Ich trat vor ein Soldatengrab
Und sprach zur Erde tief hinab:
"Mein stiller grauer Bruder du,
Das Danken läßt uns keine Ruh'.
Ein Volk in toter Helden Schuld
Brennt tief in Dankes Ungeduld.
Daß ich die Hand noch rühren kann,
Das dank' ich dir, du stiller Mann.
Wie rühr' ich sie dir recht zum Preis?
Gib Antwort, Bruder, daß ich's weiß!
Willst du ein Bild von Erz und Stein?
Willst einen grünen Heldenhain?"
Und alsobald aus Grabes Grund
Ward mir des Bruders Antwort kund:
"Wir sanken hin für Deutschlands Glanz.
Blüh, Deutschland, uns als Totenkranz!
Der Bruder, der den Acker pflügt,
Ist mir ein Denkmal, wohlgefügt.
Die Mutter, die ihr Kindlein hegt,
Ein Blümlein überm Grab mir pflegt.
Die Büblein schlank, die Dirnlein rank,
Blühn mir als Totengärtlein Dank.
Blüh, Deutschland, überm Grabe mein,
Jung, stark und schön als Heldenhain!"
Wir haben die Liebe
zum Vaterland
tief in unsere Herzen gesenkt.
Wir werden marschieren
Hand in Hand,
wohin uns das Schicksal
auch lenkt!
Schon glüht in der Ferne
das Morgenrot,
unsere Heimat wird wieder frei!
Wir gehen lieber kämpfend, aufrecht in den Tod,
als freiwillig in Sklaverei!
Wir jagen die Feinde
zum Lande hinaus
und die Helden,
die geh'n uns voran.
Ein Unrecht hält
der Getreue nicht aus,
d'rum Deutsche,
frisch auf, fanget an!
Wir stehen zusammen
für Freiheit und Recht,
für Deutschland
auch in dieser Nacht.
Wir bleiben auf ewig
ein deutsches Geschlecht,
für unser Volk auf der Wacht,
auf der Wacht-
für unser Land auf der Wacht!
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