Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt'. Die Lüfte, die lauschten, die Winde, sie ruhten leis', Und die Wipfel der Bäume, sie neigten sich zum Kreis.
Jahr: 1851
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer von ihm nun träumen müßt'. Die Lüfte, die lauschten, die Winde, sie ruhten leis', Und die Wipfel der Bäume, sie neigten sich zum Kreis.
Freiheit, du Waldesvogel,
Was fliegst du so hoch ein her?
"Ich fliehe das Tal der Satten,
Wo die Tische voll und schwer,
Wo die Menschen behäbig schlafen, auf Lagern von dumpfer Schmach,
Ich fliehe das Tal der Knechte,
Einem Liede eile ich nach."
Freiheit, du Waldesvogel,
Sag an, wie klingt das Lied?
Es klingt aus ewigen Höhen,
Der deutschen Seele Lied!
Es stieg aus den Todesäckern,
Es wuchs aus blutendem Mund,
O wie siegend blühte die Weise
Aus der Kämpfe zerwühltem Grund!
Wo immer ein Volk das Leben
Um Höheres opfernd gibt,
Wo immer ein Mensch den Menschen Mehr als sich selber liebt,
Wo ein Geist im stolzen Fluge
Sich dem Golde der Knechtschaft entwand,
Da klingt das Lied der Freiheit,
In des Ewigen reinem Land!
Wohin die Entdeutschung uns geführt hat, das haben wir erfahren und empfinden es noch.
Jetzt ist es Zeit, ernstlich zu trachten, daß wir ganz wieder Deutsche werden, um mit der Gesinnung uns die Macht zu erhalten, Deutsche zu bleiben!
Sollst fühlen lernen:
das, was dein Vaterland ehrt, ehrt auch dich;
das, was dem Vaterlande dient, dient auch dir;
das, was dem Vaterlande nützt, nützt auch dir;
das, was dem Vaterlande not tut, tut auch dir not;
worauf dein Vaterland stolz ist, wird auch dich stolz machen!
Tief, so tief aus Gaias Grund
Entspringt versteckt in tiefstem Wald
Ein Born, so klar und urgesund
Und schwillt zu einem Bächlein bald
Wo kommt es her, wo geht es hin
beim schauen dieses frischen Quells
Unendlichkeit strömt in den Sinn
Und träumt durch Sand, Geröll und Fels
Man fragt sich, welchen Weg es nahm
Und welchen Weg es gehen möcht'
Mal ist es wild, dann wieder zahm
Bahnt seinen Weg durch's Moosgeflecht
Denn wie kein and'res Elixir
So wandelbar und immer gleich
Kennt keine Angst noch Bang und Zier
fließt sorglos hin durch's Erdenreich
Schon taucht die Hand in's kühle Nass
Zu nehmen einen frischen Trank
Der Wand'rer füllt ein ganzes Glas
als dankbar er gen Boden sank
Das Wasser sprach, "Ich tat es gern,
ich bin der Trank für Mensch und Tier.
Und auch für dich, kamst du auch fern,
Was gibst du mir zum Dank dafür?"
"Was kann das Wasser woll'n von mir?"
Der müde Recke dacht' bei sich
"Ich gebe ein Versprechen Dir,
Ich pfleg' und halte sauber dich!"
"Ich weiß, von allen großen Gaben,
die Allvater an uns all gesandt
vom Wasser kann ich stets mich laben
und eine Sünd', wenn es verkannt."
Das Wasser sprach: "Ich danke dir,
mein edler Auftrag ist's zu fließen
als Bächlein, See und Regenguss
die ganze Erde zu begießen."
Ein Mensch, der diesen Trunk getan,
vom frischen Nass aus tiefem Grund
Er braucht das Wasser- es nicht ihn
Vernunftgemäß aus seinem Mund
er deshalb all sein Handeln richt'
Natur zu achten immerdar
Geht nur mit Wasser, ohne nicht
Das Bächlein nun zufrieden war
Alles kann man umgestalten!
Mag das dunkle Schicksal walten.
Mutig! Auf der steilsten Bahn.
Trau dem Glücke! Trau den Göttern!
Steig trotz Wogen, Wind und Wettern,
Kühn, wie Freyr , in den Kahn.
Laß den Schwächling angstvoll zagen!
Wer um Hohes kämpft, muß wagen,
Leben gilt es oder Tod!
Laß die Woge donnernd branden:
Nur bleib immer, magst du landen
Oder scheitern, selbst Pilot!
In kühlem Waldesdunkel entspringt ein klarer Quell,
Aus seinen Fluten funkelt,
das Sonnenlicht so hell.
Moos umschäumt die Wurzeln und ein himmelblaues Band:
Vergißmeinnicht umkränzet seinen Lauf
durchs grüne Land.
Im Schatten tiefer Zweige
ruht kühl und grau der Stein.
Die Runen versunkener Jahre gruben tief im Fels sich ein.
Ein Kranz von Wiesenblumen welket müd‘
an seinem Fuß:
von einem stillen Wand’rer
an die Götter einen Gruß.
Manch mächt’ge Baumessäule
ragt goldumglänzt ins Licht,
das sich blitzend
in tausenden Funken
an den grünen Blättern bricht.
Und der Sturmwind wird gebändigt
von der starken Kronen Macht.
Die mit tiefem,
schwerem Rauschen
diese Herrlichkeit bedacht.
Fernab der Menschenwogen, in der stillen Einsamkeit,
Schweigt das wilde Großstadttoben,
dringt kein Laut
der neuen Zeit.
Hier singt heimlich
nur ein Vogel,
summt ein Bienchen,
rauscht der Wind:
Schaukeln leise Fingerhüte und ein Zauber
webt und spinnt.
Waldesschönheit,
süße Stille,
grüner Tempel,
heil’ger Hain,
Lockst mit deiner
saftigen Fülle,
wundes Herz zu dir hinein.
Von deinem heil’gen Zauber, hab’ ich einen Hauch verspürt:
O, du götterumwallte Stätte, hast die Seele mir tief berührt!
Niemand weiß,
wie weit seine Kräfte gehen…
- bis er sie versucht hat!
Wenn wir zusammenhalten, werden wir den Teufel aus der Hölle schlagen!
Zu Mantua in Banden der treue Hofer war
in Mantua zum Tode führt' ihn der Feinde Schar;
es blutete der Brüder Herz,
ganz Deutschland, ach in Schmach und Schmerz!
Mit ihm das Land Tirol; mit ihm das Land Tirol!
Mit ihm das Land Tirol, mit ihm das Land Tirol!
Die Hände auf den Rücken, Andreas Hofer ging
mit ruhig festen Schritten, ihm schien der Tod gering.
Der Tod, den er so manchesmal
vom Iselberg geschickt ins Tal
im heilgen Land Tirol.
Doch als aus Kerkers Gittern, im festen Mantua
die treuen Waffenbrüder die Hand er strecken sah,
da rief er laut: "Gott sei mit euch,
mit dem verratnen deutschen Reich,
und mit dem Land Tirol."
Dem Tambour will der Wirbel nicht unterm Schlegel vor
als nun Andreas Hofer schritt durch das finstre Tor.
Andreas, noch in Banden frei,
dort stand er fest auf der Bastei,
der Mann vom Land Tirol.
Dort soll er niederknien; er sprach: "Das tut ich nicht
will sterben, wie ich stehe, will sterben wie ich stritt,
wo wie ich steh auf dieser Schanz'.
Es leb mein guter Kaiser Franz,
mit ihm sein Land Tirol."
Und von der Hand die Binde nimmt ihm der Korporal,
Andreas Hofer betet allhier zum letztenmal;
dann ruft er: "Nun so trefft mich recht!
Gebt Feuer! - Ach, wie schießt ihr schlecht!
Ade, mein Land Tirol!"
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss!
Nicht wo du die Bäume kennst -
Wo die Bäume dich kennen,
ist deine Heimat!
Wie eine weiße Gestalt,
klar und mächtig anzuseh‘n,
stehst du gleich hinter dem Wald,
als würdest du alles versteh’n.
Ausgehöhlte Steine liegen
zu deinen Füßen am Strand,
sie sprechen und schmiegen
sich ans kurvenreiche Küstenband.
Auf‘s offene Meer hinaus, ganz weit,
geht dein Blick und dein Ahnen.
An unser ewiges Werden in der Zeit
willst du alle mahnen.
Dein Ohr lauscht dem Wind -
der Erde Atem bewegt die Wellen,
wenn wir dafür offen sind,
wird sich dein Geist zu uns gesellen.
Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm,
Der Regen durchrauschte die Straßen.
Und durch die Glocken und durch den Sturm,
Gellte des Urhorns blasen.
Das Büffelhorn, das so lang geruht,
Veit Stoßperg nahm's aus der Lade.
Das alte Horn, es brüllte nach Blut
Und wimmerte: Gott genade!
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft!
Der Bauer stund auf im Lande,
Und tausendjährige Bauernkraft
Macht Schild und Schärpe zu Schande.
Die Klingsburg hoch am Berge lag,
Sie zogen hinauf in Waffen,
Auframmte der Schmied mit einem Schlag
Das Tor, das er fronend geschaffen.
Dem Ritter fuhr ein Schlag ins Gesicht,
Ein Spaten ihm zwischen die Rippen,
Er brachte das Schwert aus der Scheide nicht
Und nicht den Fluch von den Lippen.
Aufrauschte die Flamme mit aller Kraft
Brach Balken, Bogen und Bande,
Ja, gnade dir Gott, du Ritterschaft:
Der Bauer stund auf im Lande!
Sie trugen in ihren Seelen der besseren Zukunft Traum; da hatte kein eigenes Wollen, kein eigenes Leid mehr Raum.
Sie sahen ein Volk von Brüdern,
geeinigt und heldisch und frei;
da mochten sie nicht mehr fragen,
ob sterben bitter sei.
Sie gaben ihr junges Leben und wollten nicht rückwärts sehn; ihr letzter Herzschlag glühte: Deutschland, Deutschland muß bestehn.
Wichtiger als alles, was jetzt die Welt mit Lärm erfüllt, wäre das eine:
Das Volk wieder zum Guten und Schönen, zur Treue und Tüchtigkeit, zu Heimat und Vaterland zu erwecken!
Die Winde gehn ums kleine Jägerhaus,
die Wälder rauschen in die Nacht hinaus.
Da drinnen schimmert warmes Lampenlicht,-
ein stilles Stübchen, traulich eng und schlicht.
Geweih und Rehgehörn als Schmuck der Wand,
ein Falke drüber, der die Flügel spannt.
So still, so stille, - nur die Wanduhr tickt
und vom Kamin der rote Glutschein zückt.
Bisweilen schlägt im Schlaf der Jagdhund an,
er träumt vom Pürschgang wohl im freien Tann!
Der Jäger sitzt und pafft sein Pfeifchen stumm,
der Rauch blaut nebelnd neben im Gemach herum.
Die blonde Frau lehnt still im Stuhl zurück
und schaut ins Licht mit weitverträumtem Blick.
Sie hebt den Kopf nur lauschend dann und wann -
weint nicht ihr Kindchen nebenan?
Doch nur die Wanduhr sagt ihr leis Ticktick:
es geht - die Zeit - halt fest - halt fest - das Glück!
Und nur die Winde gehn ums Jägerhaus,
die Wälder rauschen in die Nacht hinaus!
Ehre der Arbeit
Wer den wucht'gen Hammer schwingt;
Wer im Felde mäht die Ähren;
Wer ins Mark der Erde dringt,
Weib und Kinder zu ernähren;
Wer stroman den Nachen zieht;
Wer bei Woll' und Werg und Flachse
Hinterm Webestuhl sich müht,
Daß sein blonder Junge wachse: –
Jedem Ehre, jedem Preis!
Ehre jeder Hand voll Schwielen!
Ehre jedem Tropfen Schweiß,
Der in Hütten fällt und Mühlen!
Ehre jeder nassen Stirn
Hinterm Pfluge! – Doch auch dessen,
Der mit Schädel und mit Hirn
Hungernd pflügt, sei nicht vergessen!
Geh! gehorche meinem Winken,
nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig klüger sein:
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein;
du mußt steigen oder sinken,
du mußt herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein!
In den Körperkerker verbannt,
auf begrenzte, doch unbekannte Zeit,
in des Hauses Schranken verlangt
unbändig nach grenzenloser Freiheit
der Geist, der seinen Ur-Grund erkannt,
im a l l - e i n e n Raum der Ewigkeit.
Um die Unsterblichkeit zu gewinnen, muss man gesunde Kinder haben
oder
durch seine Taten im Gedächtnis der Besten fortleben!
Zwischen oben,
zwischen unten
schweb' ich hin
zur muntrer Schau.
Ich ergötze mich am Bunten,
ich erquicke mich am Blau.
Und wenn mich
am Tag die Ferne
luftger Berge sehnlich zieht,
nachts das Übermaß
der Sterne
prächtig mir zu Häupten glüht.
Alle Tag' und alle Nächte
Rühm' ich so
des Menschen Los:
Denkt er ewig sich ins Rechte,
ist er ewig schön und groß.
Dummheit,
die man bei anderen sieht,
wirkt meist erhebend aufs Gemüt!
Es kommt eine Zeit im Leben, da bleibt einem nichts anderes übrig,
als seinen eigenen Weg zu gehen.
Eine Zeit, in der man die eigenen Träume verwirklichen muss.
Eine Zeit in der man endlich für die eigenen Überzeugungen eintreten muss!
Am letzten Tag der letzten Tage,
hört was singt die alte Sage.
Von Kampf und Niedergang der Götter,
von Weltvernichtern und von Rettern.
An dieser Stelle will ich künden,
wie Thor und Jörmundgand sich winden.
Die Schlange wallt mit giftger Flut,
der Donnergott zerbirst vor Wut.
Sie schlingt sich fest um seinen Leib,
mit Götterkraft er sich befreit.
Schuppen rasseln, Mjölnir kracht,
so tobet wild der beiden Schlacht.
Bis Rym die Viper heldenhaft,
eisern bei der Zunge packt.
Er holt zum letzten Streiche aus,
hoch erhoben seine Faust.
Der Hammer schwingt mit Macht herbei,
der Schlange Schädel bricht entzwei.
Doch giftger Odem ihm behaucht,
so stirbt am Ende Vingthor auch.
Neun Schritte kann er aufrecht schreiten,
und wird sie in den Tod begleiten.
Laß Neid und Mißgunst sich verzehren,
Das Gute werden sie nicht wehren.
Denn, Gott sei Dank! es ist ein alter Brauch:
So weit die Sonne scheint, so weit erwärmt sie auch.
tiefes,
liebes
Wort der Seele –
leise hingehaucht.
Kaum vernommen,
schon zerronnen.
In der Seele blüht es
wieder auf!
Die des Maines Regionen,
Die der Elbe heitre Au'n,
Die der Donau Strand bewohnen,
Die das Odertal bebaun,
Aus des Rheines Laubensitzen,
Von dem duft'gen Mittelmeer,
Von der Riesenberge Spitzen,
Von der Ost- und Nordsee her!
Horchet! - Durch die Nacht, ihr Brüder,
Welch ein Donnerruf hernieder?
Stehst du auf, Germania?
Ist der Tag der Rache da?
Zu den Waffen, zu den Waffen!
Was die Hände blindlings raffen!
Mit dem Spieße, mit dem Stab
Strömt ins Tal der Schlacht hinab!
Rettung von dem Joch der Knechte,
Das, aus Eisenerz geprägt,
Eines Höllensohnes Rechte
Ueber unsern Nacken legt!
Schutz den Tempeln vor Verheerung!
Unsrer Fürsten heil'gem Blut
Unterwerfung und Verehrung!
Gift und Dolch der Afterbrut!
Frei auf deutschem Grunde walten
Laßt uns nach dem Brauch der Alten,
Seines Segens selbst uns freun
Oder unser Grab ihn sein!
Ein Bernsteinstück, das ist gefunden
Auf stiller Wanderung am Strand,
Lag rauh, vom Kiesgeröll geschunden,
Lag unscheinbar in meiner Hand.
Doch als ich es zum Lichte wandte,
Wie strahlt' es auf mit goldnem Schein,
Und mein beglücktes Aug' erkannte:
Der Kern war hell, der Kern war rein!
Du Bruder Mensch voll Staub und Wunden,
Du Erdenpilger ohne Glück,
Vom Kämpfen rauh, von Not geschunden,
Wie gleichst du jenem Bernsteinstück.
Drum will ich hoch ins Licht dich heben -
Da bricht, durch Hüllen unscheinbar,
Ein Glanz aus deinem armen Leben:
Der Kern ist hell und sonnenklar!
Feiger Gedanken
Bängliches Schwanken
Weibisches Zagen
Ängstliches Klagen
Wendet kein Elend
Macht dich nicht Frei…
Allen Gewalten
Zum Trotz sich erhalten
Nimmer sich beugen
Kräftig sich zeigen
Rufet die Arme
Der Götter herbei!
Zur Schmiede ging ein junger Held,
Er hatt' ein gutes Schwert bestellt,
Doch als er's wog in freier Hand,
Das Schwert er viel zu schwer empfand.
Der alte Schmied den Bart sich streicht:
"Das Schwert ist nicht zu schwer noch leicht,
Zu schwach ist euer Arm, ich mein',
Doch morgen soll geholfen sein."
"Nein, heut'! bei aller Ritterschaft!
Durch meine, nicht durch Feuers Kraft."
Der Jüngling spricht's, ihn Kraft durchdringt,
Das Schwert er hoch in Lüften schwingt!
Tanzt, tanzt,
kommt reichet euch die Hand,
wir tanzen Reigen
durchs grüne Land.
Wir drehn uns ein,
wir drehn uns wieder aus,
Troja-Tanz im Sonnenlauf.
Gold strahlt die Sonne
und der Himmel ist blau;
fort geht der Tanz
auf der lichten grünen Au.
Vogelstimmen laden uns
zu frohem Springen ein;
fort geht der Tanz
durch den grünen Hain.
Tanzt, tanzt ...
Fort geht’s durchs Laub
und durch wogendes Gras.
Fort geht’s durchs Moos,
vom kühlen Regen naß;
Fort durch die Perlen
von glitzerndem Tau,
fort durch die Blumen
gelb, rot und blau.
Tanzt, tanzt ...
Wir tanzen für die Götter
und die Kräfte der Natur,
tanzen für die Fruchtbarkeit der grünen reichen Flur;
tanzen für die Sonne, Mond und Sterne diesen Tanz
mittsonn herum um den Blütenkranz*.
Tanzt, tanzt ...
* je nach Jahresfest alternativ auch Ernte-, Maien- oder Sonnenwendkranz
Ein seltsam Befangen seins fürwahr,
daß Sucht und Flucht sich also gar feine, reine reimen.
So sei dem innesteckend, freilich als rein möglich Sicht,
wie eines fliehend Menschen Fühlens Antlitz dünkt.
Der suchend Mensch hat meist schon funden,
doch ist das Los welch's aufgebunden
ihm nicht wohl und Glücke spendend;
und allgemein seins Weg und Richt
ihm wahrlich nicht beliebig.
Den Allfried stiftend Lösungsweg,
den will's ihm gar nicht zeigen.
Also wird das Suchen
zu Süchten ihn verfluchen,
also wird die Sucht zur Flucht-
zur großen Flucht ihm vore
dem aufgetanen Tore.
Jen's raus aus Haderei und Zwist,
aus Mißlichkeit und Dorngerüst.
Er flieht hinfort in dunkle Ecken,
hinter Riegel und Schloß,
hinter Strüpp und Hecken.
Ach und wehe dem, der da so fromme,
nach dem offnen Tore weist!
Der fällt beim süchtgen Flüchtgen hinne
in tiefste langweil Ungnad meist.
Auch wenn es Jedem Durchlaß zeigt,
so zieht's doch nicht den jen‘gen an,
für den's sich einst hat aufgetan.
Welch Eigenart ist's mit dem Mensch,
daß er nicht einfach leben kann,
sein Fried nur finden – schwerlich Werk –
hier Pflanz und Tier sind besser dran.
Wann endlich hat der Mensch erkannt,
dass er es ist, der verbannt
ist in die Materie hinein,
wann wird das sein?
Wie lange noch
lassen wir uns mit Blindheit schlagen?
Wie lange, gezählt nach Erdentagen,
werden wir uns im Kreise dreh'n
ohne hinaufzuseh'n?
Der da hängt am Weltenbaum,
haucht Worte raunend in den Raum.
Warnende Winde wispern's in den Zweigen,
woll'n uns weisen, leiten, zeigen,
sie murmeln: es liegt am Mensch allein,
wann er die Gottheit erlöst aus Fels, Fleisch und Stein.
Nicht Mord, nicht Bann, noch Kerker
nicht Standrecht obendrein
es muß noch stärker kommen
soll es von Wirkung sein.
Ihr müßt zu Bettlern werden
müßt hungern allesamt
Zu Mühen und Beschwerden
verflucht sein und Verdammt
Euch muß das bißchen Leben
so gründlich sein verhaßt
daß Ihr es fort wollt geben
wie eine Qual und Last
Erst dann vielleicht erwacht noch
in Euch ein besserer Geist
Der Geist, der über Nacht noch,
Euch hin zur Freiheit heißt
Die Scholle duftet, feuchte Gare,
von Pflug und Egge aufgetan.
Sie ruht gelöst im Ring der Jahre,
sie hat geboren und empfah'n.
Nicht jeder kann den Schoß bereiten,
nicht jeder darf den Samen sä'n;
es sind die ewig Eingeweihten,
die dunkel über Felder gehn.
Probleme gibt es massenweise,
Man diskutiert sie laut und leise,
Bis man an einer Lösung statt
Sie rettungslos zerredet hat. -
"Wo Mehrheit siegt", wie Schiller sagt,
Dort bleibt der Mensch problemgeplagt.
Schilf bleicht die grauen welkenden Haare
Strähnengleich unterm Regenwind grau
Schilf taucht die langen Sommerglanztage
Wild in den See, die Möwe schreit rauh
Kiefern im Wind, die Klippen sind wach
Jäh sprüht der See ins Schilfhüttendach
Asche ist auf die uralten Steine
Wie weißer Staub geweht
Feuer ist in den dämmernden Stunden
Müde erloschen, Tag wird es schon
Graugänse sind am Morgen gekommen
Über die Schwelle weht roter Mohn
Kiefern im Wind, die Klippen sind wach
Jäh sprüht der See ins Schilfhüttendach
Asche ist auf die uralten Steine
Wie weißer Staub geweht
Ach, diese letzten Tage und Stunden
Morgen ist diese Fahrt schon vorbei
Plötzlich ist uns're Tür aufgesprungen
Strandweit erschallt der Herbst-Möwe Schrei
Kiefern im Wind, die Klippen sind wach
Jäh sprüht der See ins Schilfhüttendach
Asche ist auf die uralten Steine
Wie weißer Staub geweht
Wo ich geboren bin, da hab' ich auch die Heimat,
Wo ich die Sprache lernte, die Sprache meiner Väter,
Wo ich die Sitten und Gebräuche sah,
Die meine Eltern mir vererbten,
Da ist mein Vaterland, da ist mein Heimatland.
Charakter
ist nur Überwindung
Einsamkeit
der Weg zum Stil
Tapferkeit
bedeutet Kampf um Würde
doch erst Gemeinschaft
Heimat
Ziel
Drei Worte nenn ich euch, inhaltschwer,
Sie gehen von Munde zu Munde,
Doch stammen sie nicht von außen her,
Das Herz nur gibt davon Kunde,
Dem Menschen ist aller Wert geraubt,
Wenn er nicht mehr an die drei Worte glaubt.
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd er in Ketten geboren,
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Toren,
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht.
Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben,
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüt.
Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt,
Wie auch der menschliche wanke,
Hoch über der Zeit und dem Raume webt
Lebendig der höchste Gedanke,
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Die drei Worte bewahret euch, inhaltschwer,
Sie pflanzet von Munde zu Munde,
Und stammen sie gleich nicht von außen her,
Euer Innres gibt davon Kunde,
Dem Menschen ist nimmer sein Wert geraubt,
So lang er noch an die drei Worte glaubt.
Das Schöne bewundern,
das Wahre behüten,
das Edle verehren,
das Gute beschließen.
Es führet den Menschen
im Leben zu Zielen,
im Handeln zum Rechten,
im Fühlen zum Frieden,
im Denken zum Licht
und lehrt ihn vertrauen
auf göttliches Walten
in allem, was ist,
im Weltenall, im Seelengrund.
Erfülle dich, mein Volk, den Mut zur Tat gestrafft!
Du trägst Dein eignes Schicksal in den Händen!
Erkenne dich, trau Deiner eignen Kraft!
So wirst im Kampf du siegend Dich vollenden!
Enkel bist du.
Siegen und Sorgen
gestern Gewesener
dankst du dein Dasein.
Hältst als Ahnherr
Segen und Fluch
fernster Geschlechter
hütend in Händen.
Stehst so im Heute,
Glied einer Kette
zwischen zwei Zeiten.
Hammer und Amboß,
Antwort und Frage,
frei und gebunden.
Anderes formend
selber geformt.-
Blutes und Willens
Gehorchender Diener,-
Blutes und Willens
Gebietender Herr.
Mein Schicksal ist nicht an den Erdenstaub,
sondern an die unsichtbaren Gesetze geknüpft,
die den Erdenstaub regieren.
Die Kraft, die in mir denkt und wirkt,
ist ihrer Natur nach eine so ewige Kraft,
als jene, die Sonne und Sterne zusammenhält.
Der Bau des Weltgebäudes sichert also den Kern meines Daseins,
meines inneren Lebens auf Ewigkeiten hin!
Unbelastet und gesund kam ich zur Welt.
Ich wußte damals noch nicht,
daß dieser Zustand nicht lange hält
und schaute zu tief ins künstliche Licht,
das uns heute alle blendet.
Ich hatte jenen getraut,
die das künstliche Licht gebaut…
Wenn trüb das verlöschende letzte Rot
Herschimmert über die Heide,
Wenn sie liegt so still, so schwarz und tot,
so weit du nur schauest, die Heide,
Wenn der Mond steigt auf und mit bleichem Schein,
Erhellt den granitnen Hünenstein,
Und der Nachtwind seufzet und flüstert darein
Auf der Heide, der stillen Heide.
Das ist die Zeit, dann mußt du gehn
Ganz einsam über die Heide,
Mußt achten still auf des Nachtwinds Wehn
Und des Mondes Licht auf der Heide:
Was nie du vernahmst durch Menschenmund,
Uraltes Geheimnis, es wird dir kund,
Es durchschauert dich tief in der Seele Grund
Auf der Heide, der stillen Heide…
Wen anders als die Natur können wir fragen um zu wissen wie wir leben sollen, um wohl zu leben?
Als ich noch Kind war da war er schon alt, der mächtige Lindenbaum draußen im Wald. Sah hunderte Winter schon kommen und gehn, hat Kriege und Frieden ins Land ziehen sehn. Einst bog sich im Winde noch sein schlanker Stamm, bald lehnten sich müde Wandersleut dran. Zu ihm trug Volk oft die Sorgen vom Tag, kündete ihm wenn ein braver Freund starb. Erblickte ein kleines Kind das Licht der Welt, wurde es auch gleich dem Baume erzählt. Gab es Anlaß zur Freude, zu Leid, wußte der Lindenbaum es sogleich. Heiliger Brauch war es zu alter Zeit, daß in seinem Schatten man schlichtete Streit. Unter den Zweigen, da sprach das Thing Recht, und selten nur war solch ein Baumurteil schlecht. Wie das Schwert am Ende auch lag, recht gerichtet ward jegliche Tat. Der mächtge Lindenbaum hat manche Nacht bei heimlicher Liebe leis rauschend gewacht. Und wand die schöne Braut dann ihren Kranz drehte sich um seinen Stamm froher Tanz. Denn eine Hochzeit beim Baume versprach, kinderreiche Ehe, die niemals zerbrach. Singend hat Volk sich einst um ihn geschart, so wurde manch uralte Weise bewahrt. Und lehnend am moosgen, knorrigen Holz besang man dort Heldenmut und Frauenstolz. Und so manches blondlockige Kind jauchzte, spielte im Laube der Wind. Heute jedoch ist es draußen so still, weil keiner mehr hin zu dem Lindenbaum will. Heute steht einsam vergessen er da, er der einst Freund aller Menschen hier war. Die Krone ist müde und krank ist der Stamm, selbst der Regen nagt noch daran. Es kommen Männer, die Linde lebt auf: Folgen diese etwa wieder dem alten Brauch? Seht! Sie kommen direkt zu ihr her. Was tragen sie auf ihrem Rücken so schwer? Sie schwingen die Axt. Es rauschet die Kron: Es fällt ein Jahrtausend mit ächzendem Ton.
Viel Stimmen gehen durch die Welt,
Verworren sind die Zeiten:
Ein Ruf vor allen mir gefällt,
Der soll mein Leben leiten:
Heil dem, der seinem Volk sich gibt,
Dem Deutschen Heil, der Deutschland liebt.
Gar viele trachten Tag und Nacht,
In Eifersucht geschäftig:
Hat keiner was zustand gebracht,
Was groß und dauerkräftig:
Nur Eitelkeit lieh ihnen Kraft
Und eitel ist, was sie geschafft.
Wann einer von den Stürmen weht,
Wie sie ein Volk durchwittern, –
Was, glaubt ihr, daß alsdann besteht
Von diesen bunten Flittern?
»Fort« – wird es donnern – »Tand und Spiel,
Jetzt gilt es Tat und ernstes Ziel.«
Dann Heil dem Mann, der sprechen kann:
»Mein Volk, lang harr' ich deiner!
Gib jedem seinen Posten an,
Sprich schnelle, wo ist meiner?
Und sei's das Wort und sei's das Schwert: –
Ich will es führen, deiner wert!