Ich stand an eines Gartens Rand
Und schaute in ein herrlich Land,
Das, weit geländet, vor mir blüht,
Wo heiß die Erntesonne glüht.
Und Arm in Arm, es war kein Traum,
Mein Wirt und ich am Apfelbaum,
Wir lauschten einer Nachtigall,
Und Frieden, Frieden überall.
Ein Zug auf fernem Schienendamm
Kam angebraust. Wie zaubersam,
Er brachte frohe Menschen her
Und Güterspende, segenschwer.
Einst sah ich den metallnen Strang
Zerstört, zerrissen meilenlang.
Und wo ich nun in Blumen stund,
War damals wildzerwühlter Grund.
Der Sommermorgen glänzte schön
Wie heute; glitzernd von den Höhn,
"Den ganzen Tag mit Sack und Pack",
Strömt nieder aus Verhau, Verhack
Zum kühnsten Sturm, ein weißes Meer,
Des Feindes wundervolles Heer.
Ich stützte, wie aus Erz gezeugt,
Mich auf den Säbel, vorgebeugt,
Mit weiten Augen, offnem Mund,
Als starrt' ich in den Höllenschlund.
Nun sind sie da! "Schnellfeuer!" "Steht!"
Wie hoch im Rauch die Fahne weht!
Und Mann an Mann, hinauf, hinab,
Und mancher sinkt in Graus und Grab!
Zu Boden stürz' ich, einer sticht
Und zerrt mich, ich erraff' mich nicht,
Und um mich, vor mir, unter mir
Ein furchtbar Ringen, Gall' und Gier.
Und über unserm wüsten Knaul
Bäumt sich ein scheu gewordner Gaul.
Ich seh' der Vorderhufe Blitz,
Blutfestgetrockneten Sporenritz,
Den Gurt, den angespritzten Kot,
Der aufgeblähten Nüstern Rot.
Und zwischen uns mit Klang und Kling
Platzt der Granate Eisenring:
Ein Drache brüllt, die Erde birst,
Einfällt der Weltenhimmelfirst.
Es ächzt, es stöhnt, und Schutt und Staub
Umhüllen Tod und Lorbeerlaub.
Ich stand an eines Gartens Rand
Und schaute in ein herrlich Land,
Das ausgebreitet vor mir liegt,
Vom Friedensfächer eingewiegt.
Und Arm in Arm, es ist kein Traum,
Mein Wirt und ich am Apfelbaum,
Wir lauschten einer Nachtigall,
Und Rosen, Rosen überall.
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Nicht nach jenen Bäumen,
Wanderer, richte Dich,
die glatt und schlank in Reihen stehn:
Den Weg erkennst Du nur an jenen,
die einsam, tief verwurzelt,
manchen Sturm bestanden.
Und mit den Menschen
halte es wie mit den Bäumen:
Nicht jene, die der Masse treu ergeben,
können rechten Weg Dir weisen.
Nur jene sind es,
die frei, nach eigner Art,
sich selbst verwirklichen.
Kultur ist ein gewachsener, am Boden und in seinem Volke gewachsener Organismus, in dem allein die hohen Leistungen der Dichtung, Musik, Kunst und Wissenschaft gedeihen können.
Sie alle aber immer nur in völkischer Besonderung.
Die Kultur ist national und jede Form einer zeitlichen Weltkultur zeigt ihre nationalen Besonderungen, so wie jedes Volk eine Sprache hat, die aus einer Seele geworden ist und, wie an tausend Beispielen von der Sprachwissenschaft gezeigt wird, immer wieder und in allen ihren Sprachformen den völkischen Geist verrät!
Während bei jedem mittleren Verkehrsunfall versucht wird, den gesamten Hergang zu rekonstruieren und die Schuldfrage zu klären, hält man es allgemein für überflüssig, den Ablauf überraschend zum Tode oder zu irreparablen Schäden führender Heilbehandlungen unter die Lupe zu nehmen. Wer mißt die Bremsspuren eines Arztes (gegenüber einem in seiner Obhut rasant fortschreitenden Leiden) nach? Was geschieht, wenn seine "Unfallkurve" in erschreckender Weise ansteigt, und wer registriert diese überhaupt? Führen die Gesundheitsämter eine Statistik, aus der man, ähnlich wie beim Kauf eines Grundstückes auf dem Grundbuchamt, die "Belastung" der zur Wahl stehenden approbierten Helfer ablesen könnte? Wo ist die Heilsünderkartei, bei der ein Gericht Auskunft einzuholen vermöchte? Wer zieht den mörderischen Medizinmann erforderlichenfalls aus dem Verkehr?
Jahr: 1898
Wer das Leben der Völker aufmerksam verfolgt, dem ist das Aufgeben des Kindererzeugens nichts Neues.
Alle Völker haben es, welche nicht mehr wissen, wozu sie leben!
Jahr: 1866-1933
Und wenn sie alle dich verlassen
und niemand dich mehr grüßen mag,
wenn auf den Plätzen, in den Gassen
das Elend hockt, der Hohn, die Schmach,
und wenn sie alle dich verraten
und Treue ist, wie Spreu im Wind,
wenn alle deine großen Taten
verloren und vergessen sind -,
will ich dir einen Altar bauen
und halten deine müde Hand,
und fest auf deine Zukunft trauen,
mein tiefgeliebtes Vaterland!
Welchen Gedanken die Zeit
Einmal erkoren
Der ist gefeit und beschworen,
Und wird ewig wiedergeboren
Trotz allem Widerstreit.
Seine Feinde mühen sich ab,
Mit Schlingen und Banden,
Sie machen ihn gerne zu Schanden
Und wenn er schon längst erstanden,
Hüten sie noch sein Grab!
Jahr: 1890
Wenn schon alle Vögel schweigen
In des Sommers schwülem Drang,
Sieht man, Lerche, dich noch steigen
Himmelwärts mit frischem Klang.
Wenn die Bäume all' verzagen
Und die Farben rings verblühn,
Tannbaum, deine Kronen ragen
Aus der Öde ewig grün.
Darum halt nur fest die Treue,
Wird die Welt auch alt und bang,
Brich den Frühling an aufs neue,
Wunder tut ein rechter Klang!
Ich hab mich ergeben
Mit Herz und mit Hand,
Dir, Land voll Lieb´ und Leben,
Mein deutsches Vaterland!
Mein Herz ist entglommen,
Dir treu zugewandt!
Du Land der Freyen und Frommen,
Du herrlich Hermannsland!
Du Land, reich an Ruhme,
Wo Luther erstand,
Für deines Volkes Thume,
Reich ich mein Herz und Hand!
Ich, thu erheben
Mein jung Herzensblut
Zu frischem freud`gen Leben,
zu freyem frommem Muth!
Will halten zusammen
Fromm und frei
Will Vaterland dir bleiben,
Auf ewig fest und treu.
Laß Kraft mich erwerben
In Herz und in Hand,
Zu leben und zu sterben
Fürs heil'ge Vaterland!
Jahr: 1797-1874
Deutsches Land, du heil`ge Erde,
und auf dir ein frei Geschlecht!
Sonnig Heim den Deinen werde,
brich die Fron! Sei Herr, nicht Knecht!
Deutsche Männer, schließt die Reih`n,
wollet Herr, nicht Fronknecht sein!
Deutsches Heim, du unser Streben,
hier erkeimt des Volkes Kraft.
Heil`ge Liebe wirst du geben,
wer auf freier Scholle schafft!
Deutsche Frauen, ihr es zwingt,
freies Heim den Kindern bringt!
Eignes Heim auf freier Scholle,
deutscher Jugend höchstes Glück!
Kaltem Eigennutz man grolle,
zum Gemeinnutz kehrt zurück!
Deutsche Jugend, hör den Ruf,
wer der Kindheit Glück dir schuf!
Eigene Scholle in Deutschlands Gauen
sonnumstrahltes Siegeswort!
Deutsches Heim hilfst du erbauen,
Heim und Scholle, des Segens Hort!
Deutsches Volk, nicht Fremdem trau,
eigne Kraft dein Heim dir bau!
O möchte bald der Tag erscheinen,
Wo deutscher Geist und deutsche Kraft
In neuer Blüte, neuem Leben,
Zu stolzer Höhe auf sich rafft.
Wo jeder schafft mit starkem Willen
Für Deutschlands Ehre, Ruhm und Macht;
Im heiligen Dienst um Deutschlands Größe
Sei jedes Opfer gern gebracht!
Im Wirken für des Landes Wohlfahrt
Gilts auch der Menschheit Morgenrot.
Reck Dich empor im ernsten Wollen;
Hilf mit und bann des Volkes Not!
Jahr: 1883
Wenn das Vaterland brennt,
hat jeder das Recht,
Feuer zu rufen!
Jahr: 1778
Das deutsche Lied ist unser Vätererbe;
Tief weint und lacht aus ihm die deutsche Art.
Und das es nie und nimmer uns verderbe,
Pflegt es im Herzen treu und wohlverwahrt!
So innig als in Lieb und Sturmesnöten
Das deutsche Lied zum Himmel dankt und fleht,
vermag ein deutscher Sänger kaum zu beten;
Drum gilt bei Gott solch Lied wie ein Gebet.
So lang auf Erden deutsche Lieder klingen,
So lang der Heimat Berge mächtig stehn
Und deutsche Herzen auf zu Gott sich schwingen,
So lang wird unser Volk nicht untergehn.
Drum lasset uns aus vollem Herzen singen!
Das deutsche Lied hält unser Volkstum jung -
Es leiht ihm immer wieder neue Schwingen
Und hebts empor aus Wust und Niederung.
So werden sich noch unsre Enkel freuen,
Wenn sie gleich uns – in später Zeiten Strom -
Voll Heimatliebe noch dem Vaterlande weihen
Das deutsche Lied, im freien deutschen Dom.
So lange ihm der Heimatliebe Glühen
Aus seiner Sänger treuen Herzen blüht,
So lang wird unser Volk auch weiter blühen,
Unsterblich, wie das freie deutsche Lied!
Jahr: 1871-1960
Ich hatte einen wundersamen Traum:
Im Traume lag ich unter einer Eiche!
Gar mächtig stand sie da, am Waldessaum,
Im Licht des Himmels, der die Sondergleiche
Just wie ein blauer Baldachin bedeckte.-
Es wehte süßer Friede durchs Geäste,
Die Morgensonne warf ihr Gold hernieder,
Und alle Vöglein schmetterten aufs Beste
Dem gütgen Schöpfer ihre schönsten Lieder - -
Was wars, das uns in dieser Eintracht schreckte?
Es kamen vier Männer des Weges daher
Mit Seil und Keil, mit Axt und Säge,
Die waren sich einig,sie wollten nicht ruhn,
Bis daß der Eichbaum am Boden läge.
Schon teilten im Geist sie den hölzernen Recken
Und schickten sich an, ihn niederzustrecken. -
Es stellte der Längste sich großspurig hin,
Er mahnte die Andern zu raschem Beginn
Und führte den ersten – vergeblichen – Streich.
Sein Mund sprach: Oh yes, den haben wir gleich!
Nun holte der Zweite sein Werkzeug heraus,
Es sägte die Säge – der Segen blieb aus! -
Mit Keilen versuchte der Dritte sein Glück,
Doch kamen die Keile weit wuchtger zurück! -
Nur her mit dem Seile! Dem Übrigen galt`s!
Doch schlang sich der Strick nur dem Strick um den Hals. -
So hatten sie nichts mit der Eiche geschafft!
Umsonst war der Eifer – Vergeudet die Kraft! -
Metternich und Messerstich ...
Kann den Reim ich stehen lassen?
Messerstich und Metternich ...
Zwar der Reim ist jämmerlich,
doch die Sache scheint zu passen.
Messerstich und Metternich ...
Wären N und T nicht dumpf,
reimte beides sich beinah:
Metternich und Messerstich ...
Zwar ein Messer war er, ja;
doch bei alledem, wie stumpf! -
Und dies stumpfe Messer doch
scharf genug war′s immer noch,
unsre Freiheit, unsre Rechte
unerbittlich zu zerschneiden,
keine Sichel tät′ es besser.
Welch ein Volk der Narrn und Knechte,
das dergleichen konnte leiden,
das sich also ließ zerschneiden
seine Freiheit, seine Rechte -
noch dazu mit stumpfem Messer!
Das hat so tief in uns gehaust,
Bang – vergraben im stillen!
Schicksal schlag zu, wo du erbaust!
Was durch das Wort vernichtet ist,
zerklüftet und zerschichtet ist,
zwingst du zu einem Willen.
Macht, Aberwitz und feiles Brot
Ihnen, die dran verderben!
Uns aber, die große Not!
Daß unserm Maul das Wort verweht,
Des Blutes Welle aber geht
Hoch über allem Sterben!
Klingt`s nicht von anno 13 her?
Weiter noch her! Ein Dröhnen,
Da dreißig Jahre zentnerschwer,
Von fremder Faust, von fremdem Tritt
Das deutsche Land die Buße litt,
Um Welten zu versöhnen.
Und bricht`s nicht aus der Erde Schoß,
Stärker als Lüg` und Waffen?
Der Mütter Last, der Väter Los:
Immer wieder zu Boden gezwungen,
Immer wieder ans Licht gerungen.
Auch wir, wir werden`s schaffen!
ischt weit und breit beliebt, bekannt:
Die Wälder und Wiese, Täler und Höhe,
die Felse und Schluchte, wie sind sie so schöe!
Gehscht in die Nebel-, Wimsener Höhl´nei,
so falle Dir allerhand Märche ei
von Heinzelmännle, Zwergle und Wichtle
und von de liebe Kindergeschichtle.
Siehscht Du die alte Burge, Ruine,
tusch Dich an Rittergeschichtle entsinne.
Versäum´nit das liebliche Lautertal!
Den Hohengießener Wasserfall!
Nach Münsinge und Urach muscht Du gange.
Auch´s Hotel Treifelberg nimmt Di g´fange.
Und auf der Wiese und viele Wege
da kommt Dir manch´Schäfer mit Schof entgege.
Wie reizend, wenn´s Lämmle so um sich äugt,
und manches Schäfle ihr Junges säugt,
die Krone von allem: d´r Lichtestei
luegt herrlich in Berg und Täler hinei.
Und schweifte von hier nur einmal Dei Blick,
denkscht gern an die Schwäbische Alb zurück!
Jahr: 1881
Sei deinem Mann ein treuer Kamerad, denn nur um deiner selbst willen nahm er dich zur Frau.
Gib alles, wenn du alles willst empfangen!
Sei deinem Mann Gefährte, Weggenosse, durch Glück und Leid, durch das Schwerste hindurch in treuem Mitihmgehen.
Nichts bindet so fest wie gemeinsam getragene Not!
Nimm teil an seinem Schaffen, Sorgen, Streben, an dem, was ihn begeistert und beflügelt! Schwer ist das Leben mit seinem Kampf, feindlich ist es immer, zum Lebenswerk gehört vereinte Kraft!
Das Edle, Schöne soll die Frau verkörpern, die seltene Güte, die still lächelnd trägt…
In stillem Dulden liegt oft Heldengröße.
Drum dulde, trage mit ihm, sei ihm Sonnenschein...
Sei ihm das Höchste – Kamerad.
Im Leben eins mit ihm - und eins in Not und Tod!
Jahr: 1870-1930
Wer einem großen Ziele lebt,
Darf planlos nicht ins Weite schwimmen.
Wer nach des Baumes Krone strebt,
Muß mühsam Ast um Ast erklimmen!
Der Tölpel, der sich dünkt nicht dumm,
sucht zwar die Leiter anzulegen,
Ein Stoßwind aber stößt sie um
Und – plumps – er kann sich nicht mehr regen!
Der Menschheit Morgenrot,
Das uns die Hoffnung bringt,
Ist noch im dunklen Schoß,
Doch bald wird es aufsteigen,
Und hell die Welt durchdringen,
Wenn wir nur fest daran glauben!
Nun des Tages Gluten starben,
Mischen alle zarten Farben
Sich am Himmel golden klar.
In die Helle seh' ich ragen
Einen hohen Erntewagen,
Den umeilt der Schnitter Schaar.
Dunkle Arbeit lichtumgeben!
Nächtige Gestalten heben,
Schichten letzte Garben leis,
Und des Abends Feierstunde
Schmückt mit heilig goldnem
Grunde müder Arme späten Fleiß!
Feinslieb, nun ist es blätterbraun
Schon wieder in den Spitzen
Wann wir unterm Kastanienbaum
Am Abend fröstelnd sitzen
Das Jahr geht fort mit schwerer Fracht
Es bindet sich die Schuh‘
Ich bin so traurig heute Nacht –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, die schwarze Jacke hängt
Die Schultern ab mir wieder
Wann schon so früh das Dunkel fängt
Uns und die Kält‘ die Glieder
In deinen Augen glimmt noch leis‘
Der Sommer voller Ruh‘
Ich wein‘, weil ich nicht weiter weiß –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, das war es also schon
Der Sommer ist vertrieben
Die Vögel sind auf und davon
Und wir sind hier geblieben
Fremd zieh‘ ich ein, fremd zieh‘ ich aus
Ich weiß nicht, was ich tu‘!
Heut‘ Nacht, verwelkt ist mein Zuhaus‘ –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, komm stirb mit mir ein Stück
Sieh, müd‘ die Blätter schunkeln
Wir dreh’n das Jahr doch nicht zurück
Und seh’n uns nicht im Dunkeln!
Lass in dem Kommen, Bleiben, Geh’n
Zertanzen uns die Schuh‘
Ich will noch soviel Himmel seh’n –
Und du, du lachst dazu!
Jahr: 1955
In den letzten Julitagen
Lag gemütlich, still und brav
Unser guter deutscher Michel
Im gewohnten Mittageschlaf.
Plötzlich reckt er sich verdrossen,
Weil ihm was im Ohr gesummt:
Hat da drüben nicht im Osten
Eben laut ein Bär gebrummt ?
Und jetzt fängt auch noch im Westen
Gleich der welsche Kampfeshahn,
Aufgescheucht vom Zottelbären,
Gegen mich zu krähen an?
Doch was soll mir der Spektakel?
Haltet Schnauz und Schnabel zu!
Denn ich tat euch nichts zu Leide —
Und ich hab gern meine Ruh!
Doch noch lauter wird das Brummen,
Und dem Hahn schwillt keck der Kamm -
Ruck, da reißt auch schon der Michel
Einen Stock vom Eichenstamm.
Und er knurrt: Ihr Ruhestörer,
Hungert ihr nach deutschem Speck ?
Wart, den will ich euch versalzen,
Hände von der Butter weg!
Schlagt ihr euch im Kampf zusammen,
Bah, das schert mich keinen Deut!
Bärenschinken gibt es morgen.
Und den Hahn rupf ich schon heut!"
Also meint der deutsche Michel,
Steckt sich kühl sein Pfeifchen ein,
Wandert mit dem Stock nach Westen
Und pfeift leis die Wacht am Rhein!
Jahr: 1874
Kennt keiner das Buch, in dem geschrieben steht,
dass dieser falle und jener heil heimwärts geht.
Doch später ist in Stein und Lied zu lesen:
Die im Kampfe fielen, sind unsre Besten gewesen.
Viele aber glauben, es sei vorbestimmt,
ob einen die Kugel ausläßt oder herübernimmt.
Und bliebst Du zu Hause und wärest nicht dabei,
in Kriegszeiten irren viele Kugeln frei.
Wo aber steht es geschrieben, frag’ ich, daß von allen
ich übrig bleiben soll, ein andrer für mich fallen.
Wer immer von Euch fällt, der stirbt gewiss für mich,
und ich soll übrig bleiben? Warum denn ich?
Jahr: 1915
Die Wahrheit steht ohne Gesetz!
Oft komm ich heim zu dir, du stilles Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Träume wachsen,
Wo meine Seele lacht und weint,
Wo meine Heimat ist.
Jahr: 1946
Jugend ist nicht nur ein Zeitvertreib!
Jugend ist nicht nur Getändel und Scherz!
Du weißt - wer im Glück ist, der lerne den Schmerz!
Jugend ist Sollen, Aufstieg und Muß:
Den Alltag zu meistern in stolzem Entschluß!
Stähle den Willen – lerne die Tat!
Der Freude Genossen, dem Leid Kamerad!-
Mit Frohsinn und Sonne und Seele im Blick,
Mädchen – lerne das Meisterstück.
Widerstand bieten im Kampf um das Brot!
Treu sein im Glück – und treu in der Not!
Jugend ist nicht nur ein Zeitvertreib!
Mädchen – werde ein Weib!
Jahr: 1930
Nun der Tag mich müd gemacht,
Soll mein sehnliches Verlangen
Freundlich die gestirnte Nacht
Wie ein müdes Kind empfangen.
Hände, lasst von allem Tun,
Stirn, vergiss der Sorgen Falten,
Augen, schließt euch, um den Lohn
Sanft und stumm zu Welt zu halten.
Und die Seele, unbewacht,
Will in freien Flügen schweben,
Um im Zauberkreis der Nacht
Tief und tausendfach zu leben.
Jahr: 1899
Sie denken uns zu erdrücken
Im Bau, den wir gefügt;
Sie wollen ernten und pflücken
Im Land, das wir gepflügt.
Derweil die Lippen lallen
Von langer Friedensfrist,
Sie haben uns überfallen
Mit feiger Hinterlist.
Und bebt die Welt, als brause,
Weltende durch die Zeit,
Die Brüder vom deutschen Hause
Stehn stark und schlachtbereit!
Jahr: 1935
Oft bin ich ausgegangen
In den stillen Abend,
Und die Seele hat gesungen
Ihre alten Lieder.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Und ich ging im Abend,
Und die Seele sang,
Und ich fühlte, wie das Leben
In mir neu begann.
Jahr: 1907
Gib den Flamberg nie aus Händen,
In Triumpf selbst und Genuss,
Denn du brauchst ihn aller Enden
Bis zum letzten Atemschluss.
Frieden wirst du nie erkämpfen.
Dennoch! Schmück dir Schwert und Schmerz
Hin und wieder mit Aurikeln,
Und bekränze auch dein Herz!
Jahr: 1909
Oft stellt sich jene Zeit mir dar,
wo ich ein frohes Kind noch war
und oft am knisternden Kamin
mich wiegte auf des Vaters Knien.
Und wenn der Abend still genaht,
die Mutter um ein Märchlein bat,
wo sie dann freundlich ausgestellt
vor meinem Blick die Zauberwelt:
Mit Bäumen, welche ewig grünen,
mit Blumen, welche nie verblüh'n,
mit Schlössern von Diamantenstein,
mit Rittern, Riesen, Zwergen, Fei'n!
Jahr: 1816
Oft komm ich heim zu dir, du stilles Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Träume wachsen,
Wo meine Seele lacht und weint,
Wo meine Heimat ist.
Jahr: 1946
Ein Tag, der so vieles verändert
und doch bleibst du selbst auf eine Art unverändert.
Ein Fest, welches dich für den Moment erwachsen werden läßt
und dir den Weg in einen Abschnitt deutet,
welcher das Erwachsenwerden einläutet.
Eine Chance von nun an zu verstehen,
daß man daran arbeiten muß später eigene Wege zu gehen…
Jeden Tag nicht nur zu leben,
sondern mit starkem Willen seine Kraft ihm geben,
um Erfahrungen zu erhalten,
welche letztendlich das Leben verwalten…
Das Glück nicht zu suchen,
sondern den Frohsinn auf immer zu buchen,
das ist ein Schritt in die richtige Welt,
da jeder frohe Gedanke dunkle Momente erhellt!
Nutze diesen wichtigen Tag als ersten Schritt
und steh einfach wieder auf, wenn dich das Leben mal tritt.
Niemand kann nur aufrecht stehen,
er würde das wahre Leben nicht verstehen!
Erwachsenwerden, das ist die Frage…
Gelingt das an nur einem Tage?
wachsen vorerst nur in der Dämmerung!
Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muss die Glocke werden!
Froh Gesellen, seid zur Hand!
Von der Stirne heiß
Rinnen muss der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben;
Doch der Segen kommt von oben.
Jahr: 1799
Wir stehen im Kampf um unser letztes Recht,
Die Bahn zu brechen kommendem Geschlecht,
Daß deutscher Geist in Kind und Kindeskind
Im deutschen Blute heilig Heimat find'!
Jahr: 1896
Der Spruch "Durch Kampf zum Sieg" wurde nicht von einem Mensch getätigt, sondern ist ein Ausdruck, der im Laufe der Geschichte immer wieder verwendet wurde, um den Willen zum Erfolg durch Anstrengung zu betonen.
Der ewige Friede ist ein Traum und zwar nicht einmal ein schöner Traum.
Der Krieg ist ein Element der von Gott eingesetzten Ordnung.
Die edelsten Tugenden des Menschen entfalten sich daselbst:
der Mut und die Entsagung, die treue Pflichterfüllung und der Geist der Aufopferung.
Der Soldat gibt sein Leben hin.
Ohne den Krieg würde die Welt in Fäulnis geraten und sich im Materialismus verlieren!
Jahr: 1891
Wenn mir im Ausland ein Mann auffällt,
zu unbeholfen für einen Franzosen,
zu zeremoniös für einen Engländer,
zu treuherzig für einen Italiener,
zu biegsam für einen Spanier,
zu lebhaft für einen Holländer,
zu bescheiden für einen Russen –
einen Mann, der mit schiefen Bücklingen sich aufdrängt
und mit unbeschreiblicher Entsagung allen huldigt,
die er für vornehmer hält als sich,
so sagt mir mein Herz und mein Blut im Gesicht:
Das ist dein Landsmann!
Jahr: 1767
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich auf der Welt!
Was dir mißglückt,
Was dich bedrückt,
Wirf hinter dich aufs Totenfeld!
An Mute klein
Kann jeder sein,
Was ist denn da Besondres dran?
Das Leben ist
Voll Kampf und List –
Weh dem, der's nicht vertragen kann!
Ein armer Wicht,
Wer gleich verzicht
Und senkt sein Fähnlein in den Staub!
Du denk und dicht
Ins Morgenlicht
Und weißt du nicht wie's geht, so glaub!
Schwarzsehern traun,
Heißt Särge baun,
Sollst dorthin schaun, wo winkt ein Held.
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich trotz der Welt!
Jahr: 1864
Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor
Zur herrlichen Alpenwelt empor;
Der eine ging, weil's Mode just,
Den andern trieb der Drang in der Brust.
Und als daheim nun wieder die zwei,
Da rückte die ganze Sippe herbei,
Da wirbelt's von Fragen ohne Zahl:
"Was habt ihr gesehen? Erzählt einmal!"
Der eine drauf mit Gähnen spricht:
"Was wir gesehen? Viel war es nicht!
Ach, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!"
Der andere lächelnd dasselbe spricht,
Doch leuchtenden Blicks, mit verklärtem Gesicht:
"Ei, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!"