Was man nicht aufgibt,
hat man nicht verloren!
Ich las heut` einen alten Wappenspruch
In einer Stadt mit starkbewehrten Toren,
Und schrieb ihn mir ins eigene Lebensbuch:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
So mancher wilde Sturm berennt das Haus,
Als hätten alle Teufel sich verschworen –
Doch ehern steht dies Wort im Wettergraus:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Und läg` auf uns das ganze Weh der Welt –
Wohlan, wir sind vom Leid nur auserkoren,
Das es uns brennend auf die Probe stellt:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Der Feige bleibt ein jämmerlicher Knecht –
Nur Starke sind zum Heldentum geboren!
Ein tapferes Herz behält im Leben recht:
Was man nicht aufgibt, hat man nicht verloren!
Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.