Liebe die Heimat - wie herrlich ist dies Fleckchen Erde,
wo deine Ahnen gerodet, gepflügt - es ist dein.
Streue das Saatkorn zum ewigen Werde:
heilig die Pflicht, deutscher Bauer zu sein.
Schütze das Vaterland - keiner soll schänden die Scholle,
deine Arbeit dem Frieden, doch wenn im Kampf um Recht
die harte Faust das Schwert umfaßt - komme was wolle:
frei ist der Bauer und niemals Knecht.
Wahr die Treue dem Volk, das dich ehrend umschließt
als Hort deutscher Art, die dir überkommen,
daß rein der Väter Blut zu den Kindern fließt
für des Volkes Zukunft zu Nutz und Frommen!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Alle Dichtungen
Das Vaterland ist in Gefahr
drum tretet Mann für Mann
die deutsch im Herz und auch im Sinn
zu seiner Rettung an
erfüllt dann jeder seine Pflicht
getreu bis in den Tod
dann wird das liebe Vaterland
bald frei von aller Not
Lieb Vaterland magst ruhig sein
du darfst nicht untergehn
in neuem Glanz zu neuer Ehr
sollst wieder auferstehn
ein Orden, der jungdeutsch sich nennt
gibt seine Kraft jetzt her
bis das geliebte Vaterland
steht wie ein Fels im Meer
Das schwarze Kreuz auf weißem Grund
soll unser Banner sein
dem folgen wir, wie wir's gelobt
in fest geschlossenen Reih'n
wir sind ein einig Brudervolk
stehn fest im Sturmgebraus
und selbst beim letzten Atemzug
da rufen wir noch aus:
Dir woll'n wir treu ergeben sein
getreu mit Herz und Hand
Dir woll'n wir unser Leben weihn
dir deutsches Vaterland!
Eine Mahnung.
Traute Brüder, wollt nur Eins!
Minder noch frommt viel, denn Keins!
Viel zerstreut, verwirrt, erschlafft,
Trübt den Blick und lähmt die Kraft.
Eins ist Noth und Eins genügt!
Eins bricht Bahn sich, Eins obsiegt!
Dieses: daß das Recht besteh',
Ob die Welt zu Grunde geh'!
Männiglich ins Auge schau'n
Sonder Trutz und sonder Grau'n,
Herzhaft auf dem Recht bestehn,
Für das Recht zum Richtplatz gehn;
Meister unsers Bodens seyn,
Von der Weichsel bis zum Rhein,
Von des Histreich fernstem Rand,
Bis zur heil'gen Ostsee Strand;
Schirmen unser Eigenthum,
Unsern Leumund, unsern Ruhm,
Unser Hab' und unser Gut,
Unsern Schweiß und unser Blut;
Niemands Herr und Niemands Knecht,
Das ist, traun, des Deutschen Recht.
Nicht zu starr und nicht zu zart
Ist des Deutschen Sinn und Art.
Daß nun solches Recht besteh',
Solche Art nicht untergeh',
Dieß genügt und dieß ist noth,
Lebend noth und noth im Tod.
So ihr dieß nur, dieß nur meint,
Trotz dann, Brüder, Trotz dem Feind!
Unser Werk wird fürder gehn:
Licht und Recht den Sieg bestehn!
In einem Lande möcht' ich wohnen,
Wo der Natur gesetzter Zwang
Hinwandeln läßt durch glüh'nde Zonen
Des Jahres unverrückten Gang;
Wo nach des Winters Regengüssen
Ein langer fester Sommer kommt,
Und auch die Menschen fühlen müssen,
Daß nicht ein wirrer Wechsel frommt.
Und wäre das mir nicht beschieden,
So möcht' ich wohnen an dem Pol,
Wo eines tiefen Winters Frieden
Ich mir ließ' auch gefallen wohl;
Da muß des Menschen Geist versenken
Sich können in des Daseins Schacht
Und still sich nach den Sternen lenken
In ewig heller Winternacht.
Unselig ist der Mitte Schwanken,
Dem hier wir unterworfen sind,
Wo Stunden wechseln wie Gedanken,
Und die Gedanken wie der Wind:
Wo keine ruhige Entfaltung
Erlaubt des Jahrlaufs wilde Hast,
Und in verworrner Welthaushaltung
Mensch und Natur hat nirgends Rast!
Jahr: 1866
Sonnenschein lag auf Deutschlands Flur,
Markig zog der Pflug seine Spur,
Still wartest Du auf die Ernte nur.
Da horch, gewaltig! Nicht Sichelklang,
Nein, Schwerterblitzen und Waffengang,
Unzählbarer Feinde Schlachtgesang.
Ruchlos fielen sie über Dich her,
Gönnten Dir keinen Frieden mehr,
Riefen Dich unter die eiserne Wehr.
Da bist über Nacht
Du zum Riesen erwacht,
Hast Schrecken in die Reihen gebracht.
Gewaltiger Rächer im Weltengericht.
Germanenzorn im Angesicht,
Befreier der Menschheit zum göttlichen Licht.
Weh` Dir, Du falsche verlogene Brut,
Weh` Dir, mein Schwert ist scharf und gut!
Zitt`re vor deutschem Heldenmut!
Jahr: 1914
Ihr fürchtet nichts, Tyrannen;
allein den Tod, den fürchtet ihr!
Mötst di nich argern,
hett keinen Wiert,
mötst di blot wunnern,
wat all passiert.
Mötst ümmer denken,
de Welt is nich klauk,
jeder hett Grappen,
du hest se ok!
Mötst di nich argern,
hett keinen Sinn,
ward di blot schaden
un bringt nix in.
Ward an die fräten
as Qualm und Rook,
ist's nahst vergäten,
büst grad so klauk!
Mötst di nich argern
is Unrecht di dahn,
haug mal up'n Disch
un glieck is's vergahn.
Kort is dien Läben
un lang'n büst du dod,
Minsch, blot nich argern,
Ne,lachen deiht gaud!
Stimmt an mit hellem, hohem Klang,
stimmt an das Lied der Lieder,
des Vaterlandes Hochgesang,
das Waldtal hall´ es wieder.
Der alten Barden Vaterland,
dem Vaterland der Treue,
dir, freies unbezwung´nes Land,
dir weih´n wir uns auf´s neue.
Zur Ahnentugend wir uns weih´n,
zum Schutze deiner Hütten;
wir lieben deutsches Fröhlichsein
und alte, deutsche Sitten.
Die Barden sollen Lieb´ und Wein,
doch öfter Tugend preisen,
und sollen bied´re Männer sein
in Taten und in Weisen.
Ihr Kraftgesang soll himmelan
mit Ungestüm sich reißen :
Jeder echte, deutsche Mann
soll Freund und Bruder heißen!
Die Sprache ist gleichsam die äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker;
Ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache;
Man kann sich beide nie identisch genug denken!
Furchtsamkeit ist das beste Mittel, um aus kleinen Gefahren große zu machen.
Oft gewinnt der Feind erst Mut, wenn er die Feigheit des Gegners wahrnimmt!
Jahr: 1847
Wir leben zugleich in einer doppelten Atmosphäre,
in einer sinnlichen und in einer übersinnlichen!
Unhemmbar rinnt und reißt der Strom der Zeit,
in dem wir gleich verstreuten Blumen schwimmen,
unhemmbar braust und fegt der Sturm der Zeit,
wir riefen kaum, verweht sind unsre Stimmen.
Ein kurzer Augenaufschlag ist der Mensch,
den ewige Kraft auf ihre Werke tut;
ein Blinzeln - der Geschlechter lange Reihn,
ein Blick - des Erdballs Werden und Verglut!
Jahr: 1871
Gleich und gleich gesellt sich gern,
Wer du bist, zeigt dein Begleiter;
Aus dem Knecht kennt man den Herrn,
Aus der Fahne ihre Streiter.
Was du billigst, noch so fern,
Ist nach Tagen oder Wochen
Dein, als ob du's selbst gesprochen!
Jahr: 1872
In jedem Herzen schlägt der Hochgedanke
Fürs deutsche Volk in Nord, Süd, West und Ost
Und ruft das Deutschtum auf, daß es nicht wanke,
So sehr der Sturm auch unser Land umtost:
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Die deutsche Urkraft laßt uns rein erhalten:
Es gilt der Zukunft, gilt der besseren Zeit!
Zum Wohl des Ganzen laßt in starkem Walten
Aufraffen uns in voller Einigkeit!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Seid einig in des Landes schwerster Stunde,
O stellet alles Trennende zurück,
Und schließt euch zu dem großen deutschen Bunde
Zusammen zu des deutschen Volkes Glück!
Es gilt dem heiligen Dienst am Vaterland,
Und deutsche Treue sei das feste Band!
Jahr: 1883
Treue! Schwester zarter Liebe
Zwiegespanne höchster Tugend.
Bleibet stark im Weltgetriebe,
Hütet Reinheit für die Jugend.
Treue! Alter Werte Sinn und Ehre
Deutsche Männer kühn und stark,
Haltet scharf und blank die Wehre
Frei und aufrecht bis ins Mark.
Treue! Wort fest eingeschliffen
In des Schwertes Silberstahl,
Blinktest mir, wenn tief ergriffen
Meinen Geist ich Gott empfahl.
Treue! Mit des Blutes Weihe
Tief im Herzen eingebrannt,
Meine Ehre bleibt die Treue
Für mein Volk und Vaterland!
Jahr: 1909
Ein rar gesät Vergnügen
Wenn Schnee in dichtem Treiben flockt
Aus grauen Straßenzügen
Die Kinder in den Stadtpark lockt
Dann bleibt das Handy liegen
Der Schlitten wird befreit vom Rost
Die weißen Bälle fliegen
Solang das Land verharrt im Frost
Am Bach weiß zu gefallen
Ein stolzer Schneemann reich geschmückt
Gefertigt aus Kristallen
Mit Möhr und schwarzem Topf bestückt
Die großen Augen staunen
Am eisbedeckten Ententeich
Es schwirrt ein leises Raunen
Gesandt von einem andren Reich
Doch wird er lang nicht bleiben
Denn seltnes Glück zieht schnell vorbei
Mit ihm das Wintertreiben
Macht Platz gewohntem Einerlei
Die Pracht ist schnell vergangen
Erschien fast wie ein schöner Traum
Gerade angefangen
Zerplatzt wie Glanz vom Seifenschaum.
Was auch immer werde:
Steh zur Heimaterde,
Bleibe wurzelstark!
Kämpfe, blute, werbe
Für dein höchstes Erbe,
Siege oder sterbe:
Deutsch sei bis ins Mark.
Was dich auch bedrohe:
Eine heil'ge Lohe
Gibt dir Sonnenkraft!
Laß dich nimmer knechten,
Laß dich nicht entrechten;
Man gibt den Gerechten
Wahre Heldenschaft!
Nicht die Zeit soll dich wandeln,
wandle du die Zeit!
Denn wisse, du sollst handeln!
Mach deinen Willen bereit!
Wie die Väter einst gestritten,
Was sie trugen und erlitten,
Sagt euch der Geschichte Buch.
Lasst es nicht Papier nur bleiben,
In die Seele müsst ihr’s schreiben,
Einen Wahr- und Lebensspruch.
Denn sie schufen und erbauten,
Weil der Zukunft sie vertrauten,
Ihre Zukunft, das sind wir.
Lasst sie nicht zu schanden werden,
Was der Vater Kraft auf Erden
Einst begann, vollbringt es ihr.
Wer nicht weiterbaut, zerstöret;
Was euch mühlos heut gehöret,
Vaterlandes Glanz und Kraft,
Morgen wird’s der Sturm euch rauben,
Wenn das Wollen und das Glauben
In den Seelen euch erschlafft!
Jahr: 1909
Auf die Dauer vermag auch die frechste und bestorganisierte Propaganda nichts gegen die Wahrheit!
Jahr: 1875
Es ist ehrenvoller, bei einem Stück Schwarzbrot beim deutschen Bruder zu bleiben,
als für Zuckerbot und im Frack ein auch von Franzosen verachteter Ersatzfranzose zu sein!
Gläsern Gewölk. Aus seinen Mulden bricht
ein grauer Schein und wiegt sich streng und kalt
zur Erde hin. Des Tages letztes Licht
gerinnt als Rauhreif überm Kiefernwald.
Blachweiß das Land; darüber zieht die Zeit,
umkreist die Erde ernst und dämmrungsschwer.
Die fernen Wolken wachsen schwarz und weit
gleich Dünung über unbekanntem Meer!
Die wir hinter Mauern hausen,
hinter dumpfem, kaltem Stein,
eng in Höfen, tief in Kellern
fristen unser Schattensein.
Rollte nicht die liebe Erde
auch für uns aus Gottes Hand?
Gönnt auch uns, wonach wir hungern,
eine Scholle Ackerland.
Wo wir roden, jäten, graben,
Furchen ziehn und Samen streun,
und das Herz mit Hoffnung füllen,
bis die Früchte uns erfreun.
Früchte, die wir selbst gezogen,
Blumen, die wir selbst gepflanzt,
drüber, unsrer Kinder Freude,
ein besonnter Falter tanzt.
Kommt, o kommt, ihr schöneren Tage!
Stolz kann auch der Ärmste sein:
"Seht, von unsrer deutschen Erde
ist dies liebe Fleckchen mein!
Diese Bank und diese Laube,
dieses Beet und dieser Baum,
dieses Sommerabends Friede
und sein seliger Sternentraum."
Alles kann die Scholle schenken,
und am schmalsten Furchenrand
wird ein goldner Kelch noch glänzen
sonnentrunken bis zum Rand:
Heimatliebe heißt die Blume,
die wohl auch im Schatten sprießt,
aber schöner sich und voller
unterm Kuss des Lichts erschließt!
Jahr: 1853
Ja! Ich weiß, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
Glühe und verzehr’ ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich!
Worte stürzen keine Welten.
Wünsche sind noch keine Tat.
Die nur Wort zu Wort gesellen,
sind wie Äcker ohne Saat.
Sterne zwingt kein Händefalten,
Träume reifen keinen Keim -
Die am Pflug die Hände halten,
fahren auch die Ernte heim!
Sei gegrüßt, du neues Jahr!
Schaffen wollen wir und wirken
nach dem Brauch, der einstmals war,
in den heiligen Bezirken.
Froh die Seele sei und klar,
kühn der Blick dem Tag entgegen,
stolz und treu und echt und wahr
laßt uns alle Kräfte regen.
In der Menschen tätigem Kreis
wollen wir den Glauben künden,
der von ewger Wahrheit weiß,
und uns ihm zur Tat verbünden.
Unschuldsvolle Augensterne
schau'n uns traurig fragend an,
klagen stumm und wüßten gerne,
welches Unrecht sie getan.
Dürfen leben nicht und sterben,
nie den Frühling kommen sehn.
Über Unrat, Schutt und Scherben
müssen ihre Füße gehn.
Bunte Blumen, grüne Bäume,
Sonnenschein und Waldgeruch
kennen sie als stille Träume
nur aus ihrem Märchenbuch.
Im Bereich von Schmutz und Ratten
fließt des Tages träger Lauf...
Immer, immer nur im Schatten
wächst ihr junges Leben auf.
Doch nicht fern von ihrem Leide
grüßen Felder ernteschwer,
dehnt sich irgendwo die Heide,
lichtdurchglüht und menschenleer.
Jahr: unbekannt
Ketten rasseln, Glocken schellen,
als würden Höllenhunde bellen.
Furchteinflößend die Gesichter,
schrille Schreie, grelle Lichter.
Am Körper zottiges Gewölle,
es scheint sie kommen aus der Hölle.
Manche Hufe an den Füssen,
Geist und Dämon lassen grüßen.
Menschen rings umher, sie schaudern,
alle still, man hört kein Plaudern.
Denn bei so grausigen Gesellen,
wird der Puls nach oben schnellen.
Einer springt jetzt noch vom Wagen
Wie ein Tier aus dunklen Tagen.
In seinen Augen spiegelt Feuer,
was hat es vor, das Ungeheuer.
Während sie durch Gassen hetzen,
wollen keinen sie verletzen,
trotz Feuerzauber Lärm und Rauch,
ist es nur - ein alter Brauch.
Nun, was wollen sie bezwecken,
bei ihrem Tun, mit Angst und Schrecken.
Sie treiben nur den Winter aus.
Der Spuk vorbei, man geht nach Haus!
Ob sie geschehn? Das ist hier nicht zu fragen;
Die Perle jeder Fabel ist der Sinn,
Das Mark der Wahrheit ruht hier frisch darin,
Der reife Kern von allen Völkersagen.
Es war der erste Schuß ein Alleswagen,
Kind, Leib und Gut, an köstlichen Gewinn:
Blick her, Tyrann! was ich nur hab und bin,
Will ich beim ersten in die Schanze schlagen!
Und du stehst leer und heillos, wie du bist,
Und lässest fühllos dir am Herzen rütteln
Und spiegelst lächelnd dich in meinem Blut?
Und immer: Nein? – Verlaufen ist die Frist!
Verflucht sei deines Hauptes ewig Schütteln!
O zweiter, heil'ger Schuß, nun triff mir gut!
Jahr: 1819
Auf einem Schachbrett stand der Steine bunte Schar
Nach Stand und Würden hingepflanzt;
Der hölzerne Monarch und seine Dame war
Von Reisigen und Türmen rund umschanzt.
Die Läufer, oder wenn wir sie
Nach gallischen Kanzleistil nennen wollen,
Die Narren spielten große Rollen.
Die Bauern, gar ein zahmes Vieh
So lange sie nicht ihre Stärke kennen,
Die Bauern mußten vorne dran,
Um sich zuerst die Köpfe zu verrennen.
Das deutungsvolle Spiel begann.
Hier war der Knecht vom Herrn und dort der Knecht vom Knechte,
Oft gar der Herr durch seinen Hintermann
Von seinem Platz verdrängt. Der stolze Groß-Sultan
Sah unbewegt zur Rechten und zur Linken
Die Hälfte seiner Nation,
Als Opfer des Geschicks, zu Boden sinken,
Und endlich fiel auch er vom Thron.
Jetzt nimmt der Herr des Spiels, der allen Steinen
Die Rollen ausgeteilt und selbst sie aufgestellt,
Sie weg, und wirft vermengt die Großen und die Kleinen
In einen dunklen Sack. Dies ist das Bild der Welt!
So gelte denn wieder
Urväter Sitte:
Es steigt der Führer
Aus Volkes Mitte.
Sie kannten vor Zeiten
Nicht Krone noch Thron.
Es führte die Männer
Ihr tüchtigster Sohn,
Die Freien der Freie!
Nur eigene Tat
Gab ihm die Weihe
Und Gottes Gnad'!
So schuf ihm sein Wirken
Würde und Stand.
Der vor dem Heer herzog,
ward Herzog genannt.
Herzog des Reiches,
wie wir es meinen,
bist du schon lange
im Herzen der Deinen!
Wer die Ursache nicht erkannt hat, der ändert auch nicht seine Prägung, die ihn beherrscht.
Eine wirkliche Änderung der Ansicht erfolgt nur aus der Erkenntnis der Ursache, die schädigend war.
Lediglich ein Unterdrücken ist es, wenn gesagt wird:
"Das tue ich nicht wieder" – das ist eine Belastung und keine Befreiung – und eine Unterdrückung ist Sünde, die sündhaft teuer bezahlt wird.
Die Wahrheit ist Erkenntnis und die ist Erlösung von dem, was unbewußt belastete – ist frei sein!
Du willst, das Jahr brächt' Dir den Segen?
So rat' ich nur zu einem: Sei verwegen!
Trotze den Gewalten, ob Sonnenbrunst, ob Schauerregen!
Bleibe standhaft - lass' Dich nicht auf's Kreuze legen!
Ich mahn' Dich und so sei es allerwegen:
Auf einen spitzen Dolch zück' Deinen scharfen Degen!
Wer nur einsteckt und nicht austeilt, auch unter Schlägen,
wird im Lebenskampf nicht siegreich sein, sondern erlegen.
Das neue Jahr beginnt mit diesem Tag,
und niemand weiß, was daraus werden mag
für dich, für mich, für unser Volk, die ganze Welt.
Nur Einer weiß es, der das Schicksal
in den Händen hält!
Wir wünschen allen Menschen unserer Art ein gutes neues Jahr, und wir setzen für Euch und Eure Sippen Gesundheit, Mut und viel Kraft voraus. Der aufkommende Sturm wird uns nicht brechen, denn wir bereiten uns vor! Die dunkelsten Tage werden wir überstehen, denn das Wort Aufgeben ist für uns nicht wesenhaft.
Jahr: 3825
Wird's besser?
Wird's schlimmer?
So fragt man alljährlich.
Aber seien wir ehrlich,
Leben ist immer lebensgefährlich!
Ich lob’ es nicht, das alte Jahr,
Ich schimpf’ es nicht. So wie es war,
So wie es jetzt noch vor uns steht,
Ehdenn es ganz von hinnen geht,
Verbraucht und alt, die Taschen voll
Von unerfüllten Wünschen, soll
Es meinethalb vergessen sein!
Das neue tänzelt nun herein,
Mit falschem Lächeln im Gesicht,
Die Augen leuchtend, und verspricht
Dem einen dies, dem andern das,
Und allen viel, und jedem was
Und spitzt das Maul, ist zuckersüß,
Das richtige Spinatgemüs!
Dem sag’ ich – gebt mir erst noch Punsch! –,
Dem sag’ ich: Ich hab’ keinen Wunsch.
Bring, was du mußt, nicht, was ich mag,
Und fahre ab am letzten Tag!
Rüttle dich! recke dich, schwäbischer Bauer,
wurde bis heute das Leben dir sauer,
's kommt immer ärger! kommt nimmer besser!
Sieh nur, es steigen die bösen Gewässer!
Wenn du nicht schützest dein Dorf und dein Haus,
strömt bald herein das wilde Gebraus.
Schmutzige Fluten umwallen uns, dämme!
Es quirlt und es zischt, drum rufe ich: hemme
jetzt ihren Strom! Solang wir's imstande,
solang noch die deutschen Spuren im Lande.
Überströmt uns die schlammige Flut,
dann verschlingt sie das teuerste Gut.
Wahret das Köstlichste, was wir besitzen.
Das müßt ihr schirmen! Das müßt ihr schützen!
Unsere Sprache, das Erbe der Ahnen,
soll auch noch unsren Enkel ermahnen,
daß er im Leben es niemals vergißt,
stolz zu sein, daß er ein Deutscher ist.
Wer seines Vaters Namen nicht ehrt,
war seiner Mutter Liebe nicht wert!
Wer sein Deutschtum verleugnen kann,
das ist ein Wicht! Das ist kein Mann!
Hör meinen Mahnruf, der immer ist:
Gedenke, daß du ein Deutscher bist!
Jahr: 1929