Nichts verrät, daß sie erkenne,
Was am Halme wuseln mag,
Was sie schichte, was sie trenne,
Was dem kühnen Schwung erlag,
Zwischen Zug und kurzem Blinken,
Schamhaft wie der Klingenpinn,
Darf das Auge sich betrinken
An der schönen Schnitterin.
Deutsche Dichter & Denker
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