Die Welt aus ihrem Schlaf erwacht,
Wie weht so kühl der Morgenwind!
Ich hab' geträumt die ganze Nacht
Von dir, von dir, mein schönes Kind.
Nun strahlt der Morgen hell herein,
Viel Ströme brausen durch's Gefild'
Und wieder denk' ich ganz allein
An dich, an dich, mein Engelbild.
Hell Glocken schallen durch den Wind,
Ein Jauchzen rings von allen Höh'n,
Mein Herz jauchzt mit: "O süßes Kind,
Wie liebst du mich so schön, so schön!"
O Welt, schau' nicht so spöttisch drein,
Weil ich so laut und fröhlich bin,
Schau' sie nur an, die Liebste mein,
Und sieh'! ihr Anblick reißt dich hin.
Mit deinen Thälern, deinen Höh'n,
Mit deiner Waldeseinsamkeit,
Wie bist auch du so schön, so schön,
O Welt, in dieser stillen Zeit.
Wie bist du prächtig ganz und gar,
Wie glänzt dein Auge ernst und mild,
Doch wie viel schöner ist fürwahr
Mein holdes, holdes Engelbild.
O Labyrinth von Lieb und Lust,
O wunderbares Labyrinth,
Komm, bade meine heiße Brust,
Du kühler, kühler Morgenwind.
Jahr: 1843 bis 1844