Die Nacht ist warm und atmet leise,
gleichwie in tiefem Schlaf ein Kind,
von fern klingt eine Liebesweise,
leicht her geweht vom Abendwind.
Rings auf den Feldern stehen Garben,
es duftet schwer von Klee und Korn,
kein Bettler soll heut schuldlos darben,
breit strömt ein goldner Gnadenborn.
Aus wachen Schlaf ein Vogelrufen,
die Angst der jungen flüggen Brut,
ganz dumpf ein Klang von Pferdehufen -
und nun ist alles wieder gut.
Die Lichter brennen in den Hütten,
ein Kätzchen streicht um First und Baum,
und alles, was wir heut erlitten,
verweht in einen lichten Traum!
Deutsche Dichter & Denker
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