Es genügt, den Stamm gesund zu halten, dann braucht uns um unsere Zukunft nicht bange zu sein!
Ein Erbe ist uns überkommen,
Die Muttersprache, rein und schlicht,
In der das Kind die ersten frommen
Gebete auf zum Himmel spricht.
Die Sprache, die in heißen, trauten
Gesängen warm zu Herzen tönt
Und die in echten Zorneslauten
Im heilgen Kampf wie Donner dröhnt.
Die Sprache, die aus tiefem Bronnen
Des deutschen Geistes rauscht und klingt,
Die uns der Dichtung Blütenwonnen,
Des Wissens goldne Schätze bringt;
Die stark und siegreich überwindet
Der Zeiten wechselvolles Los,
Die späten Enkeln noch verkündet,
Was unvergänglich, wahr und groß.
Dem Hort des Lichts, dem ewig jungen,
Entstammt der Sprache hehres Gut.
Dies Erbtum wird uns nie entrungen,
Es lebt und wirkt in Zeit und Blut.
Die Sprache schlingt um ferne Zonen,
Wo Brüder sind, ein heimlich Band.
Sie führt die Herzen von Millionen
Unsichtbar heim ins Mutterland!
Jahr: 1877