Das Hinschwinden des Mittelstandes, die Spaltung des Volkes in wenig Überreiche und zahllose Proletarier ist der vornehmste Weg, auf welchem die freien und in Blüte stehenden Nationen altern und verfallen!
Jahr: 1817
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Das Hinschwinden des Mittelstandes, die Spaltung des Volkes in wenig Überreiche und zahllose Proletarier ist der vornehmste Weg, auf welchem die freien und in Blüte stehenden Nationen altern und verfallen!
Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
vielgerühmtes Österreich.
Heiß umfehdet, wild umstritten
liegst dem Erdteil du inmitten,
einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
hoher Sendung Last getragen,
vielgeprüftes Österreich.
Mutig in die neuen Zeiten,
frei und gläubig sieh uns schreiten,
arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Einig laß in Brüderchören,
Vaterland, dir Treue schwören,
vielgeliebtes Österreich!
Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer.
Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde:
Ich, der Staat, bin das Volk.
Und ist das Reich zerschlagen
und wiederum dahin,
so hilft kein eitles Klagen.
Das brachte nie Gewinn.
So hilft kein Rückwärtsschauen,
kein Streit um Schimpf und Schuld.
So gilt es aufzubauen
mit ewiger Geduld.
Da legst du ohne Trauer
die Krone still beiseit
und bist nur noch der Bauer
im schlichten Bauernkleid.
Und wanderst hinterm Pferde,
die Hand an Pfluges Schaft.
Wer heimkehrt zu der Erde,
dem gibt sie ihre Kraft.
Und wer sich treu und wacker
bemüht mit frommer Tat,
dem gibt der alte Acker
sein Brot und neue Saat.
Es wird nicht lange dauern
- wie oft geschah es schon -
da holen sie den Bauern
vom Pfluge auf den Thron!
Schläft ein Lied in allen Dingen
die da träumen fort und fort,
und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.
Natur spricht laut in Wort und Schrift
Du mußt nur Windeswehen
Und Duft und Klang und Wald und Trift
Und Fels und Meer verstehen!
Ein jeder Baum, der braust in Wettern,
Und jede Blume auf der Flur,
Und jeder Zweig ist voll von Blättern
Der Offenbarung der Natur.
Auf jedem Blatt steht licht und offen:
"O glaub' an helle Frühlingsluft!"
Auf jedem Blatt steht grünes Hoffen,
Still flüsternd um die Blumenbrust.
Auf jedem Blatt steht groß geschrieben:
"Der Geist der Lieb' durchweht die Flur!"
Auf jedem Blatt steht: "Lieben! Lieben!"
Als Offenbarung der Natur!
Verhöhnt von feindlichen Gewalten,
Besiegt von wilder Übermacht,
Laßt uns das Zeichen heilig halten,
Das sonnengleich durchstrahlt die Nacht.
Es war in alten Vätertagen
Symbol des Werdens und des Lichts,
So laßt es uns in Ehren tragen
Zum Schrecken jedes dunklen Wichts.
Als Fehdezeichen soll erscheinen
Es gegen Mammonstrug und List,
Und stählen soll es und vereinen
Was deutschen Bluts und Sinnes ist!
Nach langem Winterschlaf erwache – oh Erde,
bring uns zartes Grün
und lass aus deinem Schoße sanfte,
die Frühlingsboten auferstehn.
Zu lange hast du starr gelegen,
nichts grünte, trugst ein weißes Kleid.
Die Sonne weckt mit ihrer Wärme
nun kommt sie die schöne Frühlingszeit.
An allen Hängen sieht man's blühen
in gelb und lila und in blau.
Der kalte Wind zieht ab gen Norden,
die Lüfte wehen mild und lau.
Wir freuen uns am neuen Leben,
genießen froh die schöne Zeit.
Wir sitzen gern auch mal im Garten,
bestaunen dieses bunte Kleid!
Bruder, du sollst tragen
und dein Letztes wagen,
Angel einer Welt sein,
Kraft und Heldentum.
Doch nur Zeichen ragen
uns die alten Sagen.
Bruder, du sollst Held sein,
aber ohne Ruhm.
Tage ungeheuer
merzen uns in Feuer;
Lichtlein, das will brennen,
stirbt in Brandes Bann.
Nicht Unsterblichkeiten
soll'n wir uns erstreiten;
ob wir sterben können,
schreit der Gott uns an.
Jeden Wunsch begraben,
den wir selber haben,
jedem Rufe flammen,
der Gemeinschaft heißt.
An dem ehern großen
Grab der Namenlosen
finden wir zusammen,
Ein im Einen Geist!
Dies hier der Block und dorten klafft die Gruft.
Laßt einmal noch mich atmen diese Luft,
Und meine Leichenrede selber halten.
Was schauet ihr mich an so grausenvoll?
Ich führte Krieg, wie jeder tut und soll,
Gen feindliche Gewalten.
Ich tat nur eben, was ihr alle tut,
Nur besser; drum, begehret ihr mein Blut,
So tut ihr gut.
Es sinnt Gewalt und List nur dies Geschlecht;
Was will, was soll, was heißet denn das Recht?
Hast du die Macht, du hast das Recht auf Erden.
Selbstsüchtig schuf der Stärkre das Gesetz,
Ein Schlächterbeil zugleich und Fangenetz
Für Schwächere zu werden.
Der Herrschaft Zauber aber ist das Geld:
Ich weiß mir Beßres nichts auf dieser Welt,
Als Gift und Geld.
Ich habe mich aus tiefer Schmach entrafft,
Vor Kindermärchen Ruhe mir geschafft,
Die Schrecken vor Gespenstern überwunden.
Das Gift erschleicht im Dunkeln Geld und Macht,
Ich hab es zum Genossen mir erdacht,
Und hab es gut befunden.
Hinunter stieß ich in das Schattenreich
Mann, Brüder, Vater, und ich ward zugleich
Geehrt und reich.
Drei Kinder waren annoch mir zur Last,
Drei Kinder meines Leibes; mir verhaßt,
Erschwerten sie mein Ziel mir zu erreichen.
Ich habe sie vergiftet, sie gesehn,
Zu mir um Hülfe rufend, untergehn,
Bald stumme, kalte Leichen.
Ich hielt die Leichen lang auf meinem Schoß,
Und schien mir, sie betrachtend tränenlos,
Erst stark und groß.
Nun frönt ich sicher heimlichem Genuß,
Mein Gift verwahrte mich vor Überdruß
Und ließ die Zeugen nach der Tat verschwinden.
Daß Lust am Gift, am Morden ich gewann,
Wer, was ich tat, erwägt und fassen kann,
Der wird's begreiflich finden.
Ich teilte Gift wie milde Spenden aus,
Und weilte lüstern Auges, wo im Haus
Der Tod hielt Schmaus.
Ich habe mich zu sicher nur geglaubt,
Und büß es billig mit dem eignen Haupt,
Daß ich der Vorsicht einmal mich begeben.
Den Fehl, den einen Fehl bereu ich nur,
Und gäbe, zu vertilgen dessen Spur,
Wie viele eurer Leben!
Du, schlachte mich nun ab, es muß ja sein.
Ich blicke starr und fest vom Rabenstein
Ins Nichts hinein!
Auch liegt mir Deutschland warm am Herzen:
Ich habe oft einen bittern Schmerz empfunden bei dem Gedanken an das deutsche Volk, das so achtbar im Einzelnen und so miserabel im Ganzen ist!
Die im Abgrund dennoch singen,
hingegeben an den Geist,
der im Kämpfen und Vollbringen
Glauben, nichts als Glauben heißt:
denen, Bruder, wird die Hände
unsres Gottes Güte weihen.
Bete um der Arbeit Spende,
bete für des Werks Gedeihen!
Bruder, soll der Angst Gebärde
alles sein, was uns verblieb?
Hab den Himmel, hab die Erde,
hab die alten Wälder lieb!
Säe, wo die Väter starben,
ernte, wo die Mütter ruhn,
und in jedes Bündel Garben
schließe ein dein gläubig Tun!
Gott hat unser Blut gebunden
an die Furche, die uns nährt,
wer in Arbeit Gott gefunden,
ist des Brotes Segen wert!
Diese Demut, Bruder, trage
tief in deine Seele ein
und du lernst mit einem Schlage
das Geheimnis, Volk zu sein!
Die Freude fällt uns in die Hände;
Die bloße Kunst nur, sich zu freu'n
Die will geübt, errungen sein!
Wenn sie auch jeder Narr verstände,
Dann wär sie für Weise nicht;
Die Freud' entflieht berauschten Tagen
Mit weggewandtem Angesicht.
Sie fliehet, weil wir nach ihr jagen,
Der Tor erlebt sie, fühlt sie nicht.
Sie liebt die stiller'n Seelenlagen,
Hebt Wehmuth selbst zu sich hinauf
Und sucht uns in bewölkten Tagen
In unser'm eig'nen Herzen auf!
Mächtig, wie einst seine tapferen Söhne,
fließen heute Deutschlands große Ströme
und bewahren alte Heldensagen,
aus Nordlands ruhmesvollen Tagen.
Keine Macht kann ihren Lauf bezwingen,
im steten Flusse sie um Freiheit ringen.
Auch uns wurde in die Hand gegeben,
frei, im Einklang mit Natur zu leben,
sich gleich einem Strome zu verbinden,
um zu alter Kraft zurückzufinden,
ehrenhaft zu streben nach Gerechtigkeit,
zum Lob und Ruhm der Ahnen alter Zeit.
Muttersprache, heiliger Herzenssang,
Keiner weiß, wie wunderhold dein Klang,
Als den heißer Sehnsucht Pein verzehrt,
Weil sie ihm verboten und verwehrt. —
Kein Gebet ist es und kein Gesang,
Das in fremder Sprache man erzwang.
Nicht Erlösung bringt der leere Schall,
Nicht erweckt er warmen Widerhall.
Denn die Seele weckt nur jener Laut,
Der dem Volke eigen und vertraut!
Heil eich, ihr deitschen Brüder !
Grüß Gott, viel tausend Mol !
Auf, auf singt deitsche Lieder,
deß rauscht ve Barg ze Tol.
Denn´s gilt ja onnrer Haamit
in alter deitscher Trei
Loßt´s weit in Land nei klinge,
deß mer Arzgebirger sei.
Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Mog aah der Stormwind sausen
huch drubn of freier Höh,
liegn Barg on Wälder draußen
versteckt in tiefen Schnee,
in onnre Elternhütten
do wuhnt Gemütlichkeit,
on alte deitsche Sitten
sei derham bei onnre Leit.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Trebbt aah es Schicksal immer
in framder Walt ons naus,
vergassen wolln mer´sch nimmer
es liebe Elternhaus.
Wu mir als klaane Gonge
ganz uhne Sorg on Müh
in Wald sei nausgespronge,
dorten zieht´s ons wieder hi.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Wos sister onnre Alten
bewahrt ons haben mei Tog,
do wolln mer fest drauf halten
of onnrer Muttersproch
denn´s is ja doch es beste,
es allerhöchste Gut,
onnrer alten deitschen Haamit
gilt der letzte Troppen Blut.
Deitsch on frei wolln mer sei
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei.
Komm, laß dich grüßen,
Steig auf am Seil!
Die Welt zu Füßen,
Heil, Wimpel, Heil!
Nun flattert's droben
Im Morgenschein.
Laßt uns geloben,
Ihm treu zu sein!
Und sei's ein Lappen,
Sei's güldner Flor:
Es trägt unser Wappen,
Wir stehen davor!
Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter. Wer sollte bei dem traurigen Ansehn desselben wohl denken, daß diese starren Äste, diese zackigen Zweige im nächsten Frühjahr wieder grünen, blühen, sodann Früchte tragen könnten, doch wir hoffen's, wir wissen's!
Ein ganzes Volk ohne Religion ist ein Phantom;
Es hat keins gegeben und es wird keins geben;
Und so ist auch der einzelne Mensch ohne Religion einem Phantome gleich zu achten;
Nur die Negation unterhält seine Form, sonst würde er in sich selbst zerrinnen!
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein Aug ist blau, und sanft mein Blick
Ich hab ein Herz
Das edel ist, und stolz, und gut
Ich bin ein deutsches Mädchen
Zorn blickt mein blaues Aug auf den
Es hasst mein Herz
Den, der sein Vaterland verkennt
Ich bin ein deutsches Mädchen
Erköhre mir kein ander Land
Zum Vaterland
Wär mir auch frei die grosse Wahl
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein hohes Auge blickt auch Spott
Blickt Spott auf den
Der Säumens macht bei dieser Wahl
Du bist kein deutscher Jüngling
Bist dieses lauen Säumens wert
Des Vaterland
Nicht wert, wenn du´s nicht liebst, wie ich
Du bist kein deutscher Jüngling
Mein ganzes Herz verachtet dich
Der´s Vaterland
Verkennt, dich Fremdling! und dich Tor
Ich bin ein deutsches Mädchen
Mein gutes, edles, stolzes Herz
Schlägt laut empor
Beim süssen Namen: Vaterland
So schlägt mirs einst beim Namen
Dess Jünglings nur, der stolz wie ich
Aufs Vaterland
Gut, edel ist, ein Deutscher ist!
Der Indianer,
der als erster den Columbus sah,
hat eine böse Entdeckung gemacht.
Für Freiheit ist man nie zu alt, für Veränderung nie zu jung!
Vaterland höre
wir rufens hinaus in die Welt
von Jubel der Freiheit geschwellt
Vaterland Vaterland
du sollst nimmer wanken
Als deine Söhne stehen wir
als deine Söhne feiern wir
bei den Flammen der Nacht
die Siege der Leipziger Schlacht
Vaterland höre
uns schwellen die Herzen vor Lust
und Ahnungen füllen die Brust
Vaterland Vaterland
du sollst auf uns bauen
Für deine Freiheit leben wir
für deine Freiheit sterben wir
bei den Flammen der Nacht
sei der heilige Schwur dir gebracht
Vaterland höre
Sei Haft oder Tod unser Los
wir fühlen uns tapfer und groß
Vaterland Vaterland
du sollst nimmer trauern
denn treu vereint stehen wir
für deine Freiheit für und für
drum ihr Flammen der Nacht
zeugt's der Welt in der leuchtenden Pracht!
Parlamentarier haben einen Eid auf die Verfassung abgelegt, und versprochen, Schaden von Volk und Staat abzuwenden!
Trotzdem stellen sie sich selbst immer wieder zur Wahl - und niemand klagt sie mal wegen Meineids an!
Ich sah Dir nach in Deinen blauen Himmel,
Im blauen Himmel dort verschwand Dein Flug.
Ich blieb allein zurück in dem Gewimmel,
Zum Troste mir Dein Wort, zum Trost Dein Buch. –
Da such' ich mir die Öde zu beleben
Durch Deiner Worte geisterfüllten Klang:
Sie sind mir alle fremd, die mich umgeben,
Die Welt ist öde und das Leben lang!
Nie standen, so weit der Menschen Gedanken reichen,
Die Völker Europas auf gegen ein einziges Volk!
In dem gewaltigsten Krieg der Welt, der nie seinesgleichen
Unter der Sonne gesehn, braust durch die deutschen Eichen,
Wie in Orkanen der heldenmütige Ruf:
Deutschland, Deutschland g e g e n alles!
Seht, die ihr auszieht, die Augen der ganzen Welt
Blicken in Schrecken und Sorge und Liebe auf euch.
Schon wer mit Jubel die Waffe ergreift, ist ein Held!
Ewig, ob Deutschland im Kampfe siegt oder fällt,
Zittert über dem Erdreich der fruchtbare Ruf:
Deutschland, Deutschland g e g e n alles!
Doch in den Herzen der Feinde, wie in den unseren tief
Leuchtet in Schrecken und Stolz ein glühendes Ahnen,
Daß uns Deutsche nicht Schuld oder Willkür rief,
Sondern die Pflicht der Zukunft auf leuchtenden Bahnen
Und die Gewißheit, die unter den siegreichen Fahnen
Unserer gefallenen Väter in Frankreich schlief:
Deutschland, Deutschland ü b e r alles!
Rühme dich nicht des Stammes, von dessen Natur Du nicht mehr bist;
was von dem glänzenden Feuer stammet, wird Asche genannt!
Die Treue ist das höchste Gut der deutschen Seele und ihre Vollendung.
Es ist nicht jeder berufen, Großes zu schaffen für sein Vaterland.
Aber das ewige Schicksal mißt uns nicht nach dem Umfang unserer Taten, sondern nach der Gesinnung, aus der sie entstanden, und nach dem Willen, den wir aufwandten, um unsere Pflicht zu erfüllen.
Das heißt aber nichts anderes, als daß der Maßstab unseres Lebens in der Treue liegt, mit der wir an unserem Vaterland hängen, und es heißt ebenso, daß die Treue das Licht ist, das den einzelnen in die Gemeinschaft führt.
Die Treue ist die letzte und höchste Stufe, die unsere Seele auf ihrem Weg erreicht und wer sie erworben, der hat vor dem Schicksal bestanden!
Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen
Seht ihr die Männer die Fahne fassen,
Hört ihr den klirrenden, gellenden Ton?
Revolution! Revolution!
Und wir recken zum Himmel die Hand,
Und es gellt als ein Schwur durch das Land.
Unser Schrei:
Wir tragen Hunger und Schmerzen,
Die hemmen nicht unsern Schritt;
Wir tragen in hämmernden Herzen,
Den Glauben an Deutschland mit!
Hier unser Leiber, hier unser Leben,
Für Deutschland zum Opfer zu geben.
Freiheit und Ehre der einzige Lohn.
Revolution! Revolution!
Heißa, die Mauern, die Ketten zerspringen,
Brüder wir werden die Freiheit erzwingen,
Ferne, da leuchtet der Morgen schon,
Revolution! Revolution!
Der Staat ist viel, das Volk ist mehr!
Der Staat ist die Organisationsform des Volkes.
Wo er die Kräfte des Volkes weckt, ist Unterstützung,
wo er sie zerstört, Widerstand Pflicht.
Ich glaube an das deutsche Volk.
Ich bin glücklich mit meinem Volk,
ich leide mit meinem Volk.
Ich bin stolz auf mein Volk,
ich bin zornig auf mein Volk.
Ich bewundere mein Volk,
ich schäme mich für mein Volk.
All dies zusammen macht die Liebe so tief und so schmerzvoll.
Über allem Sein und allem Geschehen waltet unbedingt, unerbittlich, unabänderlich das Schicksal, die Wurt.
Von ihm weiß der Germane sich schlechthin abhängig.
Dieses Abhängigkeitsbewußtsein gegenüber dem Schicksal ist für ihn keine fest umgrenzte, einmalig formulierte, starr bestimmte dogmatische Überzeugung, kein kirchlicher Lehrsatz, der geglaubt werden müßte und der bewiesen werden könnte; es ist ihm eine selbstverständliche innere Überzeugung, eine ganz einfache und darum unerschütterliche Gewißheit, eine unumstößliche Tatsache des wirklichen Lebens.
Daher macht sich der Germane keine genaue und bestimmte Vorstellung über Art, Wesen, Sein und Wirkungsformen des Schicksals.
Nur das Eine ist für ihn selbstverständlich und für uns bemerkenswert: Er verbindet mit dem Schicksal keinerlei anthropomorphe Vorstellungen; er legt ihm keine menschlichen Wesenszüge, Eigenschaften, Leidenschaften, Fähigkeiten bei; er faßt es ganz und gar unpersönlich, un-menschlich im ursprünglichen Sinn dieses Wortes.
Dieser Schicksalsglaube ist die tiefste, geheimste weltanschauliche Kraftquelle, aus der heraus der Germane lebt. Das Schicksal stellt den Menschen auf seinen Platz im Leben und schafft ihm seine Lebensbedingungen.
Das Schicksal ist Herr über Leben und Tod; es hält die Entscheidung über Sieg oder Niederlage, über Dauer oder Untergang, über Treue oder Verrat in seiner unzugänglichen Hand.
Die Gestaltung seines Lebens wie der Ausgang der Unternehmungen seines Tatendrangs hängen für den Germanen von ihm und ihm allein ab.
Aber der Germane fürchtet sich vor diesem unabänderlichen und unvorhersehbaren Ratschluß des Schicksals nicht.
Er verzichtet nicht ergeben auf die Durchsetzung seines eigenen Willens; er wartet nicht stumpf, bis sich die gewaltige Faust des Schicksals ballt und ihn zermalmt - mit dem Schwert in der Hand geht er ihm in kraftvoller Gefaßtheit und todesmutig, ja manchmal sogar lachend entgegen.
Denn er weiß: Nichts kann ihm geschehen, was das Schicksal nicht will; alles, was mit ihm und was durch ihn geschieht, ist Wille des Schicksals.
Darum ist es unabwendbar; darum aber ist es auch notwendig und darum ist es gut.
Die uns überkommenen Trümmer der altgermanischen Dichtung fangen in ihrem durch spätere Eingriffe oft zerbrochenen Spiegel reine Strahlen dieser trotzigen, selbstbewußten, innerlich wahrhaft großen Haltung des germanischen Menschen auf.
Die Götter aber sind dem Walten dieses eigentümlich starr, unkörperlich, ja geradezu wesenlos gefaßten Schicksals genau so unterworfen wie die Menschen.
Trotz ihrer übermenschlichen Kräfte vermögen sie wider das Schicksal ebensowenig wie der Mensch.
Das Schicksal schafft sie, bestimmt ihren Götterweg und ihre göttliche Wirkung und wirft sie weg und zerbricht sie, wenn es das beschlossen hat.
Denn dieser Schicksalsglaube der Germanen ist von tiefer Tragik durchwirkt: Jene dichterische Schau vom Untergang der Welt in einem riesigen Weltbrand, der alles Erdreich, Tier, Mensch und Gott verschlingt und nichts übrig läßt, wie sie die Snorra-Edda in großartiger Krönung und Vereinseitigung allgemein germanischer Glaubensvorstellungen auf nordgermanischem Boden gestaltet hat, hat diese tragische Grundstimmung germanischer Weltsicht allgemeiner bekannt gemacht.
Aus ihrem düsteren Hintergrunde tritt die ungebrochene Festigkeit germanischen Mannesmuts, der überschäumende Tatendrang germanischen Unternehmungsgeistes leuchtender als Ausdruck einer ungewöhnlichen seelischen Kraft des Menschen hervor!
Heute, 80 Jahre nach der Bombardierung von Dresden, befiehlt uns das Gewissen zu trauern und zu gedenken!
Man sieht sich vor Ort!
Dresden, die schöne Elbestadt
damals Schrecken erlebet hat.
Viele Menschen auf der Flucht
haben laut den Krieg verflucht.
Den Iwan auf den Hacken
eilten sie dem Westen zu
mit ihren Kisten, Körben, Packen,
flüchtend gab es keine Ruh'.
Tiefflieger beharkten jeden Treck,
der sich wälzte durch den Dreck.
Immer nur in Eil' und Hast
ohne Ruh' und ohne Rast.
Kinder starben wie die Fliegen,
man ließ in Gräben diese liegen.
Auch die schwächlich Alten
konnten nicht das Tempo halten.
Endlich vor ihnen die große Stadt,
die Trümmer nur zu bieten hatt'.
Menschen wie Ratten in ihnen leben,
von Bombardierung stets erbeben.
Treck für Treck mit all der Last
hat in Dresden Halt gemacht.
Wie eine große Flut im Meer
kamen sie vom Osten her.
Hunderttausende versammelt waren,
ungeheure Menschenscharen.
Bombe auf Bombe auf sie fiel,
ein ungeschütztes Kriegesziel.
Ein Kriegsverbrechen ohnes gleichen,
wie hingemäht die vielen Leichen.
Geplante Vernichtung von Zivilisten
samt ihrer Habe in Säcken und Kisten.
Früher starben nur Soldaten
und man sprach von Heldentaten.
Man nimmt es nun nicht mehr genau,
es stirbt das Kind und auch die Frau!
Lieb Mama – warum ist es so heiß?!
Was ist nur, Mama, was ist geschehn
Es ist so finster, es ist nichts zu sehn
Zu hören ein Dröhnen, ein Zittern, ein Schrein
Zu schmecken die salzigen Tränen. Oh nein
Sie laufen aus deinem Gesicht in meines hinein
Du bist so mutig und möchtest nicht schrein -
Und jetzt, das Toben wird unerträglich
Es kracht und bricht und schwankt so unmöglich
Vorhin war es kalt – jetzt wird es so warm
Die Luft wird trocken - Oh Gott erbarm
Warum wird es so heiß und immer heißer noch
Lieb Mama, selbst deine Tränen, sie dampfen fort
Und ach – die Luft, auch sie ist nicht mehr da
Ein Keuchen, ein Röcheln. Nun hör ich dein Stimm`
Wir müssen nach oben, dort ist`s nicht so schlimm
Franz halt mich ganz fest und du die Marianne
Ich halte den Otto im Arm – und laßt nicht los
Und sei es auch noch so warm
Denkt an Vater, so bleiben wir tapfer zusammen
Und kommen so sicher durch die Flammen.
Oh Mama, lieb Mama, wo willst du nur hin
Es wird nicht besser je höher wir steigen – es ist so schlimm
Und auf geht die Tür, da regnet es Feuer
Noch ein paar Schritte, da stehen wir fest
Der Boden kocht, die Luft faucht heiß
Der Himmel brennt – doch uns wird leicht.
Wir sinken uns haltend nieder
Lieb Mama, sehen wir nun Papa wieder
Die Glut, die Glut – sie fällt auf ihre Herzen
Oh Dresden, oh Deutschland – Deine Kinder vergehen in Schmerzen!
Mein Herz ist zusammengezogen, und die Lichter meiner Phantasie sind ausgelöscht...
Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,
Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.
In den Abendlärm der Städte fällt es weit,
Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.
Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.
In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.
Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
In der Ferne wimmert ein Geläute dünn
Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.
Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an
Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.
Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,
Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.
Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.
Über runder Mauern blauem Flammenschwall
Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall.
Über Toren, wo die Wächter liegen quer,
Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.
In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.
Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,
Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.
Und mit tausend roten Zipfelmützen weit
Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,
Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,
Fegt er in die Feuerhaufen, daß die Flamme brenne mehr.
Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht
In die Bäume, daß das Feuer brause recht.
Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,
Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.
Aber riesig über glühnden Trümmern steht
Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht,
Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,
In des toten Dunkels kalten Wüstenein,
Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,
Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh!
Zersprengt ... Der harte Stein, den wir geschichtet,
in Form gebunden, über Wolken strebend,
Geist unsers Geistes, nicht toter Stoff, nein, lebend —
Schutt von Atomen jetzt, verneint, vernichtet,
zersprengt ... Und wie der Blick die Trümmer sichtet
und meine Ader schwillt, in Qual erbebend,
spricht zu mir, wie ein Ton aus Ewigem schwebend,
die Stimme dessen, der die Völker richtet.
Er spricht: An jenem Tag, da heimgefunden
du, deine Brüder, deine Schwestern alle,
heimwärts zu mir, wird euer Sinn gesunden
und wiederum sich wölben Turm und Halle.
Seid ihr mein Volk, dann wird nach tiefstem Falle
Zersprengtes neu in höhere Form gebunden!
Kennt ihr das Land so wunderschön
in seiner Eichen grünem Kranz?
Das Land, wo auf den sanften Höh'n
die Traube reift im Sonnenglanz!
Das schöne Land ist uns bekannt,
es ist das deutsche Vaterland.
Kennt ihr das Land vom Truge frei,
wo noch das Wort des Mannes gilt?
das gute Land, wo Lieb' und Treu'
den Schmerz des Erdenlebens stillt?
Das gute Land ist uns bekannt,
es ist das deutsche Vaterland.
Kennt ihr das Land, wo Sittlichkeit
im Kreise froher Menschen wohnt?
das heil'ge Land, wo unentweiht
der Glaube an Vergeltung thront?
Das heil'ge Land ist uns bekannt,
es ist ja unser Vaterland.
Heil dir, du Land so hehr und groß
vor allen auf dem Erdenrund!
Wie schön gedeiht in deinem Schoß
der edlen Freiheit schöner Bund!
Drum wollen wir dir Liebe weihn
und deines Ruhmes würdig sein!
Ich trage einen Aluhut.
Er passt zu mir, er steht mir gut.
Und das ist mein freier Wille,
statt einer rosaroten Brille.
Wer alles glaubt,
was man uns sagt,
wer immer nickt und niemals fragt,
wer gut gelaunt Nachrichten schaut,
dem hat man den Verstand geraubt.
Doch wer nach Hintergründen sucht,
der wird verspottet und verflucht.
Was er sagt,
will man nicht hören.
Es könnte die Gesellschaft stören.
Wer selber denkt
und widerspricht,
den mögen "die da oben" nicht...
Doch so mancher hat den Mut,
der trägt wie ich,
den Aluhut!
Gefallen!
Und doch stehst Du stolz
in den Köpfen immer da.
Eingraviert in Eichenholz,
was zur Lebzeit einst geschah.
Gefallen!
Heißt nicht, man hat verlorn.
Du bleibst uns treu im Geiste.
Es wächst empor, stets neues Korn!
Weiter geht Deine Reise.
Gefallen!
Pfad umhüllt im Licht.
Es kehrt Ruhe ein.
Götterhände grüßen Dich.
Grüß mir die Ahnen Dein!
Gefallen!
Nun Dich Walhall empfängt.
Dem Schwert und Schild zum Ruhme.
In Herrlichkeit wird Dir gedankt,
im Herzen und Heiligtume.
Ich kann dich nicht verstehen
Du Bauernsohn von altem Holz.
Du schrittest hinterm Pfluge her
So sicher und so stolz.
Du schäftest deine Sense
Beim ersten Morgenschein,
Wie führtest du so sichern Streich?
Dich holte keiner ein.
Ich kann Dich nicht verstehen,
Daß du zur Stadt den Schritt gewandt.
Hat dich ein letzter Blick ins Tal
Nicht an die Scholle gebannt?
Kommt durch den Rauch der Schlote
Nicht oft ein scheuer Gruß zu dir?
Von einer Wiese waldumringt
Von stillen Gärten Zier?
Singt nicht der Dengelhammer
Sein Lied in deiner Nächte Traum?
Und weckt dich nie der Staren Brut
Im alten Apfelbaum?
Die Frühlingswolken wandern
Der Märzwind trocknet Weg und Rain
schon geht der erste Pflug ins Feld
möcht es der deine sein!
Krachend stürzen deine Sitze
Vor des Mönches frevlem Beil;
Rüste, Donar, deine Blitze,
Triff ihn mit dem Donnerkeil!
Wetter seh'n wir wohl sich ballen,
Aber ach, kein Strahl entloht;
Schiedet ihr aus Asgards Hallen,
Ahnen-Götter, seid ihr todt?
Schon habt ihr den Balder zu Grabe getragen,
Mit heißen, mit ewig erneuten Klagen;
Nun brach auf euch selber die Dämm'rung herein,
Das götterverschlingende, schwarze Verhängniß;
Und lodernd als Fackel zum Leichenbegängniß
Verzehrt sich in Flammen der heilige Hain.
Deutet uns der Christen Mahnung,
Was die Sage halb enthüllt?
Ward des Balderliedes Ahnung
In Mariä Sohn erfüllt?
Neues Reich wird er bereiten,
Der vom Tode rein erstand,
Und durch Zeit und Ewigkeiten
Waltet nun der Heliand?
Die Berge versinken, es steigen die Meere,
Die Fülle sie leert sich, es füllt sich die Leere,
Die Jahre, die Tage verwandeln die Welt;
Das heute Geborne muß morgen veralten;
Selbst Götter gehorchen den dunklen Gewalten,
Und gründen ihr Reich, und es steht und zerfällt.
Fahret hin, ihr hohlen Larven!
Nimmer tön' euch Festgesang,
Und wir schleudern unsre Harfen
Nach in euren Untergang;
Nimmer ziemt uns mehr des frommen,
Priesterlichen Kranzes Zier;
Denn ein andrer Gott ist kommen,
Der da besser ist denn ihr.
Doch hört es, ihr Enkel, wenn einst das Jahrtausend
Der Zukunft von Neuem aufgährend und brausend
Zerschmettert den heute gebauten Altar,
Zerschmettert die Tempel, die ragend sich thürmen,
Dann nahet euch wieder ein Gott in Stürmen,
Dann bringt ihm die Seele, die hoffende, dar.
Denn wie auch die Form sich wandelnd
Stets ein ander Antlitz weist,
Einer ist, der ewig handelnd
Mit sich fort das Weltall reißt.
Bild ist, wie er uns erscheine,
Ach, wer spricht sein Wesen aus;
Doch in unsres Busens Reine
Steht sein unvergänglich Haus.
Man empfindet es oft als ungerecht,
daß Menschen, die Stroh im Kopf haben,
auch noch Geld wie Heu besitzen!
Wie fühlt`s sich an der wahre Hunger,
Wie Sehnsucht und gefühlter Kummer?
Hast keinen Freund durch Krieg begraben,
Denn Du saßest noch nie im Schützengraben.
Von der Kälte könntest du zitieren?
Noch musstest du doch niemals frieren.
Du kannst jammern und kannst auch klagen,
Denn Du ducktest dich nie im Schützengraben.
Weshalb bist du denn so frustriert?
Warst doch niemals traumatisiert.
Dort ein Berg – mit Toten aufgebahrt,
Ach, Du lagst noch nicht im Schützengrab?
In dem verdrehten Leben dieser Menschheit,
Man nach Macht und Krieg noch lauthals schreit.
Nun klage ich an, an all den Tagen,
Von Euch war keiner je im Schützengraben!
Ein edles Gemüt des Volkes ist ein sicheres, unauflösbares Band, das alle Glieder beglückend festhält.
Es lehrt in dem Schicksale dulden, in dem Kampfe für Recht und Freiheit allem entsagen, um das Gesamtwohl zu verfechten!
Im Kriege fielen Jahr um Jahr an die fünfhunderttausend Männer für Deutschland. Heute treibt man Jahr für Jahr über fünfhunderttausend Kinder ab. Das ist das wahre Gesicht des ‚Friedens', der Mord an denen, die sich nicht wehren können. Diesen Hintergrund der Verständigungspolitik sollte man nicht außer acht lassen. Er enthüllt die Feigheit des Wohlfahrtsstaates, der den Verzicht auf Macht durch die Schwächsten bezahlen läßt.