Der Herbstwind fährt übers Stoppelfeld,
Er weht über Acker und Brache.
Ein neues Jahrtausend beginnt in der Welt,
Du schlafendes Deutschland erwache!
Der Papst hockt in Rom auf seidenem Thron,
es hocken bei uns seine Pfaffen.
Was hat einer deutschen Mutter Sohn
Mit Papst und mit Pfaffen zu schaffen?
Man hat unsre Ahnen als Ketzer verbrannt,
der heuchelnden Kirche zur Ehre.
In Asiens Wüsten, im jüdischen Land,
Verbluteten deutsche Heere.
Rot floß die Aller von Sachsenblut,
Die Stedinger wurden erschlagen.
Als Ablaß wurde der Bauern Gut
Von Mönchen ins Welschland getragen.
Die Zeit verging - doch der Pfaffe blieb,
Dem Volke die Seele zu rauben.
Ob er's römisch oder lutherisch trieb,
Er lehrte den jüdischen Glauben.
Doch nun sind die Jahre des Kreuzes vorbei,
Das Sonnenrad will sich erheben.
Wir werden aus eigener Kraft nur frei,
Dem Volke die Freiheit zu geben.
Wir brauchen zum Himmel die Mittler nicht,
Uns leuchten ja Sonne und Sterne;
Und Blut und Schwert und Sonnenlicht,
Sind Weiser in jegliche Ferne!
IN EINEM BUCH LEBT EUER GOTT,
DER UNSERE LEBT IN TATEN.
UND HEIDEN NENNT IHR UNS ZUM SPOTT,
IHR, DIE IHR GOTT VERRATEN.
IHR KNIET IN FURCHT VOR EUREM GOTT
IN KNECHTISCHEM GEWIMMEL
UND BETTELT IN DES LEBENS NOT.
WIR SCHAUEN AUF ZUM HIMMEL.
WIR BLICKEN IN DIE GROSSE WELT
UND WISSEN: STIRB UND WERDE!
WIR SIND DER GOTTHEIT ZUGESELLT
UND WACHSEN AUF DER ERDE.
EUCH DRÜCKT DER TAG, EUCH DRÜCKT DIE NACHT,
IHR FÜHLT EUCH SCHULDBELADEN.
WIR EHREN GOTT IN SEINER MACHT
ALS BESTEN KAMERADEN.
IHR BRAUCHT DES MITTLERS EITLE GUNST,
DER SCHULD VERGIBT UND LÖSEND ZEIHT.
WIR SIND DURCH GOTT - UND ER DURCH UNS:
GEISTKÖRPERLICHE EINIGKEIT!
Jahr: 1929