O meine grüne Heimat,
ahnenerwählte du!
immer fliegt dir mein Sehnen
wie eine Lerche zu.
Immer singt es das eine
Lied, das dir gilt!
Immer in all meinem Schaffen
lebte, Mutter, dein Bild.
Alle Gestalten trugen,
die ich dichtend gebannt,
immer dein eigenstes Leben,
du mein geliebtes Land.
Alle meine Gesichte,
Wälder, Menschen und Tier,
stiegen, grünes Ostpreußen,
wie ich selber aus dir!
Alle meine Gesichte
werden dort um mich sein,
gehe ich, Mutter, wieder
wie ein Kind in dich ein!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Blumen sind die Liebesgedanken der Natur.
Die Höhe des Lichtes, der Gipfel der Kraft
Ein Feuer des Dankes wird heut‘ entfacht
Es blüht und es drängt und steht voll im Saft
Wir tanzen heut‘ wild bis tief in die Nacht
Die Frucht ist im Werden, die Erde im Schwange
Das Feuer, es zuckt, es sprühen die Flammen
Ich liebe, ich lasse, es mir ist nicht bange
Von der Erde, vom Lichte wir alle abstammen
Der staunenerregende Kosmos der deutschen Sprache, der Wörter, Sätze, Gedanken dieser Sprache, er bestünde nicht, wenn es seinerzeit nicht den Kriegern des Cheruskers Arminius gelungen wäre, den römischen Imperialismus aufzuhalten. Arminius ist damit der Urvater der deutschen Philosophie, der deutschen Musik und Kunst, der deutschen Technik, der deutschen Handwerkskunst und Kriegskunst und vieler anderer Kulturbeiträge, die von der Menschheit in breitestem Umfang in Anspruch genommen werden. Seine Wirkung war eine eminent kulturelle!
Wir glauben an die Kraft des Wahren,
an starke Liebe, starkes Hassen.
Wir glauben an den Sieg des Klaren,
an Hände, die vom Werk nicht lassen.
Wir glauben an die Kraft der Einheit,
an Heldentum, das sich vollendet.
Wir glauben an den Sieg der Reinheit,
die sich zur Opfertat verschwendet.
Wir glauben an die Kraft des Mutes
und an die Ehre unsrer Waffen.
Wir glauben an den Sieg des Blutes,
das uns zu einer Art geschaffen!
Zwischen Roggenfeld und Hecken
Führt ein schmaler Gang;
Süßes, seliges Verstecken,
Einen Sommer lang.
Wenn wir uns von ferne sehen,
Zögert sie den Schritt,
Rupft ein Hälmchen sich im Gehen,
Nimmt ein Blättchen mit.
Hat mit Ähren sich das Mieder
Unschuldig geschmückt,
Sich den Hut verlegen nieder
In die Stirn gerückt.
Finster kommt sie langsam näher,
Färbt sich rot wie Mohn;
Doch ich bin ein feiner Späher,
Kenn die Schelmin schon.
Noch ein Blick in Weg und Weite,
Ruhig liegt die Welt,
Und es hat an ihre Seite
Mich der Sturm gesellt.
Zwischen Roggenfeld und Hecken
Führt ein schmaler Gang;
Süßes, seliges Verstecken,
Einen Sommer lang!
So feierten die Ahnen einst das Fest:
Und alles Innige und Sinnige
Und alles Dichterische und Ahnende
Brach mächtig hervor, was tief geborgen
In unseres Volkes edler Seele ruht.
Noch grüßen aus der Heldenzeit herüber
Uns diese Feuer; mahnend grüßen sie!
Es brennt das Sonnenwendfeuer rasch herab;
Doch in der Seele unseres Volkes lodert
Ein Feuer unauslöschbar heil'ger Glut,
Das Feuer flammender Begeisterung
Für dieses Volkes Eigenart; und wahrlich,
Nicht früher wird erlöschen diese Glut,
Bis daß der letzte deutsche Mann verblich.
Wir aber schwören zur Sonnenwendzeit,
Das Feuer deutscher Volksbegeisterung
Zu pflegen immerdar, treu bis in den Tod!
Man sollte alle Tage
wenigstens ein kleines Lied hören,
ein gutes Gedicht lesen,
ein treffliches Gemälde sehen und,
wenn es möglich zu machen wäre,
ein vernünftiges Wort sprechen.
Gebt deutschen Kindern deutsche Namen!
1.
Ein Volk, das im schärfsten Kampfe um seine Zukunft und gegen fremde Herrschaftsansprüche steht, sollte auf fremdvölkische Namen verzichten.
Die Vornamen der nordländischen, uns artverwandten Völker sind nicht grundsätzlich abzulehnen; jedoch ist der Reichtum an eigenen Namen so groß, daß man die skandinavischen ohne weiteres entbehren kann.
Man wähle deshalb auch die heimische Namensform statt der skandinavischen (z. B. Ingeburg statt Ingeborg oder Zusammensetzungen mit Bern statt Björn).
2.
Der deutsche Vorname soll dem Kinde ein Beispiel und ein Hochziel für das Leben mitgeben!
In der Besinnung auf unsere eigene Art sollten wir deutschen Kindern nur Namen deutscher Herkunft geben.
Die überlieferten Vornamen germanischen Ursprungs enthalten samt und sonders in edler Form und Sprache Bilder deutschen Wesens und deutscher Sinnesart.
Sie künden von Kampf und Sieg, von Ruhm und Ehre, von Trotz und Treue, von Mut und Kraft, Kühnheit und Adel.
Nach diesen Wunschbildern sollte die Namenswahl erfolgen.
Der Wunsch aber ist, daß das Kind seinem Namen Ehre machen möge.
3.
Die Überlieferung soll gewahrt bleiben.
Deutsche Namen, die in der Familie gang und gäbe sind, sollte man möglichst in ihr weitervererben.
Oftmals sind undeutsche Namen seit einigen Generationen in einer Familie gebräuchlich; man sollte in diesen Fällen zu den älter üblichen Namen zurückkehren.
Der undeutsche Name ist gewöhnlich nur etwa in zehn Geschlechterfolgen üblich gewesen. Hunderte von vorangegangenen Geschlechtern aber hatten germanische Vornamen getragen.
4.
Das deutsche Namensgut ist so formenreich, daß es nicht angebracht ist, krampfhaft nach ausgefallenen Vornamen zu suchen.
Ebenso ist davor zu warnen, ausgesprochene Modenamen zu wählen, z. B. Namen aus Tanzschlagern und Liedern, von Filmstars oder Modehelden; denn das einst erwachsene Kind wäre dann für alle Zeiten mit einem Namen behängt, der für seinen Träger selbst nichts besagt und dessen Ursprung schon vergessen ist.
Ebenso sollte die modische Sitte verschwinden, zwei einander fremde Namen zusammenzukoppeln (z. B. Annerose, Heidemarie).
5.
Der Name kann nach einem Vorbild aus Gegenwart und Geschichte gewählt werden.
Vielfach erhält das Kind den Namen seines Treumundes.
Indem man den Vornamen eines berühmten Deutschen wählt, kann man damit den Wunsch verbinden, das Kind möge diesem Vorbild nacheifern.
Es ist ebenso möglich, seinem Kinde den Namen eines gefallenen Helden zu geben.
6.
Der Vorname soll zum Familiennamen passen.
Zu einem einsilbigen Familiennamen wird im allgemeinen ein mehrsilbiger Vorname besser klingen als ein einsilbiger und umgekehrt (z. B. Waldemar Schulz, Ulf Gattermann).
Auch der Stabreim kann für die Namenswahl mitbestimmend sein (z. B. zum Familiennamen Hagen die Vornamen Helga, Harro, Herbert, Hilde).
Jedoch sollte für die Wahl eines Namens niemals allein der Wohlklang ausschlaggebend sein. Wichtiger ist die Namensbedeutung.
7.
Neben den allgemeindeutschen Vornamen sollten die in den Stämmen gebräuchlichen Sonderformen möglichst erhalten bleiben.
Es soll damit keiner Eigenbrötelei der Stämme Vorschub geleistet werden.
Jedoch sind in den einzelnen Landschaften besondere Formen der germanischen Vornamen überliefert, die es verdienen, lebendig zu bleiben.
Es ist dagegen unerwünscht, solche stammesgebundene Namen willkürlich zu verpflanzen oder zu verallgemeinern.
8.
An Stelle der Kurzformen sollten möglichst die Vollformen gewählt werden.
Neben den gemeindeutschen Vollformen sind landschaftlich verschiedene Kurzformen gebräuchlich, die als Rufnamen gebraucht werden können (z.B. Vollform: Friedrich, Kurzform: Fritz, Frerk, Friedel, Friedo, Frieder, Fredel usw.).
In unserer Namensgebung sollten jedoch die Vollformen bevorzugt werden.
Was du auch tun magst,
um reiner, reifer, freier zu werden,
du tust es für dein Volk!
Ein Wert von Münzen wird gewogen,
beim Wert vom Gelde wird gelogen,
ist wertlos wird auch immer sein,
nur Lüge, ein fiktiver Schein.
Der Mensch, die Tiere, all die Pflanzen,
die Sonne, Wald, die Welt im Ganzen,
das Wasser, Berge schöne Wiesen,
des Windes wahrhaftige Prisen.
Ein wahrer Wert jetzt gebt gut acht,
nur wir sind das, was uns ausmacht,
was wird gesprochen an manchen Ort,
ist nur Gesagtes, nur ein Wort.
Den Wert des Lebens unschätzbar,
eben wie Zeit und Jahr um Jahr,
für Diese die den Wert noch finden,
Ihr eigen Selbst mit dessen binden,
wird schwinden eine innen Kühle,
erlangt zurück: Selbstwertgefühle.
Wer zweifelt,
verzweifelt,
Angst verkündigt den gezückten Donnerschlag über dem Haupte.
Wer hofft,
hat schon gesiegt und siegt weiter!
Sei künftig auf der Lebensreise,
Wie hier in diesem Buch
Die vollgeschrieb'nen Blätter, weise,
Doch berg' es vor der Menge klug,
Durch Thaten nur, nicht durch Sentenzen,
Such' mild wie Mondenlicht zu glänzen,
Moral'sche Schwätzer gibt's genug!
Von der Elbe bis zum Rheine
Und zurück in das Ungarland
Sind die besten Fraun alleine,
Die ich auf der weiten Erde fand.
Weiß ich recht zu schauen
Wackern Sinn und Leib,
Helf mir Gott - ich schwöre,
Daß das deutsche Weib
Besser ist als andre Frauen!
Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet,
das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt,
das Kostbarste, was er im Leben besitzt,
ist die Familie!
Manche Politiker muß man behandeln wie rohe Eier.
Und wie behandelt man rohe Eier?
Man haut sie in die Pfanne.
Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
In sternenklarer Nacht,
in Mondes bleichem Licht,
die letzte große Andacht
er leise vor sich spricht.
Die Lippen blau gefärbt,
die Hände zittern schon,
umfassen fest das Schwert,
dem Schmerz zum Trotz und Hohn.
Die Wunden bluten nicht mehr,
der Strom ist längst versiegt,
es ruft ihn schon das große Heer,
die Angst vor’m Tod verfliegt.
Die Hände fassen fester
Und Lippen beten leis',
für Mutter, Vater, Schwester,
sein Leben ist der Preis.
Zu streben für die Lande,
die er schon früh geliebt,
so Tod ist keine Schande
durch Feindes Stich und Hieb.
Die Augen fassen Sterne,
er möchte nicht mehr flieh'n.
Sie sehen weite Ferne,
sie seh'n sein Leben zieh'n.
Die Nacht schreitet weit voran,
bald wird es dämmern schon.
Und dann die Sonne kann
besteigen den gold'nen Himmelsthron!
Der Mann des Weibes Schutz und Hort,
Das Weib des Mannes Zier!
Sommer
Ihr singt von schönen Frühlingstagen,
Von Blütenduft und Sonnenschein,
Ich will nichts nach dem Frühling fragen,
Nein Sommer, Sommer muß es sein.
Wo alles drängt und sich bereitet
Auf einen goldnen Erntetag,
Wo jede Frucht sich schwellt und weitet
Und schenkt, was Süßes in ihr lag.
Auch ich bin eine herbe, harte,
Bin eine Frucht, die langsam reift.
O Glut des Sommers, komm! Ich warte,
Daß mich dein heißer Atem streift!
Wir haben lange geliebt und gekost,
nun ist uns das eiserne Schicksal erlost.
Wir Männer, wir brauchen keinen Trost,
doch sollen auch Kinder und Frauen
aus leuchtenden Augen schauen.
Der Todesvogel in Wolken kreist,
weiß keiner, wen er in die Fänge reißt,
weiß keiner, wer morgen verwitwet, verwaist –
der Trost soll die Herzen euch festen:
Schwerttod nimmt immer die Besten.
Ihr wiegtet rosige Kinder in Lust,
ihr hieltet den Liebsten an brennender Brust,
ihr habt vom Glück und der Liebe gewußt,
nun laßt euer Zukunftsgrämen:
Was war, kann keiner euch nehmen.
Verscharrt man euch draußen in fremdem Sand
den Vater, so habt ihr ein Vaterland,
an das euch sein blutiges Sterben band.
Das sollt ihr statt seiner lieben,
so ist euch das Beste geblieben.
Fällt euch in blutiger Schlachtenfron
im Blachfeld draußen Sohn um Sohn,
so ward eurem Leben der höchste Lohn:
Ihr habt sie dem Volke erzogen,
sie haben euch nicht betrogen.
Die Dornenkrone drückt euch schwer
und drückt euch täglich mehr und mehr,
doch besser Haus als Seele leer!
Drum laßt aus den Augen, den feuchten,
den Stolz der Seele leuchten!
Wie traulich ist's im stillen Zimmer,
Die Uhr tickt heimlich auf dem Schrank,
Um Blumen spielt der Sonne Schimmer,
Und Tisch und Bank sind spiegelblank.
Im weichen Lehnstuhl sitzt das alte,
Schier achtzigjährige Mütterlein,
Auf welker Stirne Falt' an Falte,
Doch in den Augen Sonnenschein!
Vertraulich schmiegt sich ihrem Schoße
Ein blühend Kinderpärchen an,
Dem sie das Bilderbuch, das große,
Auf vieles Bitten aufgetan.
Nun blühen Märchen aus dem Munde,
Wie Rosen aus dem Dorn erblüh'n,
Die Kleinen lauschen still der Kunde,
Und ihre vollen Wangen glüh'n.
's ist nur ein Bild, doch füllt es immer
Die Augen mir mit Tränentau,
Mir ist, als kennt ich dieses Zimmer,
Die Kinder und die alte Frau!
Es rauscht eine Woge und rollt zum Meer.
Ein Funke leuchtet und fällt herab.
Es blüht eine Blume und welkt im Tau.
Es lebt ein Mensch - und sinkt ins Grab.
Ein Tropfen allein wird nie zum Meer.
Ein Funken allein wird nie zum Licht.
Ein Mensch allein verfliegt wie ein Hauch,
wie ein Reis, das im Winde einsam zerbricht.
Ich bin ein Tropfen. Ein Funken der Glut. —
Doch fühl’ ich, mein Leben kann nie verwehn!
Ich bin im Volk und das Volk ist in mir,
und ich weiß: Mein Volk, das wird ewig bestehn!
und sollst einst wissen,
daß dieses Leben süßer Atem,
daß dieser Herzschlag tiefes Eigentum
nur Lehen ist, und daß durch euer Blut,
Vergangenheit und Ahnenerbe
und fernste Zukunft rollt,
und daß für jedes Haar auf eurem Haupte
ein Kampf, ein Weh, ein Tod gelitten ward!
Ahnen sind für den nur Nullen,
der als Null zu ihnen tritt.
Steh als Zahl an ihrer Spitze,
und die Nullen zählen mit!
Der Bundestag hat wie ein Leu gebrüllt.
Seid ihr von Grausen, Deutsche, nicht erfüllt?
Macht euch gefaßt auf unerhörte Dinge!
Er geht umher und sucht, wen er verschlinge.
Nicht doch! Es war kein Brüllen, wie ihr wähnt.
Der Bundestag hat nur sehr laut gegähnt;
Denn auf der Bärenhaut der Protokolle
Sich wälzend, spielt er schlafend seine Rolle!
Und darzu ist die Sippschaft gut,
daß einer Hilf dem andern tut,
in Not zusammen rinnt das Blut!
Die ihr Völker heil'ge abdämmet von der Freiheit Meer: –
Ausmündend bald, der Newa gleich, braust sie und jubelt sie einher!
Der Winterfrost der Tyrannei stolz vom Genicke schüttelt sie
Und schlingt hinab, den lang sie trug, den Eispalast der Despotie!
Noch schwelgt ihr in dem Blitzenden, und tut in eurem Dünkel, traun!
Als käme nun und nie der Lenz, als würd' er nun und nimmer taun!
Doch mählich steigt die Sonne schon, und weich erhebt sich schon ein Wehn;
Die Decke tropft, der Boden schwimmt – o, schlüpfrig und gefährlich Gehn!
Ihr aber wollt verschlungen sein! Dasteht ihr und kapituliert
Lang erst mit jeder Scholle noch, ob sie – von neuem nicht gefriert!
Umsonst, ihr Herrn! Kein Halten mehr! Ihr sprecht den Lenz zum Winter nicht,
Und hat das Eis einmal gekracht, so glaubt mir, daß es bald auch bricht!
Dann aber heißt es wiederum: – Abwärts mit brausendem Erguß,
Abwärts durch Schnee und Schollenwerk drängt sich und macht sich Bahn der Fluß!
Die letzten Spuren seiner Schmach malmt er und knirscht er kurz und klein –
Und flutet groß und ruhig dann ins ewig freie Meer hinein!
Vesper
Die gerechte Strafe für manche wäre,
mit ihrem wahren Gesicht
herumlaufen zu müssen.
Ihr werdet erleben,
wie sie unser Land verschachern,
um ihre eigene erbärmliche Macht zu sichern!
Ich finde eine gewisse Befriedigung darin, daß ich sterben darf.
Vielleicht kann ich durch mein Vorbild helfen!
Jahr: 1923
Wer sleht den lewen? wer sleht den risen?
wer überwindet jenen unt disen?
daz tuot einer der sich selber twinget
und alliu sîniu lit in huote bringet
ûz der wilde in stæter zühte habe.
geligeniu zuht und schame vor gesten
mugen wol eine wîle erglesten:
der schîn nimt drâte ûf unt abe.
Wer erschlägt den Löwen? Wer erschlägt den Riesen?
Wer überwindet jenen und diesen?
Das kann nur einer, der sich selbst bezwingt
und alle seine Glieder unter Kontrolle bringt,
der bannt in fester Zucht die ungefügen.
Vor Fremden mit schönen Posen und Manieren
kann man wohl für eine Weile brillieren:
Der hohle Glanz wird schnell verfliegen.
Es leben die Philister
Ihre Gevattern und ihre Geschwister
Die Poetenverachter, Monetenbetrachter
Die Luchser, die Muckser
die Pfennigfuchser
Die Mucker und Achselzucker
Die Agio- und Taxenkucker
die Linsenleser
und Zinsenzähler
Die Couponschneider und Hungerleider
Die, wo andere vor Freude weinen
gleich mit dem Regenschirm erscheinen
und wo die Freude droht einzuschlagen
den Blitzableiter in der Tasche tragen
Die den Teufel scheuen
und sich wie Teufel freuen
Die nicht mehr mit dem Zopfe prangen
und doch an dem Zopfe hangen
Die Pantoffelgedrückten, Kartoffelentzückten
Wasser-Verprasser
Die sich mit der Schlinge der Mäßigkeit schnüren
und doch die Klinge der Gefräßigkeit führen
die in lauter Formen und Normen sich bewegen
in lauter Schmiegen und Biegen sich regen
Die auf dem Stuhle des Schlendrians sitzen
und in der Schule des Bocksbeutels schwitzen
Es leben die Philister
ihre Gevattern, ihre Geschwister
Denn – wenn die Philister nicht mehr leben,
so wird es auch keine Poeten mehr geben!
Westlerisch sein heißt:
Mit der Phrase der Freiheit auf Betrug ausgehen,
mit dem Bekenntnis zur Menschlichkeit Verbrechen in die Wege leiten,
mit dem Aufruf zur Völkerversöhnung Völker zugrunde richten.
Befreit euch von euren Ketten im Kopf,
dann bersten die Ketten,
die eure Körper fesseln, ganz von allein!
Solange wir reden, steht alles in Frage;
sobald wir handeln, nur noch das Gelingende That!
Eintauchen in einen Brunnen aus Zeit,
sich verlieren zwischen Generationen,
dem Labyrinth von Geschlechtern folgen,
das Irrlicht des Anfangs suchen.
Kriege erleben und Hungersnöte,
Seuchen und Feuersbrünste.
Dabei wie Gott sein,
ergriffen und unbeteiligt,
mit dem Wissen
von Jahrtausenden.
Tiefer und tiefer steigen,
um jene zu treffen,
die als erste den Boden bestellten,
der sie später verschlang
und mich trägt.
Ihre und meine
geborgte Heimat
auf Zeit!
Wer darf es wagen, sich ehrlich zu nennen, wenn er es nicht in bitterster Not bewiesen hat?
Wer darf sich überhaupt irgendeine Tugend beilegen, bevor er sie in den schwierigsten Lagen und Versuchungen erprobte?
Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück.
Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond,
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt.
Weisheit, die du lang gesucht
In den Bücherein,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt -
Denn nun ist sie dein.
Der römische Hirte läßt den Ablaß glänzen,
Die Altfrau Kirche weiß mit Indulgenzen
Von jeder Schuld Gewissen rein zu schaffen!
Er hatte seit Jahren nicht mehr gesät
Verstreut noch reifte ihm das Getreide
Zuletzt ließ er den Hafer ungemäht
Sein Pferd verlor sich auf der Weide.
Er brach eine Zeit noch Beeren vom Ast
Als müßte er einen Hunger stillen
Dann vergaß er auch diese letzte Last
Um seiner tieferen Ruhe willen.
Er saß vor der Hütte bei Tag und Nacht
Die Hütte verfiel in Wind und Regen
Allmählich wuchsen die Gräser sacht
Seinen Füßen und Knien entgegen.
Und wuchsen langsam durch seine Hand.
Er ward wie ein Sieb, ohne Außen und Innen.
Gleichmäßig und ganz ohne Widerstand
Konnten die Jahre durch ihn rinnen.
Ihr bildet euch ein, durch eure erzieherischen Talente einen Menschen gewandelt zu haben, und doch habt ihr meist nur einen Komödianten, einen Heuchler oder einen Feigling aus ihm gemacht!
Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat.
Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.
Sei in dem Reich von Asche
Der Flamme letztes Licht
Am Ende aller Tage
Lass Du den Glauben nicht
Das Reich der schwarzen Schatten
An eignem Wesen bricht
Verdammt vom ersten Anfang
Wollt es gelingen nicht
Der Geist ist aus der Flasche
Es bäumt sich auf der Wicht
Doch brüchig ist die Waffe
Mit der der Lügner ficht
Bleib treu beim letzten Male
Dann stehst Du im Gericht
Wie Du im Glauben standest
Die Sonne im Gesicht
Legt um euch alle nicht nur das einengende, goldene Band der sittlichen Menschlichkeit, sondern auch das Stahlband der gleichhohen Vaterlandspflicht! Verstärkt dieses Stahlband immer weiter, bis es zur ehernen Mauer wird, in deren Schutze ihr leben wollt und einzig und allein leben könnt inmitten der Brandung der europäischen Welt! Glaubt mir, diese Brandung wird andauern. Keine menschliche Stimme wird sie bannen, kein menschlicher Vertrag wird sie schwächen! Wehe uns, wenn die Brandung ein Stück von dieser Mauer abgebrochen findet. Es würde zum Sturmbock der europäischen Völkerwogen gegen die noch stehende Feste werden. Das hat uns unsere Geschichte nur zu oft gelehrt!