Am 21. Dezember 1945 kamen wir in Frankfurt an der Oder an.
Wir hatten eine fast 2000 Kilometer lange und 23 Tage dauernde Elendsfahrt im Güterwagen von Panfilowa, einem Torflager in der UdSSR, über Wladimir, Moskau, Minsk und Warschau hinter uns und sollten hier aus sowjetischer Gefangenschaft entlassen werden.
Von 32 Kameraden, die die Fahrt in unserem Waggon begonnen hatten, kamen nur noch 20 in Frankfurt an.
Zwölf starben unterwegs an Lungenentzündung, Durchfall oder körperlicher Schwäche.
Es war ein eisigkalter Winter, die Waggons waren nicht dicht, ein kleiner Blechofen konnte ihn nicht erwärmen, die hygienischen Verhältnisse waren nicht zu beschreiben.
Am Ofen lagen die Sterbenden.
Jeden Morgen lief ein Russe die Waggonreihe entlang und rief: Nix kaputt?
Die Toten wurden dann namenlos neben die Gleise gelegt und weiter ging die Fahrt.
Neben mir starb mein guter Kamerad Julius Ammann aus Bretten.
Er hatte sich so auf Weihnachten daheim gefreut.
Jahr: 1945