Die Uhr schlägt 12,
nun ist es Zeit
hinaus zu geh'n,geschwind.
Den Krug im Arm,
das Kleid es weht
im frischen Morgenwind.
Ganz heimlich,
schweigend in der Früh
geht manches Mägdelein
am Ostermorgen
in den Grund
zum klaren Brünnelein.
Nun fließt das Wasser plätschernd
in den kleinen bunten Krug.
"Noch etwas Nass für mein Gesicht,dann habe ich genug."
Es geht zurück
in's Häuschen klein,
bevor die Sonne lacht,
schweigend ohne Tropfen und dann haben sie's geschafft.
Doch mancher Bursch
ganz heimlich
die Mädchen schrecken will,
lacht und scherzt
ganz heidenfroh,
doch alle bleiben still.
Wenn's Mädchen spricht
und lachen muss,
dann ist es schon gescheh'n
doch Plapperwasser
hat kein Heil
und niemand will es seh'n.
Das Osterwasser
hält gesund
Gibt Schönheit für ein Jahr
" ein paar Tropfen für
mein Herzensbub,
macht manche Träume wahr."
Deutsche Dichter & Denker
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