Wer einem großen Ziele lebt,
Darf planlos nicht ins Weite schwimmen.
Wer nach des Baumes Krone strebt,
Muß mühsam Ast um Ast erklimmen!
Der Tölpel, der sich dünkt nicht dumm,
sucht zwar die Leiter anzulegen,
Ein Stoßwind aber stößt sie um
Und – plumps – er kann sich nicht mehr regen!
Deutsche Dichter & Denker
Der Denker sagt das Sein, der Dichter das Heilige! https://t.me/deutschedichter
Der Menschheit Morgenrot,
Das uns die Hoffnung bringt,
Ist noch im dunklen Schoß,
Doch bald wird es aufsteigen,
Und hell die Welt durchdringen,
Wenn wir nur fest daran glauben!
Nun des Tages Gluten starben,
Mischen alle zarten Farben
Sich am Himmel golden klar.
In die Helle seh' ich ragen
Einen hohen Erntewagen,
Den umeilt der Schnitter Schaar.
Dunkle Arbeit lichtumgeben!
Nächtige Gestalten heben,
Schichten letzte Garben leis,
Und des Abends Feierstunde
Schmückt mit heilig goldnem
Grunde müder Arme späten Fleiß!
Feinslieb, nun ist es blätterbraun
Schon wieder in den Spitzen
Wann wir unterm Kastanienbaum
Am Abend fröstelnd sitzen
Das Jahr geht fort mit schwerer Fracht
Es bindet sich die Schuh‘
Ich bin so traurig heute Nacht –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, die schwarze Jacke hängt
Die Schultern ab mir wieder
Wann schon so früh das Dunkel fängt
Uns und die Kält‘ die Glieder
In deinen Augen glimmt noch leis‘
Der Sommer voller Ruh‘
Ich wein‘, weil ich nicht weiter weiß –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, das war es also schon
Der Sommer ist vertrieben
Die Vögel sind auf und davon
Und wir sind hier geblieben
Fremd zieh‘ ich ein, fremd zieh‘ ich aus
Ich weiß nicht, was ich tu‘!
Heut‘ Nacht, verwelkt ist mein Zuhaus‘ –
Und du, du lachst dazu!
Feinslieb, komm stirb mit mir ein Stück
Sieh, müd‘ die Blätter schunkeln
Wir dreh’n das Jahr doch nicht zurück
Und seh’n uns nicht im Dunkeln!
Lass in dem Kommen, Bleiben, Geh’n
Zertanzen uns die Schuh‘
Ich will noch soviel Himmel seh’n –
Und du, du lachst dazu!
Jahr: 1955
In den letzten Julitagen
Lag gemütlich, still und brav
Unser guter deutscher Michel
Im gewohnten Mittageschlaf.
Plötzlich reckt er sich verdrossen,
Weil ihm was im Ohr gesummt:
Hat da drüben nicht im Osten
Eben laut ein Bär gebrummt ?
Und jetzt fängt auch noch im Westen
Gleich der welsche Kampfeshahn,
Aufgescheucht vom Zottelbären,
Gegen mich zu krähen an?
Doch was soll mir der Spektakel?
Haltet Schnauz und Schnabel zu!
Denn ich tat euch nichts zu Leide —
Und ich hab gern meine Ruh!
Doch noch lauter wird das Brummen,
Und dem Hahn schwillt keck der Kamm -
Ruck, da reißt auch schon der Michel
Einen Stock vom Eichenstamm.
Und er knurrt: Ihr Ruhestörer,
Hungert ihr nach deutschem Speck ?
Wart, den will ich euch versalzen,
Hände von der Butter weg!
Schlagt ihr euch im Kampf zusammen,
Bah, das schert mich keinen Deut!
Bärenschinken gibt es morgen.
Und den Hahn rupf ich schon heut!"
Also meint der deutsche Michel,
Steckt sich kühl sein Pfeifchen ein,
Wandert mit dem Stock nach Westen
Und pfeift leis die Wacht am Rhein!
Jahr: 1874
Kennt keiner das Buch, in dem geschrieben steht,
dass dieser falle und jener heil heimwärts geht.
Doch später ist in Stein und Lied zu lesen:
Die im Kampfe fielen, sind unsre Besten gewesen.
Viele aber glauben, es sei vorbestimmt,
ob einen die Kugel ausläßt oder herübernimmt.
Und bliebst Du zu Hause und wärest nicht dabei,
in Kriegszeiten irren viele Kugeln frei.
Wo aber steht es geschrieben, frag’ ich, daß von allen
ich übrig bleiben soll, ein andrer für mich fallen.
Wer immer von Euch fällt, der stirbt gewiss für mich,
und ich soll übrig bleiben? Warum denn ich?
Jahr: 1915
Die Wahrheit steht ohne Gesetz!
Oft komm ich heim zu dir, du stilles Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Träume wachsen,
Wo meine Seele lacht und weint,
Wo meine Heimat ist.
Jahr: 1946
Jugend ist nicht nur ein Zeitvertreib!
Jugend ist nicht nur Getändel und Scherz!
Du weißt - wer im Glück ist, der lerne den Schmerz!
Jugend ist Sollen, Aufstieg und Muß:
Den Alltag zu meistern in stolzem Entschluß!
Stähle den Willen – lerne die Tat!
Der Freude Genossen, dem Leid Kamerad!-
Mit Frohsinn und Sonne und Seele im Blick,
Mädchen – lerne das Meisterstück.
Widerstand bieten im Kampf um das Brot!
Treu sein im Glück – und treu in der Not!
Jugend ist nicht nur ein Zeitvertreib!
Mädchen – werde ein Weib!
Jahr: 1930
Nun der Tag mich müd gemacht,
Soll mein sehnliches Verlangen
Freundlich die gestirnte Nacht
Wie ein müdes Kind empfangen.
Hände, lasst von allem Tun,
Stirn, vergiss der Sorgen Falten,
Augen, schließt euch, um den Lohn
Sanft und stumm zu Welt zu halten.
Und die Seele, unbewacht,
Will in freien Flügen schweben,
Um im Zauberkreis der Nacht
Tief und tausendfach zu leben.
Jahr: 1899
Sie denken uns zu erdrücken
Im Bau, den wir gefügt;
Sie wollen ernten und pflücken
Im Land, das wir gepflügt.
Derweil die Lippen lallen
Von langer Friedensfrist,
Sie haben uns überfallen
Mit feiger Hinterlist.
Und bebt die Welt, als brause,
Weltende durch die Zeit,
Die Brüder vom deutschen Hause
Stehn stark und schlachtbereit!
Jahr: 1935
Oft bin ich ausgegangen
In den stillen Abend,
Und die Seele hat gesungen
Ihre alten Lieder.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Und ich ging im Abend,
Und die Seele sang,
Und ich fühlte, wie das Leben
In mir neu begann.
Jahr: 1907
Gib den Flamberg nie aus Händen,
In Triumpf selbst und Genuss,
Denn du brauchst ihn aller Enden
Bis zum letzten Atemschluss.
Frieden wirst du nie erkämpfen.
Dennoch! Schmück dir Schwert und Schmerz
Hin und wieder mit Aurikeln,
Und bekränze auch dein Herz!
Jahr: 1909
Oft stellt sich jene Zeit mir dar,
wo ich ein frohes Kind noch war
und oft am knisternden Kamin
mich wiegte auf des Vaters Knien.
Und wenn der Abend still genaht,
die Mutter um ein Märchlein bat,
wo sie dann freundlich ausgestellt
vor meinem Blick die Zauberwelt:
Mit Bäumen, welche ewig grünen,
mit Blumen, welche nie verblüh'n,
mit Schlössern von Diamantenstein,
mit Rittern, Riesen, Zwergen, Fei'n!
Jahr: 1816
Oft komm ich heim zu dir, du stilles Land,
Wo meine Wiege stand,
Wo meine Träume wachsen,
Wo meine Seele lacht und weint,
Wo meine Heimat ist.
Jahr: 1946
Ein Tag, der so vieles verändert
und doch bleibst du selbst auf eine Art unverändert.
Ein Fest, welches dich für den Moment erwachsen werden läßt
und dir den Weg in einen Abschnitt deutet,
welcher das Erwachsenwerden einläutet.
Eine Chance von nun an zu verstehen,
daß man daran arbeiten muß später eigene Wege zu gehen…
Jeden Tag nicht nur zu leben,
sondern mit starkem Willen seine Kraft ihm geben,
um Erfahrungen zu erhalten,
welche letztendlich das Leben verwalten…
Das Glück nicht zu suchen,
sondern den Frohsinn auf immer zu buchen,
das ist ein Schritt in die richtige Welt,
da jeder frohe Gedanke dunkle Momente erhellt!
Nutze diesen wichtigen Tag als ersten Schritt
und steh einfach wieder auf, wenn dich das Leben mal tritt.
Niemand kann nur aufrecht stehen,
er würde das wahre Leben nicht verstehen!
Erwachsenwerden, das ist die Frage…
Gelingt das an nur einem Tage?
wachsen vorerst nur in der Dämmerung!
Fest gemauert in der Erden
Steht die Form, aus Lehm gebrannt.
Heute muss die Glocke werden!
Froh Gesellen, seid zur Hand!
Von der Stirne heiß
Rinnen muss der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben;
Doch der Segen kommt von oben.
Jahr: 1799
Wir stehen im Kampf um unser letztes Recht,
Die Bahn zu brechen kommendem Geschlecht,
Daß deutscher Geist in Kind und Kindeskind
Im deutschen Blute heilig Heimat find'!
Jahr: 1896
Der Spruch "Durch Kampf zum Sieg" wurde nicht von einem Mensch getätigt, sondern ist ein Ausdruck, der im Laufe der Geschichte immer wieder verwendet wurde, um den Willen zum Erfolg durch Anstrengung zu betonen.
Der ewige Friede ist ein Traum und zwar nicht einmal ein schöner Traum.
Der Krieg ist ein Element der von Gott eingesetzten Ordnung.
Die edelsten Tugenden des Menschen entfalten sich daselbst:
der Mut und die Entsagung, die treue Pflichterfüllung und der Geist der Aufopferung.
Der Soldat gibt sein Leben hin.
Ohne den Krieg würde die Welt in Fäulnis geraten und sich im Materialismus verlieren!
Jahr: 1891
Wenn mir im Ausland ein Mann auffällt,
zu unbeholfen für einen Franzosen,
zu zeremoniös für einen Engländer,
zu treuherzig für einen Italiener,
zu biegsam für einen Spanier,
zu lebhaft für einen Holländer,
zu bescheiden für einen Russen –
einen Mann, der mit schiefen Bücklingen sich aufdrängt
und mit unbeschreiblicher Entsagung allen huldigt,
die er für vornehmer hält als sich,
so sagt mir mein Herz und mein Blut im Gesicht:
Das ist dein Landsmann!
Jahr: 1767
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich auf der Welt!
Was dir mißglückt,
Was dich bedrückt,
Wirf hinter dich aufs Totenfeld!
An Mute klein
Kann jeder sein,
Was ist denn da Besondres dran?
Das Leben ist
Voll Kampf und List –
Weh dem, der's nicht vertragen kann!
Ein armer Wicht,
Wer gleich verzicht
Und senkt sein Fähnlein in den Staub!
Du denk und dicht
Ins Morgenlicht
Und weißt du nicht wie's geht, so glaub!
Schwarzsehern traun,
Heißt Särge baun,
Sollst dorthin schaun, wo winkt ein Held.
Es sprach mein Herz,
Es sang mein Herz:
Sei stark und fröhlich trotz der Welt!
Jahr: 1864
Oft in einsamer Nacht, wenn ringsum es still,
Da träumt es mich wieder von ferner Zeit,
Von einem Land, das ich einst gekannt,
Wo die Wiesen blühten und die Winde weht.
Es war ein Land voll Frieden und Glück,
Wo die Menschen lebten in Harmonie,
Wo die Flüsse flossen, die Wälder rauschten,
Und die Herzen schlugen im gleichen Takt.
Doch die Zeit verging, und das Land verschwand,
Nur in meinen Träumen lebt es noch fort,
Und wenn ich erwache, bleibt nur der Schmerz,
Denn die Heimat, die ich liebte, ist fort.
Jahr: 1920
Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor
Zur herrlichen Alpenwelt empor;
Der eine ging, weil's Mode just,
Den andern trieb der Drang in der Brust.
Und als daheim nun wieder die zwei,
Da rückte die ganze Sippe herbei,
Da wirbelt's von Fragen ohne Zahl:
"Was habt ihr gesehen? Erzählt einmal!"
Der eine drauf mit Gähnen spricht:
"Was wir gesehen? Viel war es nicht!
Ach, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!"
Der andere lächelnd dasselbe spricht,
Doch leuchtenden Blicks, mit verklärtem Gesicht:
"Ei, Bäume, Wiesen, Bach und Hain,
Und blauen Himmel und Sonnenschein!"
Der Scholle verschrieben, dem Undeutschen feind,
durch die Arbeit der Fäuste bewährt,
der Stand, der – als Wurzel des Volkes – vereint,
Deutschland verjüngt und ernährt!
Jahr: unbekannt
Ehrenvoll ist er gefallen
Gebt ihm seinen Schild ins Grab.
Droben aus den Wolkenhallen
Sehn die Väter jetzt herab.
Einen Hain von jungen Eichen
Pflanzt um seines Hügels Rand
Um seines Hügels Rand.
Beim Erwachen ihm ein Zeichen
Daß er sei im deutschen Land.
In den schwarzen Todtenkasten
Legt sein Schwert vom Blute satt!
Nun und nimmer kann er rasten
Wenn er's nicht zur Seite hat.
Einen Hain von jungen Eichen
Pflanzt um seines Hügels Rand
Um seines Hügels Rand.
Beim Erwachen ihm ein Zeichen
Daß er sei im deutschen Land!
Der alte Barbarossa
Der Kaiser Friederich
Im unterird'schen Schlosse
Hält er verzaubert sich.
Er ist niemals gestorben
Er lebt darin noch jetzt
Er hat, im Schloß verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.
Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit
Und wird einst wiederkommen
Mit ihr zu seiner Zeit.
Der Stuhl ist elfenbeinern
Darauf der Kaiser sitzt
Der Tisch ist marmelsteinern
Worauf sein Haupt er stützt.
Sein Bart ist nicht von Flachse
Er ist von Feuersglut
Ist durch den Tisch gewachsen
Worauf sein Kinn ausruht.
Er nickt als wie im Traume
Sein Aug' halb offen zwinkt
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.
Er spricht im Schlaf zum Knaben
Geh hin vors Schloß, o Zwerg
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg!
Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar
So muß ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr!
Wir wünschen, daß Deutschland möglichst wehrhaft ist und sind selbstverständlich der Meinung, daß es unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit ist, dafür zu sorgen, daß das deutsche Volk nicht etwa von irgendeinem anderen Volk an die Wand gedrückt wird!
Jahr: 1907
Hat auch der Sturm die Krone dir geraubt
Und sank in Trümmer, was uns teuer war,
Noch sind die heil`gen Haine nicht entlaubt,
Noch glüht die Flamme auf dem Brandaltar.
Was uns zerfiel,- wir bauen`s wieder neu,
Nur heißer sind die Herzen dir entbrannt,
Germania! Noch lebt die deutsche Treu`:
Wir haben doch ein schönes Vaterland!
Germania! Nun trau`re länger nicht,
Die Zukunft fordert deine ganze Kraft,
Heb` deinen Blick empor voll Zuversicht,
Daß sich zum Werke dir der Wille strafft.
Und schreite mutbeseelt zu neuer Tat.-
Sieh, deine Söhne reichen dir die Hand,
Ist steil und mühsam auch der Höhenpfad:
Wir haben doch ein schönes Vaterland!
Noch fließt im Sonnenglanz der deutsche Rhein
Vorbei an Burgen und an Rebengau`n.
Noch schenkt die Heimatflur uns Brot und Wein
Und Gott läßt seinen Segen niedertau`n.
Noch lebt dein Volk und schafft es unentwegt,
Hell klingt sein Lied am grünen Wogenstrand,
Wenn es die Pflugschar führt,die Reben pflegt:
Wir haben doch ein schönes Vaterland!
Noch ist der hochgemute Siegfriedgeist,
Germania, in deiner Jugend wach,
Es kommt ein Tag, den man den Deutschen heißt,
Der tilgt in unserm Schicksalsbuch die Schmach.
Der deutsche Aar steigt wiederum empor,
In kühnem Flug, der Sonne zugewandt,
Und jubelnd braust der deutsche Lebenschor:
Wir haben doch ein schönes Vaterland!
Jahr: 1869
Des Volkes Reichtum ist sein Lied,-
Brach auch so vieles nieder,
Ob Glanz und Glück für immer schied,
Sie tönen fort – die Lieder...
Im Lied des Volkes liegt sein Herz,-
Und schlägt das Herz auch müde,
Ein Beten schwingt sich sternenwärts,
Ein Segnen noch – im Liede...
Das deutsche Lied, es lebt und klingt,
Wie wild der Sturm auch stiebe...
Am offnen Grabe weint und singt
Ihr letztes Lied – die Liebe...
Des Volkes Reichtum ist sein Lied, -
Sagt allen deutschen Brüdern:
Wie arm das Volk, wie arm und müd,
Reich ist es, reich – an Liedern...
Jahr: 1930
Ich sitze auf dem Boden. Schatz, es ist so kalt!
Ich friere und zittere unaufhörlich.
Ach wär ich doch bei Dir!
Ob Du noch lebst? Und unsere Kleinen?
Wo seid ihr wohl?
Alles ist zertrümmert. Seid ihr zu Hause?
Die schöne Welt die wir einst hatten,
Sie ist vorbei.
Was sind das für Soldaten diese Amerikaner?
Habt ihr Hunger? Ist Euch kalt?
Sie sind so hässlich und so grob,
Ganz anders als ich dachte.
Und sie lachen. Menschen lachen noch?
Mir ist so kalt. Ein Heer von Männern überall,
Krank, kalt, halbtot, in sich vergraben.
Wir haben wenig Kraft.
So viele sterben.
Sie tun es um uns auszurotten!
Sie hassen uns so sehr!
Was sind das für Menschen,
Diese Amerikaner?
Sie sollen unsere Verwandten sein.
Warum tun sie uns das an?
Was haben wir ihnen angetan?
Was haben sie davon?
Was ganz Satanisches geht hier vor!
Sie trennen uns, Du und ich.
Sie wollen uns vernichten.
Sie wollen uns ermorden, ja.
Wann hört das Morden auf?
Wir können gar nichts tun.
Sie schießen gleich. Sie schlagen,
treten und quälen uns, manchmal
Bis zum Tod.
Ob Du noch lebst?
Was Du wohl machst? Bist Du geborgen?
Wo sind unsere Eltern? Bist Du bei ihnen?
Habt ihr Hunger?
Es ist so still. Ich hör dich nicht
Wenn ich an Dich denke.
Du bist meine Hoffnung, mein Licht.
Bald bin ich bei Dir!
Oft bin ich ausgegangen
In den Abend, in den Tau,
Und hab' die Heimat gesungen,
Die schöne, die alte Frau.
Sie hat mich oft getragen
Auf ihren starken Armen,
Und hat mich oft gewogen
In ihren stillen Harmen.
Nun bin ich alt geworden,
Und meine Heimat ist fern,
Doch wenn ich in den Abend
Hinausgeh', fühl' ich sie gern.
Jahr: 1905
Den tiefen Durst nach Leben
Hat Gott uns eingegeben,
Er liegt in allem deutschen Blut.
Des Weltengeistes Wehen
Im tiefsten zu verstehen,
Das achten wir als höchstes Gut.
Doch ach, man konnte wähnen,
Das edle deutsche Sehnen,
Das uns das Fernste lieben heißt.
Sei uns in faulen Tagen
Im Blute umgeschlagen
Zu giftig schalem Affengeist.
Die Sehnsucht, weit zu streifen,
Das Fernste zu ergreifen,
Verdarb uns deutsche Art und Kunst.
Das Blendwerk fremder Laffen
Schien uns von Gott geschaffen,
Und war's auch eitel Rauch und Dunst.
Den deutschen Geist zu wecken,
Warf Gott den Völkerschrecken
Des Weltbrands in das deutsche Haus
Und rief: Treibt aus die Horden,
Eh' sie zu Herr'n geworden,
Doch treibt sie aus den Herzen aus!
Den eignen Geist zu schüren.
Ließ er uns kräftig spüren
Den fremden Geist und Aftergeist.
Mag's noch so bitter schmecken,
Das große deutsche Wecken
Ist Schöpfertat, die jeder preist.
Beim heil'gen Klang der Waffen
Hat Gott uns neu geschaffen.
Er will in deutscher Welt den Thron.
Uns ist ein Stolz geboren.
Auf den sei eingeschworen
Auf ewig Sohn und Enkelsohn!
Volk, du hast viel zu sühnen.
Nun weihe neu die Bühnen
Des Lebens und der deutschen Kunst!
Du selbst nur kannst dich adeln.
Frag' nichts nach Lob und Tadeln
Und achte fremde Gunst für Dunst!
Dem Freunde Treu' erweisen.
Doch kalt wie Eis und Eisen
Für fremden Mann und fremde Art —
So woll'n mir's fürder halten.
Gott mög' in Gnaden walten,
Daß Deutschland solchen Hochmut wahrt!
Jahr: 1917
Oft in einsamer Nacht, wenn ringsum es still,
Da träumt es mich wieder von fernem Gewühl,
Von Städten, von Straßen, von Menschengedräng',
Von allem, was einst mir das Herz so beflügelt.
Doch wenn ich erwache, dann fühl' ich es klar,
Dass all das Vergangne nur Schatten und Schall,
Dass Heimat mir ist, wo ich selber verweil',
Wo meine Gedanken und Träume gedeih'n.
Jahr: 1920
UNS TRENNEN WELTEN UND DAS IST AUCH GUT SO
DENN SO WIE WIR WIRST DU NIE SEIN.
DU WARST NIE MIT UNS HIER GANZ UNTEN
DEINE TASCHEN VOLLER GELD
DEIN GANZES SEIN EIN SCHEIN.
DU WARST SCHON IMMER NUR EIN EGOIST
DER NIEMALS TEILT UND DIE SCHEISSE
MIT DEN ANDEREN FRISST.
BIST DU BEREIT MIT UNS ZU GEHEN
ALLES ZU BESTEHEN
WENN ES SEIN MUSS UNBEQUEM?
FOLGEN DEINEN WORTEN TATEN,
DIE WIE EIN BOLLWERK STEHEN
UND NICHT AUS HÖFLICHKEIT ERZÄHLT?!
IM SOZIAL NETWORK. DA BIST JETZT ZU HAUS
LÄSST DEINEN SPRÜCHEN FREIEN LAUF.
REVOLUZZER AN DER TASTATUR
LIKEN, POSTEN, TAGGEN
HEIßT JETZT DER NEUE SCHWUR -
HEIL DIR!
DU WARST SCHON IMMER NUR EIN EGOIST
DER NIEMALS TEILT UND DIE SCHEISSE
MIT DEN ANDEREN FRISST.
WENN DU DANN DEINE ARBEIT VERLIERST
DEINE WOHNUNG IST IN FREMDER HAND
DANN KLAGE NICHT
DANN SAG ICH DIR MEIN FREUND
ICH HAB DICH LANG GENUG GEWARNT!
BIST DU BEREIT MIT UNS ZU GEHEN
ALLES ZU BESTEHEN
WENN ES SEIN MUSS UNBEQUEM?
FOLGEN DEINEN WORTEN TATEN
DIE WIE EIN BOLLWERK STEHEN
UND NICHT AUS HÖFLICHKEIT ERZÄHLT?!
Ich hab es mir zum Trost ersonnen
In dieser Zeit der schweren Not,
In dieser Blütezeit der Schufte,
In dieser Zeit von Salz und Brot.
Ich zage nicht, es muß sich wenden,
Und heiter wird die Welt erstehn,
Es kann der echte Keim des Lebens
Nicht ohne Frucht verlorengehn.
Der Klang von Frühlingsungewittern,
Von dem wir schauernd sind erwacht,
Von dem noch alle Wipfel rauschen,
Es kommt noch einmal, über Nacht!
Und durch den ganzen Himmel rollen
Wird dieser letzte Donnerschlag;
Dann wird es wirklich Frühling werden
Und hoher, heller, goldner Tag.
Heil allen Menschen, die es hören!
Und Heil dem Dichter, der dann lebt
Und aus dem offnen Schacht des Lebens
Den Edelstein der Dichtung hebt!
Jahr: 1888
Ich habe noch das schönste Vaterland.
Froh will ich sein und nimmer klagen,
Ob sie zu Tode auch in wilder Wut
Den wundgehetzten Recken jagen.
Noch immer ist Deutschland auferstand,
Ich habe noch das schönste Vaterland.
Ich habe noch das schönste Vaterland.
Versucht es doch und wälzt den Rhein aus seinem Bette,
Reißt uns vom deutschen Lande Stück um Stück,
Stürzt deutsche Berge, macht die Flur zur Trümmerstätte;
Das deutsche Herz es bleibt zurück.
Dann schwör ich noch mit hochgereckter Hand:
Stets bist du mein,- - - mein schönstes Vaterland!
Willst Du Rechte, hast Du Pflichten.
Forderungen gibt’s mit nichten!
Reife Frucht vom Baume schütteln,
Heißt : zuvor die Glieder rütteln!
Willst Du ernten, mußt Du säen!
Nach dem Kampfe die Trophäen!
Auf der Bärenhaut zu liegen,
Heißt : sich auch mit Gras begnügen!
Jahr: 1874
Die Macht der Unterdrücker wird brechen und schwinden,
weil sich Deutschlands Herz ewig treu wird wieder finden!
Ich glaube, daß es weit besser ist, aus sich selbst heraus zu holen, als aus dem Plato, den können wir falsch verstehen; wir sind uns allzeit nah genug, alles Schwere zu erleichtern und alles Dunkle aufzuklären!
Jahr: 1742
Wir wollen uns die Hände reichen,
Auf, deutsche Brüder, schlaget ein,
Es soll des neuen Bundes Zeichen
Die alte deutsche Treue sein!
Treu sind wir selber uns geblieben,
Treu waren wir in Kampf und Not,
Die Treu` ist uns ins Herz geschrieben,
Die Treu im Leben und im Tod.
So laßt uns denn in Treue walten,
Durch Nacht der Tag zum Lichte weist,
Wir bleiben ewig treu die alten,
Auf ewig treu dem deutschen Geist.
Ob uns die Feinde rings verhöhnen,
Ob Deutschland gleich der Welt ein Spott:
Empor die Hand, laßt laut ertönen
Der Treue Schwur und Mit uns Gott!
Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n.
Lass diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, allem was gescheh’n.
Und handeln sollst du so, als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär’ dein!
Jahr: 1924
Oft bin ich ausgegangen
In den stillen Abend,
Und die Seele hat gesungen
Ihre alten Lieder.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Und die Winde, die da gingen,
Sangen auch ihr Wehen,
Und die Blätter, die da fielen,
Sangen auch ihr Sterben.
Jahr: 1907