Einen Tyrannen zu hassen vermögen auch knechtische Seelen,
Nur wer die Tyrannei hasset, ist edel und groß!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Volk ist nicht Zeit, Volk ist nicht Raum,
Volk ist nicht Tag, Volk ist nicht Traum-
Volk ist ein Leib, darinnen rinnt
ein heiliger Strom, dem wir verfallen sind!
Nun kommt mit leisen Wehen der frühlingfrohe März, die Flut der großen Ströme zieht brausend tälerwärts. Und in den lauen Lüften beginnt der Vogelflug und quert von Süd nach Norden der Wolken schweren Zug. Die dunklen Wälder duften nach Harz und jungem Moos, die Saat der Felder biegt sich im Winde frei und bloß. Nun ist ein helles Rufen der Freude in der Welt, das schwingt durch alle Fluren hinan zum Himmelszelt!
Sieh', das ist es ja, was man so unter Deutsch versteht, im höchsten Sinn:
Der Wille zum Unmöglichen, zum Ziel der Ziele, zur Vollendung, die sich nie auf Erden findet, aber ahnen läßt, im Wohllaut aller Töne, Formen, Farben, im Gleichmaß der Gestirne und Gesetze, im Abglanz einer ew'gen Harmonie.
Zur Einheit will der Deutsche, will heraus aus Trug und Schein, ein Ganzes will er, und wenn er kämpft, so ist's nicht der Triumph und nicht die Beute, die ihn spornt, es ist das Wunder der Vollkommenheit!
Ehemänner, die sich freiwillig an der Abmagerungskur ihrer Frau beteiligen, gehen mit ihr wirklich durch dick und dünn.
Einst, wenn Eure Kinder fragen:
Vater, wo ist der Goethe unserer Zeit?
Dann sollt ihr ihnen sagen:
Weit, weit
hinter der Düna, hinter dem Don
scharrten wir ihn in ein mooriges Grab.
Was wußten denn wir davon,
als wir ihn senkten hinab?"
Was lag an der Menschheit ew’gen Gesängen?
Wir mußten doch eine Brücke sprengen!
Das war das wichtigste unserer Zeit.
Damals weit, weit."
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Haben wir einen Rembrandt nicht?
Mögt ihr ihnen sagen,
aber seht ihnen nicht ins Gesicht:
In Afrika drüben, in El Alamein,
gruben wir ihn in den Flugsand ein.
Wir mußten dort einige Klippen halten,
die uns mehr als Rembrandt galten!
Im Schuß er die Bergwand niederrollte,
der sein Jahrhundert beglücken wollte.
Was war denn ein Leben in jener Zeit?
Damals weit, weit?
Einst, wenn eure Kinder fragen:
Unser Beethoven, wo ist der?
Mögt ihr Alten nur müde sagen:
Den wiegt und schaukelt hin und her
die graue Welle im eisigen Meer.
Weit oben im höchsten Nord
schlug ihn die Sturzsee über Bord.
Wir hörten noch seinen letzten Schrei,
dann traf ihn vom russischen Flugzeug das Blei.
Der Sturm, der über Finnland zieht
singt ihm und orgelt in tiefen Akkorden
ewiges Schlummerlied.
Weit oben im hohen Norden -
und das wäre Beethoven geworden!
Einst, wenn Eure Kinder ergrauen,
mögen sie wohl auch Künstler schauen,
hochragend über ihre Zeit -
weit leuchtend, weit.
Doch die hingemäht waren, jene leicht Verletzlichen
sind die Unvertretbaren, ewig Unersetzlichen.
Neue Verse, neue Bilder, neue Lieder,
wie Gott sie allen Zeiten verlieh.
Aber die Großen des Volks gibt Gott nicht wieder - nie!
Jahr: 1944
Unsere Welt-Land-Stadt- und Kommunalpolitiker sind gerade dabei, alles kaputt zu machen, was die Erdbewohner seit dem Ende des kalten Krieges Positives aufgebaut und Negatives friedlich und eindrücklich beendet haben.
Die Fundamente für einen neuen eisernen Vorhang sind jedoch leider schon wieder so weit fertiggestellt, daß es um uns bald wieder sehr dunkel werden könnte.
Völker, vereinigt euch! Zeigt all diesen (vermeintlich) übermächtigen Politiker, dass wir nicht mehr alles gutheissen oder kommentarlos alles herunterschlucken!
Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz der Rufe der Millionen:"Nie wieder Krieg!", entgegen all den Hoffnungen auf eine schöne Zukunft, muß ich sagen:
Wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft, beibehalten wird, so wage ich es, heute zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen"!
Jahr: 1862 - 1930
O Heimat, Erde unsrer Jugendtage,
da alles leuchtete in Glanz und Licht,
ihr Berge, Wälder, leis durchraunt von Sage
und Märchen! Mutterlaut, der zu uns spricht
mit süßem Ton in jedem Herzenschlage!
Leid unserer Kindheit, mütterlich Gesicht,
wie bist du gramgebeugt von Schmerzen wild,
verdüstert und verhüllt, du heil'ges Bild!
Frei zogen unsre Ahnen ihren Pflug
durch deine Fluren, schafften frei und stark,
frei schwang sich auf zu hohem Geistesflug
ihr Sinn, das Auge treu und ohne Arg
sah stolz um sich und wußte nichts von Trug.
Du letzte Wacht an Deutschlands letzter Mark!
Ein frei Geschlecht, das sich vor Gott allein
nur beugte, frei und friedlich wollte sein.
Da plötzlich ward dein stilles Glück zerstört,
durch schändlichen Betrug die Freiheit dir
geraubt. Getäuscht durch Lügen unerhört
hat dich des Feindes Haß in wilder Gier
getreten und mit Letten dich beschwert.
Auf schriest Du wild und rangst die Hände irr:
Da gellten Schüsse, mordeten in Scharen
die Treuesten, die je auf Erden waren.
O Brüder, unser Blut ist da geschossen
aus tausend Wunden, hat die Heimat rot
gefärbt und hat besiegelt und beschlossen
das Bündnis zwischen uns und ihrer Not.
Harr aus, o Heimat, leid es unverdrossen
und sei gewiß, dein Leid steigt empor zu
dem Richter und dem Rächer, dessen Hand
Verräter straft. Harr aus, Sudetenland!
Sei stark im Dulden, fest und treu im Glauben:
Der Henker beugt den starken Willen nicht:
Kein Wüterich kann dir die Ehre rauben,
so lang du glaubst an Treue und an Pflicht.
Harr aus, bis einst im Donnerwort den Tauben
der Herr ihr Urteil streng und furchtbar spricht
und Deutschlands Adler seine Flügel weit
aus dehnt zu neuer Macht und Herrlichkeit!
Jahr: 1919
Ich bin der liebe Knecht Ruprecht,
Nun rate, was ich bei mir hab'!
Es sind nicht Äpfel, sind nicht Nüsse,
Es sind nicht Mandeln und nicht Zucker,
Und auch nicht Haferbrei, o nein!
Nun rate doch, was kann es sein?
Es sind ganz kleine Kinderhändchen,
Die faltet man zum frommen Gebet,
Und wenn das Christkind sie betrachtet,
Dann lächelt es und segnet sie.
Jahr: 1862
Der Mensch kommt unter allen Tieren in der Welt
dem Affen am nächsten.
Du schlafende Schönheit, ich schaue dich an
und sehe wie ruhig und selig du liegst,
doch weiß ich im inn'ren es anders und kann
es kaum mehr erwarten bis du wieder fliegst.
Du liegst wie Dornröschen, vom Fluche bedeckt-
und doch lebst du weiter, bis daß du geweckt!
Du bist wie ein Märchen und viel stieß dir zu
hast soviel ertragen, stets weiter gemacht.
Der finstere Geist ließ dich niemals in ruh'
hast dich oft gewehrt, gingst durch dunkelste Nacht.
Doch dunkelste Nacht ist auch einmal vorbei-
dann dämmert der Tag und Dornröschen ist frei!
Erhebe dich Deutschland, vom Kusse berührt,
vom Geiste der Freiheit- die Zeit ist nun da,
die dich in das Leben und Freiheit hin führt,
wie schon vor Dekaden es einstmals geschah!
Beweg deine Glieder und recke dich aus-
genieße die Freiheit im eigenen Haus!
Nach eigenen Wünschen geplant und gebaut
geprüft und entschieden nach eigenem Maß
den eigenen Stärken wird wieder vertraut,
der Freiheit zu Ehren erhebet das Glas!
Die eigene Arbeit sich nun wieder lohnt-
wenn deutsches Gesetz als das oberste thront!
Zunächst etwas wack'lig, dann fester im Schritt
Entdeckst du wie köstlich die Freiheit dir schmeckt.
Mit pochendem Herzen bekommst du nun mit
wie man echten Frieden und Freiheit entdeckt!
Die Schinder, sie sind nun endgültig verbannt-
Wir sind wieder Herren im eigenen Land!
Gelacht und geweint und die Wunden geleckt,
die Ärmel gekrempelt und fest angepackt!
Der Staat für die Menschen ward wiederentdeckt
zerstörtes Vertrauen ward wieder intakt.
Ein Reich für uns Deutsche und Deutschland erblüht-
wenn jeder mit Geist und mit Kraft sich bemüht!
So reicht euch die Hände ob jung oder alt,
die Gräben geschlossen, den Frieden gemacht.
Und gebt uns'rem Glück friedlich Raum und Gestalt,
ein glückliches Leben wird so nur vollbracht!
Und niemand von uns lasse je wieder nach-
dann blüht unser Deutschland, liegt nimmer mehr brach!
Jahr: 2022
Glaube nur, Gott
Hört nicht im Himmel
Geschrei, noch Gebet!
Doch sieh': In dir selber
Hell horchet heimlich Gehör!
Sieh, deine Seele
Kommt wie die Quelle
Tief her an den Tag,
Von Urgrund unendlich
Kündet sie klar dir,
Was ihr gewährt!
Waltend gewiß,
Kundig, verknüpfen,
Zeitenenthoben,
Nornen dein Erbgut.
Starb auch, so strebt doch
In dir der Ahn!
Komm’ an den Quell,
Weih deiner Seele
Wecklieder, leise,
Wirst dann verstehen
Botschaft Deines Blutes:
Wahrhaft und wert!
Die alte Jette hatte sich
redlich, fleißig und kümmerlich
durch ihr Leben geschlagen;
sie flickte, plättete und spann,
und ihr Mann, ja, wo war ihr Mann?
Man wußt es nicht zu sagen!
Zwei stramme Jungen hatte Sie.
es kostete sie manche Müh'
mit den Kindern fertig zu werden.
Aber sie verdroß das nicht,
machte immer das selbe Gesicht
trotz Arbeit und Beschwerden.
Und wenn's im Dorf zu helfen galt,
dann kam die alte Jette bald
als erste herbei gelaufen.
Sie half beim Backen und beim Näh'n,
beim Ernten half sie und beim Säh'n,
beim Sterben und Kindertaufen.
Und eines Morgens in der Früh'
zu Anfang März da sah ich sie
steh'n in unser'm Garten;
und als ich ihr die Hände gab,
da wischte sie sich die Tränen ab,
aus ihren Zügen den harten.
So hatte ich sie nie gekannt.
Ich drückte ihr die alte Hand:
Guten Morgen, Mutter Jette!
Es ist so schön, die Sonne scheint.
Sag mir, warum hast du geweint
und hier an dieser Stätte?
Mein Junge, das wirst du doch nicht
versteh'n,
hast du die Schneeglöckchen geseh'n,
wie sie die Köpfe recken,
wie sie durch den Winterschnee
frisch und mutig sich in die Höh'
nach der Sonnen strecken?
Sieh mal, ich trage manches Leid,
ich habe zum Lachen keine Zeit
und keine Zeit zum Weinen.
Nur ein einziges mal im Jahr,
so im März oder Februar,
wenn die Schneeglöckchen erscheinen.
Dann wird es mir ums Herz so weich,
dann werd ich immer so stark und reich;
ich werde wie neu geboren.
Dann kommt eine Kraft mir und ein Glanz;
ich vergesse dann wieder ganz,
was ich alles verloren.
Du wirst ja auch einmal ein Mann.
Sieh dir diese Schneeglöckchen an.
Gib ihnen ein Versprechen.
Sie sind die ersten, die unverzagt,
die es frischen Mutes gewagt,
die Schneedecke zu brechen.
Später im Sommer, mein kleiner Freund,
wenn jeden Tag die Sonne scheint,
wenn warm die Lüfte spielen,
dann ist es leicht, so mitzublüh'n
wie Rosen oder wie Jasmin
und wie die andern vielen.
Aber jetzt im März, wo noch niemand weiß,
wann zu Ende Kälte und Eis,
als erster sich zu erheben
und zu sagen: Hier stehe ich,
ich will auch meinen Platz für mich.
Das, ja das heißt Leben.
Darum, wenn mir das Herz so schwer,
dann komm ich immer wieder her,
wenn die Schneeglöckchen erwachen.
Darum lieb ich die Blumen so,
weil sie mich mutig und froh
für lange Wochen machen.
Und wenn du später im Leben einmal
stehst vor einer Wahl
gleichwie an welcher Stätte,
denke an die Schneeglöckchen dann:
Nur die Tat mach den Mann!
und an die alte Jette.
Über das Kommen mancher Leute tröstet uns
nichts als die Hoffnung auf ihr Gehen!
Verrat spricht zierlich;
Treue rauh und schlicht!
Es ist nicht die geringste,
tatsächliche Macht vonnöten,
um einen Terrorismus zu begründen,
es genügt, daß jedermann sich ducke!
Kein Augustisch Alter blühte,
Keines Mediceers Güte
Lächelte der deutschen Kunst,
Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
Sie entfaltete die Blume
Nicht am Strahl der Fürstengunst.
Von dem größten deutschen Sohne,
Von des großen Friedrichs Throne
Ging sie schutzlos, ungeehrt.
Rühmend darfs der Deutsche sagen,
Höher darf das Herz ihm schlagen:
Selbst erschuf er sich den Wert.
Darum steigt in höherm Bogen,
Darum strömt in vollern Wogen
Deutscher Barden Hochgesang,
Und in eigner Fülle schwellend
Und aus Herzens Tiefen quellend,
Spottet er der Regeln Zwang!
Horch, liebliches Läuten!
Was will es doch sein?
O selig Bedeuten,
Ei, Frühling soll's sein!
Und hast du im Herzen
Noch Eis und noch Schnee,
Noch Sorgen und Schmerzen,
Nun fort mit dem Weh!
Schneeglöckchen rührt helle
Die Glöcklein so fein -
Wie ist's, du Geselle,
Du stimmst doch mit ein?
Jahr: 1839 – 1890
Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.
Dass keine, welche lebt, mit Deutschlands Sprache sich
In den zu kühnen Wettstreit wage!
Sie ist, damit ichs kurz, mit ihrer Kraft es sage,
An mannigfalter Uranlage
Zu immer neuer, und doch deutscher Wendung reich;
Ist, was wir selbst in jenen grauen Jahren,
Da Tacitus uns forschte, waren,
Gesondert, ungemischt und nur sich selber gleich!
Ihr kalten Heuchler, sprecht von den Göttern nicht!
Ihr habt Verstand! ihr glaubt nicht an Helios,
Noch an den Donnerer und Meergott;
Tot ist die Erde, wer mag ihr danken?
Getrost, ihr Götter! zieret ihr doch das Lied,
Wenn schon aus euren Namen die Seele schwand.
Und ist ein großes Wort vonnöten,
Mutter Natur! so gedenkt man deiner!
Die menschliche Zufriedenheit oder Unzufriedenheit hängt zum großen Teile von seiner Weltanschauung ab!
Die Weisheit ist wie rotes Gold,
Das in der Berge Adern rollt;
Das Lied ist wie der Sonnenschein,
Von oben fließt's in's Herz hinein!
In Schutt und Stein verborgen ruht
Der Weisheit Schatz, das goldne Gut;
In Himmelsfernen, morgenhell,
Entspringt der frische Liederquell.
Der ernste Denker sitzt und sinnt
Daß er der Weisheit Schatz gewinnt;
Der Sänger auf zum Himmel sieht,
Und sieh, der Seele blüht ein Lied!
Das sind die alten Wege,
Die schattigen Alleen,
Des Parkes alte Stege,
Felsburg und kleine Seen.
Das sind die alten Gassen,
Der Marktplatz leer und breit,
Vollauf ist Raum gelassen
Für Kinderlustbarkeit.
Das sind die Laubengänge,
Die uns so wohl behagt,
Durch deren luft'ge Länge
Wir jauchzend uns gejagt.
Und hier am Hallenbaue,
Hier steht das Vaterhaus.
Ehrwürdig Haupt, o schaue –
Ich harre – schau heraus!
O Mutterbild, erscheine!
Geschwister, kommt ans Licht!
Der teueren Seelen keine
Darf fehlen. Säumet nicht!
Schön ist die Welt, sei du, o Mensch, auch schön,
Sei schön und gut, so wird's dir wohl ergehn.
Bedenke. Fernst von Worten liegen Taten,
Fern liegt der Ernte Lust vom Streun der Saaten:
Wer nicht zu handeln, nicht zu säen wagt,
Von dem wird endlich Welt und Glück verklagt!
Ich glaube, das viele Bedenken und Erwägen hat der böse Feind als Unkraut auf die deutsche Erde gestreut!
In Hoffnung streut des Pflügers Hand
Den Samen in das Ahnenland.
In Hoffnung steigt trotz Sturm und Riff
Der Kaufmann in sein schwankes Schiff.
In Hoffnung zieht zu Kampf und Strauß
Der König auf die Walstatt aus.
In Hoffnung trägt des Jünglings Herz
Der Sehnsucht namenlosen Schmerz.
In Hoffnung senkt ins dunkle Grab
Das Weib den Gatten und den Vater hinab.
Und Hoffnung ließ auf dieser Erden
Noch keinen nimmer zu Schanden werden.
Drum, armes Herze, verzage du nimmer:
Was auch geschieht, so hoffe du immer!
Laß die breitgetretnen Plätze,
Steig nach unten, klimm nach oben;
Reiche Nibelungen-Schätze
Liegen rings noch ungehoben.
Und du schaust vom Grat der Berge
Fernes Meer und Ufer dämmern,
Hörst tief unten der Gezwerge
Erzgewaltig dumpfes Hämmern.
Mannagleich wird dich erquicken
Süße, starke Geistesnahrung,
Hell vor den gestählten Blicken
Glänzt die alte Offenbarung:
Wie der gröbste und der feinste
Faden sich zu einem Netz schlingt,
Wie durchs Größte und das Kleinste
Stets das gleiche Weltgesetz dringt.
Aber einmal, – schwer Geständnis, –
Einmal mußt du doch dich beugen,
Und am Ende der Erkenntnis
Steht ein ahnungsvolles Schweigen!
Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,
der froh von ihren Taten, ihrer Größe,
den Hörer unterhält und, still sich freuend,
ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht!
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns des Lebens freun,
Denn bald kommt frost'geolden.
Die Tage des Herbstes zieh'n,
Die Lüfte wehen kühle;
Doch singt ein Lied, ein heitres Lied,
Von alten, guten Zeiten.
Der Nebel steigt, die Blätter fallen,
Doch wir, wir bleiben fröhlich;
Wir lassen uns vom Wein erfreun,
Bis uns der Winter holde.
Jahr: 1850
Jeder Mensch verfügt über ein einmaliges und daher absolut einzigartiges Talentprofil, ein Talentmix, der ihm ermöglicht, ein bestimmtes Problem einer bestimmten Zielgruppe innovativ zu lösen und damit einen großen Nutzen zur Selbst- und Arterhaltung zu leisten!
Um deiner Heimat willen bist du da, du schuldest deinem Volk dein heißes Blut.
Um deiner Heimat willen bist du da, du mußt sie lieben mit der letzten Glut.
Dein Herz soll immerdar nur ihr gehören, sie war es, die die Väter kämpfen sah.
Nur ihr darfst du die Treue schwören, um deiner Heimat willen bist du da.
Uns alle doch beseelt die gleiche Frage, und für uns alle gibt es nur ein Ja.
Das sei der Schwur an jedem Tage: Um unsrer Heimat willen sind wir da!
Mut besteht nicht darin,
dass man die Gefahr blind übersieht,
sondern darin,
dass man sie sehend überwindet.
Dröhnt nicht im Westen jetzt ein fremder Laut?
Klingt weit und ferne nicht ein leises Summen?
Schon schwillt es an zu bösem, lautem Brummen,
das – wachsend – sich zu wilden Tosen staut.
Das größte Heer, das je am Himmel zog
-Die Flotte der Vereinten Nationen-
Trat an zum Morde an Zivilpersonen,
da es die Elbe brausend überflog.
Vom Himmel hoch, da heulen nun herab
Brandbomben - tausendfach – und sausen nieder
Und darüber hin, auf silbernem Gefieder
Kreist kalt der Mörder, der das Nest zertrat.
An hunderttausend sterben in der Wucht
Des ersten Schlages noch an Ort und Stelle.
Doch angebrandet kommt die nächste Welle
Und trifft ins Herz der wüsten, irren Flucht.
Vom, Bombenbersten ist die Luft durchgellt.
In Panik tobt die Masse durch die Straßen,
verbrannt, verstümmelt über alle Maßen,
und trampelt nieder, was da strauchelnd fällt.
Der Kinder blondes Haar wird schwarzer Staub,
und blaue Augen schmelzen aus den Höhlen.
Gedankenschnell verkohlen und verschwelen
der Menschen Häupter in der Hitze Raub.
Vom Feuerscheine ist der Strom umloht!
Die Silbervögel stürzen immer wieder
auf dieses Meer von Weibern, Kindern nieder,
und Bordgeschütze spenden reichen Tod.
Ein Dutzend Kilometer im Quadrat
Des heißen Brand und Tod zuletzt ihr eigen.
Wo noch vor Stunden eine deutsche Stadt,
da schwelen Trümmer, und Ruinen zeigen
aufwärts zum Tor, durch das der Mörder trat,
und klagen an als schamhaft stumme Zeugen.
Ringsum das Tagwerk grauenhafter Wut:
Verschmorte Kinder an verkohlten Brüsten,
verrenkt – ein Meer von Gliedern, Schultern, Hüften,
gegart, gesotten in verkohltem Blut.
Da lag ein Heer von Leichen hingestreut,
umarmend sich im Tode, Kinder Frauen,
und ich, bestellt – ein Zeuge all dem Grauen –
hielt ich als Kriegsversehrter mühsam Schritt.
Gekommen war ich in der Locken Blond-
Doch meine Jugend brach! Brach nicht am Tode,
sondern am Leide, das der Tod verschont
Weiß ward mein Haar, als ich dem Aufgebote
Endlich entrann und wieder heim – zur Front –
Und vor den Feind kam, der von Osten drohte.
Ich hatte einst ein schönes Vaterland,
Die Eichen standen vor dem Haus in Reih'n,
Und über mir die alte Linde stand,
Die ganze Nacht im Traume rauschte sie'n.
Und wenn der Sturm die Linde brach,
Und wenn die Eichen stürzten um,
Und wenn der Blitz die Dörfer schwärzte,
Und wenn die Flammen loderten,
So war es doch mein Vaterland,
Und was ich dort verlor,
Das kann ich hier nicht finden,
Und was ich hier gewinne,
Das kann ich dort nicht missen.
Jahr: 1844
Feuertanz vom Himmel
Lüstern grellt hinab
Soldaten Christi Humanisti
Dresden sinkt ins Massengrab
Phosphorglut zur Elbe
wallend greift das Kind
des Albions Flieger tapfre Krieger
Mauer bricht im Aschewind
Sturmesbrand die Lunge
Brüllend reißt entzwei
Sir Churchills Heere Ruhm und Ehre
Asphalt schluckt des Flüchtlings Schrei
Hitzestoß zum Keller
Gierig schlägt ans Herz
MG-Piloten Freiheitsboten
Glocke stummt in Todes Schmerz
Du prächtig Wort: "Lieber tot als Sklav !"
O, brause du wie Nordlandssturm
durch alle deutschen Herzen hin,
vom meerbespülten Friesenland
bis zu der Alpen Hochgebirg,
und von den Alpen bis zum Meer
erdröhne donnernd wieder her,
rings alles rüttelnd aus dem Schlaf,
du stolzes Wort: "Lieber tot als Sklav !"
Der Deutsche im Angesicht von gestern und heute,
ist uneigennützig, braucht keine Beute -
seinen Verdienst, sein Seelenheil,
findet der deutsche Mensch allerweil,
im Blühen seiner müßig gesetzten Saat,
in dem, was endlich erwächst, aus seiner Tat.
Nicht Geldlohn, noch Lob sind ihm hohen Wertes,
zeigt sich Unrecht ihm, so bekämpft er es,
ohn‘ Eigennutz streitet und ficht er, der Sohn -
Friede, Heil und Glückseligkeit sind sein schönster Lohn.
Ob das Blutband im Unheil verwoben ist,
oder ob Fremdes Blut erfährt Leid und List -
ist in seinem Empfinden nicht mindergewichtet -
der Deutsche sieht es - der Deutsche richtet.
Selbst in schlimmsten Zeiten – in größter Not –
wenn alles was er liebt ist nah dem Tod,
steht ihm die Befreiung des Eigenen,
nur im ganzheitlichen Dienst aller Leidenden.
Sein Bestreben ist das Heil aller Wesen
auf der gesamten Mutter Erde.
Selbstlose Taten zeichnen sein Leben,
sind sein Vermächtnis, sind sein Erbe.
Es ist wahrlich kein Zwang, der ihn dabei leitet.
Sein Ahn ist ihm Vorbild, das vor ihm reitet,
sein Blut ist ihm Weiser,
der deutsche Allgeist sein Meister.
Des deutschen Volkes Hochgeist weiß,
dass er sein muss, wie er ist,
dass er handeln muss, wie er handelt
und, dass seine Taten im allgroßen Reigen,
den Weg zur Freiheit, den Weg ins Lichte zeigen!
Kameradschaft ist stärker als das Sterben.
Kameradschaft ist größer als der Tod.
Kameradschaft ist etwas Überirdisches.
In ihr glüht der Funke der Ewigkeit!
Die Geschichte der Völker gibt uns Kunde von den ohnmächtigen Bemühungen der politischen und kirchlichen Gewalten um Erhaltung des körperlichen und kirchlichen Sklaventums der Menschen;
die künftige Geschichte wird die Siege der Freiheit beschreiben, welche die Menschen durch die Erforschung des Grundes der Dinge und der Wahrheit erlangen!
Wir bauten gemeinsam das Schicksals-Schiff
Ich den Kompaß im Blick, Du das Ruder im Griff
Hol ein den Anker, es geht guter Wind
Die Segel gehißt, der Kurs ist bestimmt!
Leben ist Meer und die Liebe ein Schiff
Umschiffend in stürmischer See jedes Riff
Die Reise begannen wir einst zu zweit
Nun steht unsere Mannschaft bereit!
Die Sterne am Himmel lenken den Kahn
Er schneidet die Gischt auf wogender Bahn
Herrscht auch mal Flaute, die See spiegelglatt
Wir packen die Ruder und zwingen die Fahrt!
Leben ist Meer und die Liebe ein Schiff
Umschiffend in stürmischer See jedes Riff
Die Reise begannen wir einst zu zweit
Nun steht unsere Mannschaft bereit!
Ob Regen heut rinnt, ob Sonn morgen scheint
Seite an Seite stehn wir vereint
Im letzten Hafen finden wir Ruh
und schweben in Funken dem Sternenzelt zu!
Das Leben war mehr, unsre Liebe ein Schiff
umschiffte in stürmischer See manches Riff
Vollendet das Schicksal, die Reise zu zweit
Die Mannschaft fährt weiter, die Flotte bereit!
Ja, er wird kommen, der neue Kampf, sie wird aufblitzen, die neue Flamme der deutschen Begeisterung und des deutschen Ruhmes. Wie ein Strom, der, anfangs klein und namenlos, von Meile zu Meile seines Laufes immer von neuen Bächen und Quellen gemehrt und geschwellt wird und endlich in freudiger Fülle dem Meere zu braust, so wird die Meinung, eine öffentliche und deutsche Meinung, die jetzt kaum hier und da als ein stilles Bächlein rieselt, das von vielen frechen Händen mit Unrat besudelt und mit Schutt verstopft wird, endlich als ein voller und mächtiger Strom durch das ganze Volk dahin brausen und durch keine ängstlichen Späher und Auflaurer mehr zu hemmen sein.
Die Elenden, welche ein böses Gewissen plagt, oder deren satte und faule Dummheit die ganze Welt wie den Ochsen an seiner Krippe wiederkäuen lassen möchte, mögen es versuchen, wie sie wollen, die Kühnheit der Geister zu lähmen und die Freiheit der Gedanken zu schmälern, es wird ihnen nicht gelingen. Denn wahrlich, die Zeit wird kommen, wo mehr als ein Verräter, den die Gutmütigkeit des Volkes bis jetzt verschont hat, mit Zittern fliehen wird!
Ob wir überleben, ist weder sicher noch die Hauptsache.
Wie man aber später von uns denken wird, ist so wichtig wie daß man an uns denken wird.
Darin liegt auch unsere Zukunft.
Danach müssen wir hier leben, solange wir atmen.
Ein Deutschland, das an uns denkt, wird ein besseres Deutschland sein!
Es ist viel einfacher, für einen Irrtum zu sterben, als für eine Wahrheit zu leben.