Deutsche Dichter & Denker

Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige!
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Leben

Leben

So ist's denn wahr,
ich witt're Gefahr
für Leib und Leben,
die Flügel im Gesichte blähen,
auf und nieder,
des Degens Hiebe
können mich nicht töten,
die Schmerzen, die mich durchströmen,
sind qualvoller als das Fegefeuer selbst.
Geb' dem Fährmann Geld
und ich gehe mit, erwart' den Tag
an dem ich mit Freuden sag:
Dies ist die Erfüllung aller Dinge
und vollkomm' sind meine Sinne.

Doch schauderts mir, schwant übles Werk,
diese Reise ist ohne Wiederkehr.
Ich träumt, mir erschien das Licht,
in diesem Traum verbleibe ich.
Es geht in mir hin und her,
täglich, nächtlich, allzu schwer,
ertragen tu ichs mit dem Wohle
denn weiß ich, was in mir wohne.

Peitscht mich aus bis Blute tropft,
zerrt an den Haaren, reiß ab den Schopf,
nehmt, ich geb' es gern,
meine Gedanken sind bei den Stern'.
Arm' und Bein' könnt ihr mir brechen,
mich mit dem spitzen Schwerte stechen,
keine Schmerzen kann ich noch empfinden,
denn's Glück ist mir von hinnen.
Diese Hülle mag Euch gehör'n,
mein Sein und Seele ihr nicht zerstör'n!

Ich bin und bleib auf ew'g verbunden
und blick zurück zu allen Stunden,
all das für mich lobenswert,
wenn ihr nicht verlogen wärt.
So liebe ich das Leben
und sprechet ihr noch mehr dagegen,
ich bin der Adler am Firmament
der mit allem dafür brennt!