Große politische Leidenschaft ist ein köstlicher Schatz; das matte Herz der Mehrzahl der Menschen bietet nur wenig Raum dafür.
Glückselig das Geschlecht, welchem eine strenge Notwendigkeit einen erhabenen politischen Gedanken auferlegt, der groß und einfach, allen verständlich, jede andere Idee der Zeit in seine Dienste zwingt!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Wenn einer von uns müde wird,
Der andere für ihn wacht;
Wenn einer von uns zweifeln will,
Der andere gläubig lacht;
Wenn einer von uns fallen sollt',
Der andere steht für zwei;
Denn jedem Kämpfer gibt ein Gott
Den Kameraden bei!
Jahr: 1945
@DeutscheDD
Ich weiß ein Lied so voller Trauer, –
Wer dieses Lied zu Ende singt,
Dem ist, als ob vor Schmerzenschauer
Ihm in der Brust das Herz zerspringt.
Ein Lied voll schwerster Gramgedanken, –
Es färbt des Sängers Wange bleich,
Ein Lied voll Wehe sonder Schranken: –
Das ist das Lied vom Deutschen Reich!
O soviel Macht und Mut und Treue
Und soviel Torheit, Schimpf und Schmach!
O soviel Hoffnung stets aufs neue
Und soviel Unheil, das sie brach!
O soviel Hinterlist und Tücke
Und immer wieder neu Vertraun –:
Noch niemals mit so wenig Glücke
War soviel Recht und Kraft zu schaun.
Es muß in Sternen stehn geschrieben,
Daß Deutschland nicht darf untergehn,
Der Gott der Völker muß uns lieben, –
Sonst war es längst um uns geschehn.
Mein Volk, nicht rückwärts darfst du schauen,
Daß Gram dir nicht das Herz verzehrt:
Nein, vorwärts und auf sich vertrauen
Und auf dein Recht und auf dein Schwert!
Was hier der Mensch, die Völker leiden,
Verschuldet ist es oft, und Prüfung wird's,
Doch steht ein Ziel. Die letzte schönste Kraft,
Die lange schlummert, unerkannt und still,
Im innersten des Lebens - sie erwacht,
Sie wird sich inne, wenn das Feindliche
Sich nah' und näher drängt; dann wird die Glut,
Die uns Verbrechen schien, ein mildes Licht,
Ein Morgenrot, es blüht im neuen Leben,
Besonnen, hell und reif in schönster Kraft
Aus der Bedrängnis göttergleich empor.
Die Prüfung weicht, und in versöhnter Lieb,
Tritt aus dem Kampf das Feindliche zurück!
Es lassen Schein und Sein
Sich niemals einen,
Nur Sein allein besteht durch sich allein.
Wer etwas ist, bemüht sich nicht zu scheinen.
Wer scheinen will, wird niemals etwas sein!
Was hier der Mensch, die Völker leiden,
Verschuldet ist es oft, und Prüfung wird's,
Doch steht ein Ziel. Die letzte schönste Kraft,
Die lange schlummert, unerkannt und still,
Im innersten des Lebens - sie erwacht,
Sie wird sich inne, wenn das Feindliche
Sich nah' und näher drängt; dann wird die Glut,
Die uns Verbrechen schien, ein mildes Licht,
Ein Morgenrot, es blüht im neuen Leben,
Besonnen, hell und reif in schönster Kraft
Aus der Bedrängnis göttergleich empor.
Die Prüfung weicht, und in versöhnter Lieb,
Tritt aus dem Kampf das Feindliche zurück!
Jahr: 1851
O, Kinderzeit! Was liegt in diesen Klängen,
Für eine wunderbare Melodie!
Wieviel Gestalten sich dazwischen drängen,
Sie spricht zum Herzen und veraltet nie!
Schmerz und Sehnsucht wird uns durchbeben,
Treibt uns das Schicksal in die Welt hinaus,
Denn was sich niemals wiederholt im Leben,
Das ist die Heimath und das Elternhaus!
Der Mond blickt silbern durch der Zweige düster,
Die Wolken jagen schnell in Himmelshöh'n;
Mir ist's, als hörte ich im Blattgeflüster,
Vergang'ner Zeiten Geisterstimmen weh'n.
Was rauscht dort zwischen Schilf und Pappelweiden,
Und drüber schwankt der Erle dunkles Grün?
Es ist das Bächlein, das in frühern Zeiten
Mir als der Erde größter Strom erschien.
Dort sah ich tief die gold'nen Sterne spiegeln,
Und dachte: Dort muß auch der Himmel sein!
Und Sonne sah ich - ach, mit goldnen Flügeln!
Und wünschte oft mich, in die Fluth hinein.
Die Wolken zogen fort mit Windesschnelle,
Das Schilfrohr rauschte schauerlichen Klang,
Und ich vernahm im Rauschen jeder Welle
Der holden Wasserelfe Nachtgesang!
Weit hinter mir, vom Zeitenflug getragen,
Liegt meiner Kindheit gold'nes Zauberland,
Und anders, wie in jenen schönen Tagen,
Geh' ich jetzt auf und ab am Erlenstrand.
Noch immer leuchtet aus den klaren Wogen
Mir sternbesä't des Himmels blauer Dom;
Doch längst schon ist das Leben fortgeflogen
Und ach! - zum kleinen Bache ward mein Strom!
Wenn einer fünfundsiebzig Jahre alt ist, kann es nicht fehlen, daß er mitunter an den Tod denke. Mich läßt dieser Gedanke in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur, es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit, es ist der Sonne ähnlich, die bloß unsern irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fort leuchtet!
Mich läßt dieser Gedanke in völliger Ruhe, denn ich habe die feste Überzeugung, daß unser Geist ein Wesen ist ganz unzerstörbarer Natur, es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu Ewigkeit, es ist der Sonne ähnlich, die bloß unsern irdischen Augen unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern unaufhörlich fort leuchtet!
Jahr: 1832
Wer mit seinem Volk nicht Not und Tod teilen will,
der ist nicht wert,
daß er unter ihm lebe!
Wenn die trüben Tage grauen,
kalt und feindlich blickt die Welt,
findet bald sich dein Vertrauen
ganz auf dich allein gestellt. -
Aber in dich selbst verwiesen
aus der alten Freuden Land,
siehst du neuen Paradiesen
deinen Glauben zugewandt. -
Als dein Eigenstes erkennst du,
was dir fremd und feind erschien,
und mit neuem Namen nennst du
dein Geschick und nimmst es hin. -
Was dich zu erdrücken drohte,
zeigt sich freundlich, atmet Geist,
ist ein Führer, ist ein Bote,
der dich hoch und höher weist!
Was auch draus werde – Steh zu deinem Volk,
Es ist dein angeborner Platz!
Die Völker der Erde werden über kurz oder lang erneut in einen Krieg gestürzt als Folge einer menschenunwürdigen Geld-, Macht-, Bedrückungs- und Raubpolitik!
Der Himmel möge all die wahren Urheber erneuten Elendes bestrafen und die Völker der Erde zu wahren Frieden und Wohlfahrt, zur Freiheit und Gerechtigkeit führen!
Jahr: 1914-1918
Nur durch den Einzelnen wird ein Volk!
Vom Vater hab ich: den stolzen Blick -
Den Trotz - die Kraft - und den Mut -
Unbeugsamen Willen - und Zähigkeit -
Das rote Rebellenblut.
Vom Mütterlein hab ich: das Zartgefühl -
Die Träne für Leid und Schmerz -
Das Zärteln - und Küssen - die streichelnde Hand -
Das fühlende Menschenherz!
Dem Land, dem meine Liebe gehört,
dem will ich all' meine Lieder singen,
dem will ich mein Sein und Schaffen bringen,
dem Land, dem meine Liebe gehört.
Dem Land, dem meine Seele gehört,
dem will ich zutiefst die Treue geloben.
Schenk' deinen Segen, Schöpfer dort droben,
dem Land, dem meine Seele gehört.
Dem Land, dem mein ganzes Herz gehört,
dem liebsten Land auf der weiten Erde -
Ihm, meine Sprache zum Liede es werde,
dem Land, dem mein ganzes Herz gehört.
Dem Land, dem meine Liebe gehört,
Mögest gnädig die Schritte mir lenken,
mein letztes Lied einst, mein Leben ihm schenken,
dem Land, dem meine Liebe gehört!
Jahr: 1970
Und ist ein bloßer Durchgang denn mein Leben
Durch deinen Tempel, herrliche Natur,
So ward mir doch ein schöner Trieb gegeben,
Vom Höchsten zu erforschen jede Spur,
So tränkt mich doch, bin ich auch selbst vergänglich,
Ein Quell, der ewig ist und überschwenglich!
Deutsch sind wir!
Deutsch handeln wir!
Deutsch kämpfen wir!
Deutsch sterben wir!
Und sollt` uns die ganze Welt bekriegen,
Wir sind die Deutschen, wir werden siegen;
Weil über Haß und Lüge und Neid
Noch immer steht die Gerechtigkeit.
Germania, Du allein sollst richten:
"Deutschland läßt sich nicht vernichten!"
Bekenntnis
In unseren Augen steht, was wir wollen!
In unseren Herzen glüht, was wir sollen!
In den hellen Morgen dringt unser Blick
Jugend ist Glück
Wir verachten die Faulen und die Satten!
Wir lassen sie hinter uns im Schatten.
Wir schreiten mutig voran ins Licht
Jugend ist Pflicht!
Nichts kann uns unser Ziel verblenden.
Wir sind bereit, Volksnot zu wenden!
Mit Kopf und Hand wird wacker geschafft
Jugend ist Kraft!
Die Trommeln und die Hörner locken!
Wer bleibt noch hinter dem Ofen hocken?
Wir setzen die Fahne auf den höchsten Turm
Jugend ist Sturm!
Und wenn das Herz zum letzten geschlagen
Wir haben für Deutschland die Fahne getragen!
Wir haben gekämpft einen heiligen Krieg
Jugend ist Sieg!
-Fritz Behrendt-
Land des Glaubens, deutsches Land,
Land der Väter und der Erben,
uns im Leben und im Sterben
Haus und Herberg, Trost und Pfand,
sei den Toten zum Gedächtnis,
den Lebend‘gen zum Vermächtnis,
freudig vor der Welt bekannt,
Land des Glaubens, deutsches Land!
Land der Hoffnung, Heimatland,
ob die Wetter, ob die Wogen
über dich hinweggezogen,
ob die Feuer dich verbrannt,
du hast Hände, die da bauen,
du hast Herzen, die vertrauen,
Lieb’ und Treue halten stand,
Land der Hoffnung, Heimatland.
Land der Liebe, Vaterland,
heil‘ger Grund, auf den sich gründet,
was in Lieb’ und Leid verbündet
Herz mit Herzen, Hand mit Hand.
Frei, wie wir dir angehören
und uns dir zu eigen schwören,
schling um uns dein Friedensband,
Land der Liebe, Vaterland!
Ich bin ein Span von deinem Stamme,
von deinem Feuer eine Flamme,
ein Korn, das deine Erde reift,
ein Blatt, das deine Liebe steift!
Zu jeder Stunde eins mit dir und tiefverwandt
bist du in mir und ich in dir mein deutsches Volk und Land!
Jahr: 1923
Diese Art von Musik drückt am besten aus,
was ich von den Deutschen halte:
Sie sind von vorgestern
und von übermorgen -
sie haben noch kein Heute.
Ein altes metaphysisches Märchen voller Wundergeschichten, Widersprüche und Widersinn, aus der glühenden Einbildungskraft des Orients entsprungen, hat sich über Europa verbreitet.
Schwärmer haben es ins Volk getragen, Ehrgeizige sich zum Schein davon überzeugen lassen,
Einfältige es geglaubt, und das Antlitz der Welt ist durch diesen Glauben verändert worden.
Die heiligen Quacksalber, die diese Ware feilboten, haben sich zu Ansehen gebracht, sie sind Herrscher geworden, ja, es gab eine Zeit, wo sie Europa durch ihr Machtwort regierten.
In ihrem Hirn entstand jener Priesterhochmut und jene Herrschsucht, die allen geistlichen Sekten zu eigen ist, wie auch ihr Name laute!
Jahr: 1768
Schweigend treten wir an den Saum seines Weges, der einst sein Fluchtweg war vor gedungenem Verrat und vorher des Lebens, des Kampfes Bahn. Allein in den Wäldern vollendete sich sein Geschick, den unseren so nah verwandt, nur ohne Makel der Feigheit. So war er von vielen aufgegeben, bevor er dem Letzten verfiel. Allein in den Wäldern trat der Tod in den Weg.
Jahr: 1976
Jung Siegfried war ein stolzer Knab,
ging von des Vaters Burg herab.
Wollt rasten nicht in Vaters Haus,
wollt wandern in die Welt hinaus.
Begegnet' ihm manch Ritter wert
mit festem Schild und breitem Schwert.
Siegfried nur einen Stecken trug,
das war ihm bitter und leid genug.
Und als er ging im finstern Wald,
zu einer Schmiede kam er bald.
Da sah er Eisen und Stahl genug,
ein lustig Feuer Flammen schlug.
O Meister, liebster Meister mein,
Laß du mich deinen Gesellen sein!
Und lehr du mich mit Fleiß und Acht,
wie man die guten Schwerter macht!"
Siegfried den Hammer wohl schwingen kunnt,
er schlug den Amboß in den Grund.
Er schlug, daß weit der Wald erklang
und alles Eisen in Stücken sprang.
Und von der letzten Eisenstang
macht' er ein Schwert so breit und lang.
Nun hab ich geschmiedet ein gutes Schwert,
nun bin ich wie andre Ritter wert.
Nun schlag ich wie ein andrer Held
die Riesen und Drachen in Wald und Feld!"
Da ich ein Knabe war, lockte mich südliche Ferne,
trug die Sehnsucht mich in ein sonniges Land.
Da ich ein Mann nun geworden unter der Heimat Sterne,
hält mich fest silbernen Flusses Band.
Halten mich Heide und Hügel, die heimlichen Gassen,
halten mich weite Felder, vom Wind überweht,
hält mich die Stille der leise raunenden Wälder,
wenn der Abend im Gold über den Wipfeln steht.
Immer, o Heimat, könnt deine Erde ich fassen,
immer und immer stehst du vor meinem Sinn,
dein will ich bleiben, wenn dich auch andre verlassen,
weil ich dich liebe, du Erde, der ich entsprossen bin!
Es gibt noch Leute, die sich quälen,
Aus denen sich die Frage ringt:
Wie wird der Deutsche nächstens wählen?
Wie wird das, was die Urne bringt?
Die Guten! Wie sie immer hoffen!
Wie macht sie doch ein jedesmal
Der Ausfall neuerdings betroffen!
Als wär' er anders, wie normal!
Wir wissen doch von Adam Riese,
Dass zwei mal zwei gleich vieren zählt.
Und eine Wahrheit fest wie diese
Ist, daß man immer Schwarze wählt.
Das Faktum läßt sich nicht bestreiten,
Auch wenn es noch so bitter schmeckt.
Doch hat das Übel gute Seiten :
Es ruhet nicht auf Intellekt.
Man muß die Sache recht verstehen;
Sie ist nicht böse, ist nicht gut.
Der Deutsche will zur Urne gehen,
So wie man das Gewohnte tut.
Wer hofft, daß es noch anders würde,
Der täuscht sich hier, wie überall.
Die Schafe suchen ihre Hürde,
Das Rindvieh suchet seinen Stall!
Ist das, was Ihr für wahr ausgebt, Wahrheit, so schwing ich mich im Denken zu ihr auf. –
Wenn ich mich aufschwinge, so ist's in die Wahrheit, lieg ich an der Fessel, so bin ich nicht an die Wahrheit gekettet.
Freisein macht allein, daß alles Wahrheit sei, von was ich mich fesseln lasse, das wird zum Aberglauben.
Nur was geistentsprungen mir einleuchtet, das ist Wahrheit, – was aber den Geist fesselt, das wird Aberglaube.
Geist und Wahrheit leben ineinander und erzeugen ewig neu!
Jahr: 1859
Eine Handvoll Heimaterde nahm ich von der Heimat mit, als ich schied, habe in ein Linnensäckchen eingenäht sie mitgebracht, unter meinem Kissen liegt sie in der Nacht.
Wenn ich schlafe, führt mein Träumen mich in flaches Steppenland, wo der glitzernd gelbe Sand in der Sonne Gluten flimmert und auf den Akazienbäumen goldig schimmert, wo den Horizont begrenzt ein endlos scheinend Halmenmeer, hin und her wogt es wie der Wellen Schaum, rauscht es wie ein leises Singen, Heimatlieder mir erklingen weich im Traum…
Wenn du jung bist - empfindest du nie ganz die Wonne des Jungseins!
Wie einzig schön und glückvoll die Jugend ist, empfindest du erst voll - wenn du sie nicht mehr hast!
Darum schaff' dir Erinnerungen!
Eine sonnige glückliche Jugendzeit vermag ihre verklärenden Scheine noch fernerhin über öde, lichtlose Lebensstrecken zu werfen, bis ins späte Alter…
Jugend ist Reichtum!
Alles, was die Zeit zerbröckelt und zerbricht, was der Lebenskampf vernichtet, alles hat die Jugend noch beisammen!
Geh' an keiner glücklichen Stunde vorbei!
Aber nütze deiner Jugend Reichtum recht!
Auf daß sich nie die Reue dir zugesellt!
Meide alles Niedrige, Häßliche, Gemeine!
Flatt're wie mit Falterflügeln darüber hin!
Du hast ja Flügel!
Du bist ja reich!
Du kannst zaubern, denn du kannst beglücken -- wenn du jung bist ... !
Jahr: 1870-1930
Über des Chaos noch ruhenden Wogen
Saßen um Odin die webenden Drei,
Und die Geschicke die künftigen zogen
An den gewaltigen Thronen vorbei.
Alles Verhüllte, noch Ungeword'ne
Schaute der Gott in leuchtendem Traum;
Ob er gestaltend zu Formen es ordne,
Wog er die Zeit und maß den Raum.
Aber die Nornen sie spannen und woben
Seine Gedanken zu Wirklichkeit;
Siehe, was glänzte da funkelnd oben
Plötzlich im Schoße der Dunkelheit?
War der Stern der Liebe gekommen?
Schon bei seinem ersten Strahl
Rauschte das dämmernde Meer erglommen,
Brauste das schweigende Felsenthal.
Doch mit Schmerz und erhobenem Zorne,
Aus dem vergessenden Sinnen erwacht,
Sprach der Vater der Dinge zur Norne:
Unglücksel'ge was hast du vollbracht?! -
Siehe! sie werden, die Wesen entstehen,
Jammer und Elend und Klage beginnt,
Wehe, nun soll mir Alles vergehen,
Was dein verwirrender Faden entspinnt:
Täuschung nur bringen die flüchtigen Stunden,
Bang nur von jenem Stern erhellt,
Bis du den Faden wieder gefunden,
Den ich ersann, zu vollenden die Welt!
Jahr: 1890
Behaglich sitz ich in Bordeaux
bei einem guten Tropfen
indes Mariannchen irgendwo
das Fell sich läßt verklopfen
Der Ritter Schorsch von England spricht
daß bald´ge Rettung winke –
Ich aber trau dem Frieden nicht
und trinke, trinke, trinke
Bestimmt war doch im Völkerrat
daß Frankreichs Waffen siegen
und schändlich find ich´s in der Tat
daß wir nun Kloppe kriegen
Für deutschen Blei- und Pulvergruß
ist mir mein Bauch zu schade
Drum nahm ich mein Gepäck und blus
tut! tut! – zur Retirade
Der brave Bruder Nicolas
welkt hin als wie ein Röschen
er depeschiert ohn´ Unterlaß
nach wasserdichten Höschen
Sind diese nicht nach seinem Sinn
droht er mich zu verprügeln
Ich schick ihm nächstens Micheln hin
der wird sie ihm schon bügeln
In Belgien zu Antwerpen lebt
ein Freund mir, ein gelackter
wenn er nach England jetzt entschwebt
so zeigt das von Charakter
Er stellt wie ich sein Glück und Ehr´
aufs Rückwarts-sich-bewegen
In England aber findet er
viel freundliche Kollegen
Noch blickt Freund Peter auf mich hin
und hofft, daß ich mich halte
denn was ich für ein Trottel bin
das weiß nur meine Alte
Mein Präsidentenstolz und so
war ach nur eitel Schminke
drum sitz ich lieber in Bordeaux
und trinke, trinke, trinke
Schlachtentag, der Unheil oder Segen
Aufs Haupt von Nationen wenden soll,
Dir schaun die Augen schlummerlos entgegen
Und alle Herzen qual- und schreckenvoll!
O ernste Zeit, wo Millionen fragen:
"Wie wird für uns der nächste Morgen tagen?"
Faßt frohen Mut!
Auch wer uns haßt, muß doch verstehen:
Es müßte mit uns untergehen
Der Menschheit bestes Gut!
Durch die Wellen braust ein Kiel,
Wikingerboot zu fernem Ziel.
Durch die Wellen, mit dem Kahn,
ziehst du sicher deine Bahn.
Kehrreim:
Der Wikingeradler, das Wikingerboot,
die Wikingerfahne in Freud, Leid und Not,
die Wikingerfahne in Schwarz, Weiß und Rot!
Du bist wie ein Kamerad,
stolzes Schiff auf jeder Fahrt.
und die Wimpel, die du hisst,
zeigen, wer dein Führer ist.
An des Ruderholzes Pfahl
steht ein Kerl, so hart wie Stahl
und den Schild, das Schwert zur Seit,
ist gerüstet er zum Streit.
Stürzt durchbohrt von Feindes Ger,
mancher auch ins graue Meer;
doch er fürchtet nicht den Tod,
weitersegeln muss das Boot!
Ein Blümchen ist so wunderschön,
gelobt von allen, die es sehn,
es ist das Blümchen, welches spricht:
Vergissmeinnicht.
Dies Blümchen hab ich oft gepflückt,
die Farbe hat mich stets entzückt,
weil jedes Mal sie zu mir spricht:
Vergissmeinnicht!
Jahr: 1848
O heiliger deutscher Wald,
Wie bist du tief und alt,
Wie rauscht dein grüner Dom
So wundersam und fromm!
Du birgst in deinem Schoß
Heilige Stätte, still und groß,
Wo altes deutsches Ahnenblut
Für unsere Freiheit glühend ruht.
Du sahst der Helden Zug,
Der Väter ersten Pflug,
Du birgst der Treue Pfand -
Des Deutschen heilig Vaterland.
Und rauscht es durch dein Laub,
So klingt es ernst und traut,
Als ob der alten Geister Schar
Noch wandelt unter uns - so nah!
Jahr: 3825 n. St. (nach Steinhagen)
Kalt und hart die schwarze Erde,
in deren Schoß geborgen warten,
in der Sicherheit des Stirb und Werde,
all die Samen für den Sommergarten.
Von Schnee bedeckt die weite Flur,
die Bäume kahl, das Laub dahin.
Im steten Jahreskreis der Allnatur
verheißen zarte Knospen Neubeginn .
Bach und See schließt bald das Eis,
gebändigt gar der Flüsse Lauf.
Vergängliches Kristall erstrahlt im Weiß
der milden Wintersonne auf.
Winter ist die Zeit der Stille,
voll Besinnung und auch Hoffen.
Eingekehrt sind Herz und Wille,
neu stehn alle Wege offen!
Die beste Reue
ist die bess`re Tat!
Alle Wahrheit ist Schönheit, und alles Unschöne ist Unwahrheit!
Jahr: 1785-1859
Siehst du nicht ein Leuchten dämmern
sieghaft für die Ewigkeit?
Hörst du deine Pulse hämmern
in dem harten Schlag der Zeit?
Fühlst du nicht den Strom des Blutes,
der ein Volk aus Ketten reißt
und dem Leben starken Mutes
Wege aus dem Dunkel weist?
Spürt dein Herz nicht das Erkennen
einer Welt, die wieder jung,
daß in dir die Flammen brennen
heiligster Begeisterung?
Siehst du nicht Gestalten wanken
Einer Welt, die nicht mehr lebt?
Siehst du nicht das Junglaub ranken,
das ans Licht der Sonne stebt?
Neues Werden bringt dir Kunde!
Schicksal ruft zur Einigkeit,
fordert zur Entscheidungsstunde
Herz und Hände tatbereit!
Fühlt ihr sie beben,
Die alte Erden,
Spürt ihr das Leben,
Das neue Werden?
An allen Enden
Dringt es zu Tag
Und legt in Trümmer,
Was hindern mag. -
Reget die Hände,
Steht nicht beiseit,
Nutzet die Wende -
Seid Herren der Zeit!
@DeutscheDD
Deutschland, heiliges Wort,
du voll Unendlichkeit,
über die Zeiten fort,
seist du gebenedeit.
Heilig sind deine Seen,
heilig dein Wald
und der Kranz deiner stillen Höhn,
bis an das grüne Meer!
Jahr: 1972
Glaube eins nur und bewahre immer
Dir noch einen letzten Hoffnungsschimmer,
deutscher Mensch in der Zerrissenheit!
Denke was Du willst, doch eins nur glaube:
Alles, was Dir wert war, liegt im Staube.
Aber Deutschland blüht im Schutt der Zeit, der Zeit!
Aber Deutschland blüht im Schutt der Zeit!
Glaube an die Not der deutschen Seele,
aber auch an ewige Befehle
und an das, was Dir das Herz gebeugt:
Glaube an die Welt, die Dir entrissen,
glaube alles, eins nur mußt Du wissen:
Noch blüht Deutschland unterm Schutt der Zeit, der Zeit!
Noch blüht Deutschland unterm Schutt der Zeit!
Ewig sei das Wort, Deutschland muß leben!
Präg' es neu, auch wenn das Reich daneben,
ward verloren in der Völker Streit.
Frag' nicht warum, frag' nicht nach den Gründen,
sprich ein ehrlich Wort und laß es zünden:
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit, der Zeit!
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit!
Und das sei Dein künftiges Erfassen,
was nicht taugt für Deutschland, das sollst Du lassen
nur was echt ist, halte griffbereit.
Grabe nach des Deutschtums echter Krume,
sei teilhaftig diesem stillen Ruhme:
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit, der Zeit!
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit!
Denn Du bist ein Teil von jenem Kerne
und Du bleibst es, wenn auch Näh' und Ferne
Dich hineinzwängt in ein fremdes Kleid.
Bleib Dir selber treu und Deinem Wesen
und Du wirst in Deiner Sprache lesen:
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit, der Zeit!
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit!
Such' die Bindung an Dein Volk, belehre,
jeden über jene wahre Ehre,
die im Unglück uns die Würde leiht!
Nicht umsonst soll unser Opfer bleiben
und wir wollen glauben, sagen, schreiben:
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit, der Zeit!
Deutschland blüht noch unterm Schutt der Zeit!